Wednesday 23. September 2020

... da bin ich mitten unter ihnen.

… da bin ich mitten unter ihnen.


Im September 2014 wurde das generalsanierte Pfarrzentrum in Dietach
eröffnet. Vorausgegangen ist eine theologische und künstlerische
Konzeptionierung entlang der Frage: Welcher Geist soll im neuen Pfarrzentrum
spürbar werden? Heute zeigt sich, dass dies mit wenigen Details gelingen
kann. Die tanzenden, sitzenden, großen und kleinen Menschen an den
Glaswänden des neuen Foyers verbinden sich wie zu einer Klammer um die
zentrale Botschaft: …da bin ich mitten unter ihnen.

 

von Stefan Kaineder


„Wir wollten nicht einfach umbauen. Irgendwie war schnell klar, dass ein Haus das
von so zentraler Bedeutung für uns ist, auch etwas ausstrahlen muss. Es muss den
Geist der Gemeinschaft atmen.“, erzählt Julia Kaineder von den ersten
Überlegungen. Schnell war eine Arbeitsgruppe gefunden, die damit begann ein
theologisches Konzept zu entwickeln. Sie versuchte kreativ zu verdichten, was die
Pfarrgemeinschaft in Dietach für sie ausmachte. Übrig geblieben ist dabei der zweite
Teil der Zusage bei Matthäus „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen
beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)


Gott geht alle Wege mit
Das Pfarrzentrum steht am Ende der Pfarrwiese, durch die ein befestigter Weg zu
Kirche führt. In der Mitte, zwischen Kirche und Pfarrzentrum, entspringt eine Quelle
die den Pfarrteich speist. „Für uns war die Überlegung, dass das Pfarrzentrum neben
der Kirche der zweite Brennpunkt in unserer Pfarre ist. Wenn die Menschen dort
hineingehen soll ihnen bewusst werden, dass Gott überall mit ihnen geht, nicht nur
beim Gottesdienst in der Kirche.“, erklärt Julia Kaineder die Intention der Botschaft.
„Egal ob beim Singen in der Chorprobe, beim Seniorentanzen oder bei einer
Geburtstagsfeier. Die künstlerische Gestaltung erinnert uns heute daran, dass Gott
mitten unter uns ist. Entscheidend dafür ist nicht etwa eine liturgische Feier,
sondern die innere Haltung mit der wir einander begegnen.“


Die Beziehung zeichnet uns aus
Für die künstlerische Umsetzung dieser Idee hat mit Erich Spindler ein renommierter
Künstler Hand angelegt. Der Dietacher fungierte schon mehrmals als Kurator bei
den Osterinstallationen am Dominikanerhaus in Steyr. Seine Idee der Menschenkette
rund um das lichtdurchflutete Foyer des neuen Pfarrzentrums ist so einfach wie
ausdrucksstark. Menschen von verschiedenster Form und Größe, springend,
tanzend, stehend, gehend, dick und dünn bilden eine Kette und nehmen die
Besucher in ihre Mitte. „Die Figuren deuten darauf hin, dass jeder Mensch
einzigartig, anders und besonders ist.“, erklärt Erich Spindler seine Ideen. „Die
Menschen werden aber nicht etwa von sich aus sichtbar, sondern erst durch die
Verbindung mit anderen, durch die Gemeinschaft. Die Beziehungen zueinander sind
es also, die uns im wahrsten Sinn des Wortes ‚auszeichnen‘.“ Ob die Linien dabei
Gott symbolisieren oder die menschlichen Beziehungen im Allgemeinen, lässt der
Künstler offen. „Überall dort, wo wir uns auf Andere einlassen, uns mit ihnen in
Gemeinschaft wissen, wird das Einzigartige an uns sichtbar.“ Ob in der
Jungscharstunde, beim Pfarrcafé oder bei den Jugendgruppenstunden, der große
Schriftzug in der Mitte des Foyers bringt für die BesucherInnen noch einmal auf den
Punkt, was die vielen kleinen Figuren erahnen lassen. Wenn sich Menschen im Geist
Jesu treffen, dann ist er mitten unter ihnen.

 

 

DER GEIST MACHT LEBENDIG

Künstlerische Neugestaltungen in Oberösterreich

Ein Artikel von Elisabeth Leitner im Kulturbericht OÖ 0102.2017

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