Montag 23. Oktober 2017

Flüchtlinge ante portas ...

Irrwege in der "Festung Europa" und mögliche Auswege aus der Krisensituation
Kilian Kleinschmidt

Kilian Kleinschmidt referierte im Stift St. Florian
Etwa 90 Gäste folgten der Einladung des Forums Christ und Wirtschaft der Katholischen Aktion Oberösterreich zur diesjährigen „Begegnung für Unternehmer/innen und Führungskräfte“ im Stift St. Florian am 9. Juni 2016. 

 

 

Nach einer besinnlichen Einstimmung in der Stiftsbasilika, die von Dechant Ferdinand Reisinger gestaltet wurde, berichtete der internationale Humanitäts-Experte Kilian Kleinschmidt in seinem Vortrag von seinen Erfahrungen und Überzeugungen als Leiter vieler Flüchtlingslager. Er ist v.a. bekannt geworden durch seine Arbeit als „Bürgermeister von Za’atari“, das er für UNHCR das damals zweigrößte Flüchtlingslager der Welt mit 120.000 Menschen in Jordanien managte. Er berät mittlerweile die Regierungen in Österreich, Deutschland und weiteren Ländern.

 

Kilian Kleinschmidt hält sein Handy in die Höhe. Der Rohstoff jedes Geräts komme aus dem Kongo, wo zur Gewinnung des dafür nötigen Erzes Coltan gekämpft und gemordet wird. „Was tun wir, um denen was zurückzugeben?“, fragt Kleinschmidt in das Publikum. Und er bietet Zahlen: 140 Millionen Menschen brauchen weltweit derzeit Nothilfe, 20 Milliarden Dollar werden dafür von den Ländern aufgeboten, was viel zu wenig sei für ein würdiges Leben. Ein Recht, sich um etwas Besseres umzusehen, hätten nach Kleinschmidts Überzeugung alle, denen in ihrer Heimat die Existenz entzogen wird, nicht nur jene, die unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen. Und wir würden sehen, wie schnell sich unsere Solidarität und Hilfe mit denen auch wirtschaftlich bezahlt mache. Viele kehren nach Hause zurück und nehmen mit ihren ehemaligen Aufnahmeländern Wirtschaftsbeziehungen auf, sagt Kleinschmidt und belegt das auch mit Beispielen. Und noch etwas führt der Experte an: „Flüchtende verlieren viel bei ihrer Flucht, nicht aber den Wunsch nach Würde“.
Uwe Hildebrand, Vorsitzender des Forums Christ und Wirtschaft, konnte bei der Veranstaltung neben Bischof Manfred Scheuer auch Altbischof Maximilian Aichern begrüßen, der die Begegnung für Unternehmer/innen und Führungskräfte vor mehr als 25 Jahren initiiert hatte. Bischof Manfred Scheuer dankte den anwesenden Wirtschaftstreibenden für ihr ethisch verantwortetes Handeln und betonte, dass ein gutes Miteinander von Kirche und Wirtschaft wichtig für das Gemeinwohl ist.

 

  Ansprache von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Kilian Kleinschmidt im Stift St. Florian
Ein vollbesetzter Saal beim Vortrag von Kilian Kleinschmidt
CuW-Vorsitzender Uwe Hildebrand dankt Kilian Kleinschmidt

 

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