Mittwoch 12. Dezember 2018

Fortbildung Kirchenpflege 2011 - Rückblick 2. Seminarwochenende

Neue Impulse und ein geschärfter Blick für rund 20 angehende KirchenpflegerInnen

Das Ineinandergreifen von Theorie und Praxis, die Verbindung von Alt und Neu im Kontext von Architektur, zeitgenössische Kunst und Liturgie waren zentrale Themen des zweiten Moduls der Fortbildung Kirchenpflege am 8. und 9. April 2011. Der vom Kunstreferat der Diözese Linz organisierte und begleitete Kurs führte diesmal ausgehend von Pregarten über weite Teile des Mühlviertels nach Wartberg, Grünbach bei Freistadt, Pergkirchen und Katsdorf.

 

In der Pfarrkirche Grünbach. © Kunstreferat
Pergkirchen. © Kunstreferat
Fortbildung Kirchenpflege 2011. © Kunstreferat

 

Die Vorträge am Freitag Nachmittag und am Samstag Vormittag fanden im Kulturzentrum Bruckmühle in Pregarten statt. Am Beginn stellte Mag. Ulrike Breitwieser vom Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Oberösterreich, anhand von Bildern anschauliche Beispiele von gelungenen Revitalisierungen denkmalgeschützter Baudenkmäler in Oberösterreich vor. 


Im Anschluss daran berichtete HR Dr. Paulus Wall von der Direktion Kultur des Landes OÖ über den Verein für Denkmalpflege in Oberösterreich, der sich im Laufe seiner Geschichte insbesondere auch durch das Engagement für die Erhaltung bedeutender sakraler Bauten, wie der Martinskirche und der Ursulinenkirche in Linz einen Namen gemacht hat. Darüber hinaus gab er einen Einblick in das Kulturbudget des Landes Oberösterreich, mit dessen Unterstützung beeindruckende Projekte realisiert werden konnten. 


Unter dem Titel „Projektierung und Bauablauf eines Kirchenprojektes“ spannte Arch. DI Wolfgang Schaffer, Baureferent der Diözese, einen Bogen von der neuen, seit 1.1.2011 geltenden Bauordnung, bis zu Tipps zur Vermeidung von Schäden bei Baudenkmalen. Dr. Josef Keplinger öffnete mit seinem Referat „Neue Liturgie in alten Räumen“ den Blick auf die funktionalen Komponenten des Kirchenbaus, die Liturgie als Bauherrin, die Gemeinde als Trägerin der Liturgie und vor allem auf die Bedeutung der liturgischen Orte im Kirchenraum. 

Der Abschluss des Tages wurde mit einer Kreuzwegandacht in der Pfarrkirche Pregarten begangen. In einem für die TeilnehmerInnen berührenden Gespräch berichtete Herbert Friedl im Anschluss daran über seine jahrzehntelange künstlerische Beschäftigung mit dem Thema Leid und Tod – wofür der von ihm umgestaltete historische Kreuzweg in Pregarten ein anschauliches Beispiel bildete. 

Herbert Friedl. © Kunstreferat

 


Blick auf Erfolgsmodelle und Besichtigung von gelungenen Beispielen von zeitgenössischer Kunst
 

Der Blick auf Erfolgsmodelle von gelungenen Renovierungen und Neugestaltungen bildete unter dem Titel „Best Practice“ den Start des zweiten Fortbildungstages Mag. Stefan Grandy, Pfarrassistent in Garsten, und Mag. Florian Sonnleitner, Pfarrer in Peilstein, gaben ihre Erfahrungen und Tipps aus der Praxis zur Kommunikation, Prozessbegleitung und der geglückten Verbindung des Bau-/ Renovierungs-/Gestaltungsprojektes mit dem pfarrlichen Leben auf beeindruckende Weise an die angehenden KirchenpflegerInnen weiter. 

Im Anschluss daran führte eine Fahrt zu gelungenen Beispielen von künstlerischen Gestaltungen im Mühlviertel. Der Weg führte zunächst von Pregarten nach Wartberg ob der Aist zum Landespflegezentrum Schloss Haus. Dort gestalteten die in Linz und Wien lebenden Künstlerinnen Ursula Witzany und Katharina Struber im Jahr 2001 mit dem sogenannten Rosenkubus einen neuen Marienort im Innenhof des Gebäudekomplexes. 

Der weitere Weg führte nach Grünbach bei Freistadt. Klara Steinmassl, Religionslehrerin und PGR- Mitglied und das Künstlerpaar Margarete und Frank Geffke berichteten von ihren Erfahrungen bei der Gestaltung des Altarraumes und Taufortes. Nach dem Mittagessen führte die Route weiter ins südöstliche Mühlviertel nach Pergkirchen, wo die Gruppe von einem Kirchenpflegerkollegen, Herrn Johann Riederer, erwartet wurde. Die Pfarrkirche wurde 2009/10 renoviert; der Altarraum und Taufort von Katharina Struber neu gestaltet. Zentrales Leitmotiv der Neugestaltung war der hl. Martin als Kirchenpatron, dessen überlieferte Vita die Künstlerin zur Neugestaltung mit dem Leitthema „Die  Transzendenz des Teilens“ inspiriert hat.

Den Abschluss des Tages bildete die Besichtigung der Pfarrkirche in Katsdorf. Pfarrer Mag. Josef. Etzlstorfer erläuterte die Grundprinzipien der Altarraumgestaltung der Mühlviertler Bildhauerin Gabriele Berger. In Form eines zueinander in Bezug setzen von Formen und Linien gestaltete die Künstlerin auch die vier neuen Kirchenfenster, die symbolisch die vier Grunddimensionen von Kirche (Verkündigung, Liturgie, Koinonie und Diakonie) verkörpern. Mit einem Rucksack voll Impulsen, einem geschärften Blick und interessanten Erfahrungen und Begegnungen kehrten die angehenden KirchenpflegerInnen an ihre Wirkungsorte in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und die Steiermark zurück.

Das Fortbildungsmodul wurde von Dr. Martina Gelsinger und MMMag. Hubert Nitsch vom Kunstreferat der Diözese geleitet. 

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