Mittwoch 20. Juni 2018

Studientag 2018 - Pflege in Bewegung

"Gesundheit ist nicht ver-käuflich"

Präsentationen vom Studientag 2017 zum Download:

Präsentation Koller

Präsentation Novakovic

Präsentation Neumann-Ponesch

Präsentation Wöger

 

Zusammenfassung der Veranstaltung von Andrea Wienerroither:

Studientag Pflege in Bewegung

zum Internationalen Tag der Pflegenden in der AK Linz am 16. Mai 2018

„Gesundheit ist nicht ver-käuflich“

 

Begrüßung Johann Kalliauer:

Pflege und Betreuung ist im Besonderen Beziehungsarbeit, die ganz wesentlich ihre Qualität bestimmt. Dafür benötigen die Beschäftigten Zeit.

Trotz der Verlagerung von Tätigkeiten in Richtung Pflege ist der Personalschlüssel gleichgeblieben.

Der AK-Präsident spricht sich klar gegen eine Lehre im Pflegebereich aus.

Als große Herausforderung der Zukunft erkennt er den Fachkräftemangel.

Ab 1. Juni beginnt die Registrierung aller nicht ärztlichen Gesundheitsberufe, die die AK für Ihre Mitglieder kostenlos übernommen hat. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

 

„Fit im Dienst und schlapp Zuhause? – Drama in drei Akten mit Happy End“

Andreas Koller

„Gesundheit ist ein Grundrecht des Menschen“ - natürlich auch im beruflichen Kontext von Pflege und Betreuung.

Menschen, die Schichtarbeit leisten, leiden häufig unter Schlafstörungen, Verdauungsproblemen und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Unfall- und Fehlerhäufigkeit steigt nachweisbar im Nachtdienst zw. 2 und 3 Uhr, weil die Achtsamkeit nachlässt.

„Wir sind Rhythmuswesen.“ Daher benötigen wir mind. alle 90 Minuten eine Pause, damit wir unser inneres Orchester wieder harmonisch zum Klingen bringen können.

„Wir sind Lichtwesen.“ Die Nächte werden heller und wir sind zu viel künstlichem Licht ausgesetzt. Die Arbeit gegen die innere Uhr stellt gerade für Pflegeberufe eine zusätzliche Herausforderung dar. Wesentlich für den Erhalt der Gesundheit unter diesen Bedingungen ist, sich wenn möglich in natürlichem Licht aufzuhalten. Tageslicht trägt zur Synchronisation bei.

Das Handy ist ein Werkzeug und gehört nicht ins Schlafzimmer!

„Der Mensch ist für die Bewegung gebaut.“ Daher sind ausreichend Sport und Bewegung in der Natur Prädiktoren für den Erhalt von Gesundheit und Wohlbefinden.

Neben der Selbstfürsorge spielen die Rahmenbedingungen unter denen wir arbeiten eine wesentliche Rolle. Verhältnisprävention kombiniert mit Verhaltensprävention, also individuelle Selbstverantwortung, Führungsqualität und entsprechende Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, trotz vielfacher Belastungen in der Pflege- und Betreuungsarbeit gesund zu bleiben.

Der Referent plädiert für eine Präventionsfachkraft in jeder Einrichtung und dafür, dass Einrichtungen ihre Beschäftigtenfluktuation offenlegen müssen. Damit soll die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen auch von außen erkennbar gemacht werden. „Wer seine MitarbeiterInnen nicht ehrt ist seine PatientInnen nicht wert.“

 

Gesundheitsprofession

Silvia Neumann-Ponesch

„Pflegekräfte dürfen das Caring nicht verlernen“, die Referentin zitiert dazu Ingrid Rottenhofer, dafür braucht es auch einen entsprechenden Rahmen. Gesundheitsberufe gibt es, um positiv zu wirken. Die Referentin plädiert für eine Ressourcenorientierung in der Pflege.

Als besonders wichtig erkennt Frau Neumann-Ponesch die Mitwirkung in berufspolitischen Entscheidungen. Pflege muss sich selbst den Auftrag zur Mitgestaltung geben und bekannt machen, was sie tun. Wesentlich dabei erkennt die Referentin, das Outcome durch die Arbeit von Pflegekräften sichtbar zu machen.

Caring ist ein Vertrauensprozess.

„Wir brauchen SpezialistInnen.“ Advanced Practice Nurse (APN) stellt eine entsprechende Pflegeexpertise dar, die über eine Vertiefung und Erweiterung der Pflegepraxis und einem Masterabschluss in Pflegewissenschaft gewährleistet wird. Wesentlich dabei ist, Fragen aus der Praxis aufzugreifen und Erkenntnisse dazu wieder in die Praxis zu übertragen.

AkademikerInnen und NichtakademikerInnen können voneinander lernen.

 

„Entlohnung in den veränderten und neue Pflegeberufen – Bundesländervergleich“

Branko Novakovic

Der Bundesländervergleich zeigt, dass die Entlohnung von Pflege- und Betreuungskräften von Bundesland zu Bundesland variiert. Oberösterreich stellt dabei in allen Bereichen das Schlusslicht dar.

Es braucht neben entsprechenden Rahmenbedingungen eine faire Entlohnung. Gemeinsam setzen wir uns für die finanzielle Wertschätzung aller Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich ein.

 

„Herausforderungen von Pflegepersonen im extramuralen geriatrischen Langzeitpflege- und mobilen Palliativbereich“

DDr.in Sabine Wöger

Pflegefachkräfte im Bereich Palliativ sind täglich mit Leid und Tod konfrontiert. Die Motivation in diesem Beruf zu arbeiten: „einen Beitrag zur Wertevermittlung und zur Vermenschlichung unserer Gesellschaft“ zu leisten.

Diese Arbeit ist von vielen Spannungsfeldern gekennzeichnet, wie „Standardisierung - Individualisierung“, „Betreuungs- und Pflegebedarf - begrenzten Ressourcen“. Besondere Herausforderungen in diesem Bereich stellen Rücknahme und Unterlassung dar, „Symptomlast - Todesnähe“. Symptomlinderung ist eine zentrale Aufgabe.

Der Landesverband Hospiz bietet die Möglichkeit einer „ethischen Fallbesprechung“. Dafür kann ein Gremium kostenlos angefragt werden. www.hospiz-ooe.at

„Ruf des Gewissenskonfliktes – Handeln“ Eine Erleichterung bei Entscheidungen in Notfällen stellt die Patientenverfügung als schriftliche Willenserklärung dar, um möglichst dem Willen des Patienten entsprechend handeln zu können.

„Das Gefühl ist immer feinsinniger wie der Verstand scharfsinnig sein kann.“ Wesentlich dabei ist die entsprechende Argumentation fachlich situationsadäquaten Handelns und die Konzentration auf das Verwirklichungsmögliche.

Die Referentin plädiert für einen Perspektivenwechsel, vom Handlungsraum zum Haltungsraum. Fragen dazu: Was bereichert und motiviert mich in meiner Arbeit? Was berührt mich? Was stimmt mich nachdenklich?

 

Blitzlichter aus der Podiumsdiskussion:

Frage ad geringem berufspolitischem Einsatz von Pflege- und Betreuungskräften: Pflegekräfte sind hyperaktiv – dabei Verlust der Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit.

Den Auftrag zur Versorgung hat das Land OÖ. nicht der einzelne.

Reflektierter Aktionismus wird mehr.

Podiumasdiskussion

Von links nach rechts: Andreas Koller (betriebliche und persönliche Gesundheitsförderung), Leopold Weißengruber (ÖGKV, Stv. von Präsidentin Ursula Frohner), Branko Novakovic (Zentralbetriebsrat der Kepler Universitätsklinikum GmbH), Barbara Czernecki (Moderatorin), DDrin. Sabine Wöger (Akad. Lehrerin f. Gesundheitsberufe, akad. Palliativexpertin us.)

Treffpunkt Pflegepersonal
4020 Linz
Kapuzinerstraße 49
Telefon: 0732/797504
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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