Thursday 26. May 2022

„Dass da Menschen dranhängen, wird nicht bemerkt.“

Immer wieder suchen Menschen bei der Betriebsseelsorge OÖ Beratung und Hilfe, wenn ihnen ihr Arbeitsumfeld zur schweren Last wird. Karl-Heinz Hellinger, der Mobbingbeauftragte der Diözese Linz, hält fest: „Unbearbeitete Konflikte sind der Nährboden für Mobbing. Sie führen oft zu Ausgrenzung oder zur Beendigung eines Dienstverhältnisses.“

Für Unternehmen sind ständige Optimierungen und Umstrukturierungen Alltag, Grundlage dafür sind in erster Linie betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Ein Betroffener formuliert es so: „Dass da Menschen dranhängen, wird gar nicht bemerkt!“
Für die MitarbeiterInnen kann all das sehr irritierend und auch verletzend sein. Viele bringen sich ein und wollen sich im Betrieb eine Zukunft aufbauen. Wenn sie nun im Zuge von Umstrukturierungen einfach versetzt werden bzw. hören, sie seien unproduktiv oder unwirtschaftlich, führt das zu Kränkungen und Konflikten. Und im schlimmsten Fall zum Verlust des Arbeitsplatzes. Hier ein aktuelles Beispiel aus Oberösterreich:

Herr G. arbeitet seit 13 Jahren als ausgebildeter Facharbeiter in der Industrieproduktion. Der Betrieb befindet sich in einem laufenden Umstellungsprozess. Kaum ist eine Neuerung integriert, steht schon die nächste Änderung an. Aufgrund seiner Erfahrung und Kompetenz wird Herr G. Anlaufstelle für die Fragen seiner KollegInnen. Das geht soweit, dass sie selbst in der Nachtschicht per WhatsApp um Hilfe bitten. Vorarbeiter delegieren Probleme an ihn, weil sie selbst damit überfordert sind. Nach 3 Jahren kommt der Zusammenbruch. Es folgen Krankenstand, Reha-Maßnahme, Wiedereingliederung. Einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 30 Stunden stimmt der Arbeitgeber nicht zu. Herr G. wird gekündigt.

 

Fürsorgepflichten* wahrnehmen!

Führungskräfte in Unternehmen tragen viel Verantwortung. Wenn sie Konflikte rechtzeitig bearbeiten wollen, sind sie angehalten, Change-Prozesse gut zu begleiten und auf einen wertschätzenden Umgang im Betrieb zu achten.

In den Gesprächen mit den MobbingberaterInnen und BetriebsseelsorgerInnen stehen die betroffenen Menschen im Mittelpunkt. Diese haben oft selbst gute Ideen, was sie zu einem guten Betriebsklima und somit auch zur Lösung von Konflikten beitragen können!

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*) § 3(1) ASchG: … Arbeitgeber haben die zum Schutz des Lebens, der Gesundheit sowie der Integrität und Würde erforderlichen Maßnahmen zu treffen …

Inserat Mobbingberatung

 

Kontakt für Rückfragen:

Michaela Pröstler-Zopf, Leitung Betriebsseelsorge OÖ, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, michaela.proestler-zopf@dioezese-linz.at, 0676/8776-3644

 

Holen Sie sich Unterstützung bei Konflikten und Mobbing, rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail!

Erstkontakt ist beim Mobbingtelefon der Betriebsseelsorge unter 0732/7610-3610 jeweils montags von 17 – 20 Uhr und online unter www.mobbingtelefon.at bzw. direkt in einem der neun Standorte der Betriebsseelsorge in OÖ möglich:

 

Treffpunkt Pflegepersonal, Kapuzinerstr. 49, 4020 Linz 

Treffpunkt mensch & arbeit Linz-Mitte, Kapuzinerstr. 49, 4020 Linz

Treffpunkt mensch & arbeit Standort voestalpine, Wahringerstr. 30, 4030 Linz

Treffpunkt mensch & arbeit Braunau, Salzburger Str. 20, 5280 Braunau

Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf, Nettingsdorfer Str. 58, 4053 Haid

Treffpunkt mensch & arbeit Rohrbach, Harrauer Straße 1, 4150 Rohrbach

Treffpunkt mensch & arbeit Steyr, Michaelerplatz 4a, 4400 Steyr

Treffpunkt mensch & arbeit Vöcklabruck, Graben 19/1, 4840 Vöcklabruck

Treffpunkt mensch & arbeit Wels, Carl-Blum-Str. 3, 4600 Wels

 

Wir sind für Sie da!
Mobbingtelefon
Mobbingtelefon der Betriebsseelsorge OÖ
4020 Linz
Kapuzinerstraße 84
Telefon: 0732/7610-3641
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
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