Thursday 6. May 2021

Corona treibt Menschen in den Hunger

Bischof Manfred Scheuer im Austausch mit kirchlichen Hilfsorganisationen
Verteilung von Lebensmitteln in der Dem. Rep. Kongo

Die Not ist um Vieles größer, die Mittel, mit denen geholfen werden kann, sind geringer. Das ist die Herausforderung, vor der die kirchlichen Hilfsorganisationen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit und Mission jetzt stehen. Ob in Uganda, in Peru, auf den Philippinen, in Nepal oder in Indien: Zur Zeit geht es dort für Millionen von Menschen vor allem um eines: Überleben.

Mit Bischof Manfred Scheuer haben die Verantwortlichen der WELTHAUS-Mitgliedsorganisationen am 22. April die prekäre Lage erörtert. Wegen des mehrfache Lockdowns und der Corona-Schutzbestimmungen war es für die kirchlichen Organisationen schwierig, Spenden zu sammeln. Die Hilfsbereitschaft war dennoch großartig, konnten die Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen dem Bischof berichten. Die MIVA in Stadl Paura konnte in den meisten Sparten sogar Zuwächse verzeichnen. Besonders erfolgreich war die Fahrradaktion im Herbst 2020, bei der Dreiräder für körperlich beeinträchtigte Menschen angeschafft wurden. Auch sonst hielten sich Spendenrückgänge meist im Rahmen, sodass die Arbeit in den meisten Projekten fortgeführt werden kann, wenngleich unter sehr schwierig gewordenen Voraussetzungen.

Jetzt geht es vor allem um eines: dass die Menschen zu essen bekommen, und dass sie Medikamente bekommen. Für viele Kinder etwa in Kenia bedeutete bis vor einem Jahr die Schule die einzige Möglichkeit für eine warme Mahlzeit am Tag. Jetzt haben sie diese nicht mehr. In diesem Fall springt die Katholische Jungschar-Dreikönigsaktion mit Lebensmittelpaketen für Familien ein.

Doch man stößt an die Grenzen. Missionsschwester Elisabeth Brunmayr, die von der Missionsstelle in Linz unterstützt wird, erzählt aus Uganda: „Wir versuchen, in einzelnen Fällen zu helfen, wenn es möglich ist. Aber man muss es ertragen können, nur dem einen oder anderen helfen zu können.“

In Regionen, in denen eine kleinstrukturierte Landwirtschaft aufgebaut und gefördert wurde, ist die Situation deutlich besser. Dort können sich Menschen selbst versorgen. Das zeigt sich auch in Projekten der Aktion Familienfasttag der Kath. Frauenbewegung.

Die gemeinsame Erfahrung der Hilfsorganisationen: Vor allem die Armen wurden durch die Pandemie noch ärmer. Viele verdingten sich bisher als Tagelöhner. Doch sie bekommen seit einem Jahr keine Arbeit mehr, und es gibt weder – wie in Österreich – Arbeitslosengeld noch Kurzarbeit.

In den Slums und Hütten der Armen gibt es weder Handy noch Computer, Homeschooling wie in Europa ist nicht möglich.

„Die Situation schwankt zwischen Leben und Tod“, berichtet Basaliza Ithungu Florence, die Geschäftsführerin einer Partnerorganisation von Sei So Frei aus Kasese im Südwesten Ugandas. Die Preise hätten sich verdoppelt.

Auf den Philippinen kommt zu den großen wirtschaftlichen Problemen durch die Pandemie die politisch angespannte Situation dazu. Die Leute leben in Angst, können ihre Häuser nicht verlassen. In den Dörfern der philippinischen Cordilleren sind die Menschen nicht mehr in der Lage, sich mit Lebensmitteln zu versorgen, berichtet Jimmy Khayog, ein Projektpartner von Welthaus Linz. Seine Organisation verteilt jetzt vor allem Nahrungsmittel und Saatgut, um Selbstversorgung zu ermöglich.Anstellen um Lebensmittel auf den Philippinen

Dazu kommt: Fast einhellig erzählen die Hilfsorganisationen von einer Zunahme der Gewalt, nicht nur durch Polizei, sondern auch im privaten häuslichen Bereich, wie die Caritas etwa aus der Demokratischen Republik Kongo berichtet. Teenagerschwangerschaften nach Vergewaltigungen sind ein großes Problem in vielen Regionen.

Bischof Manfred Scheuer dankte den Organisationen für die Arbeit. In einer Grundhaltung der Hoffnung könne es gelingen, Solidarität zu fördern.

 

 

 

Unter „Welthaus Diözese Linz“ arbeiten folgende kirchliche Organisationen zusammen:

Aktion Familienfasttag der Kath. Frauenbewegung; SEI SO FREI der Kath. Männerbewegung OÖ.; Kath. Jungschar der Diözese Linz – Dreikönigsaktion; Kath. Jugend OÖ. - Aktion Teilen; Kath. ArbeitnehmerInnenbewegung OÖ. – Solidaritätsfonds; Caritas OÖ. – Auslandshilfe; MIVA - Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft; Missionsstelle der Diözese Linz; Missio Linz; Missionierende Orden

 

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Team

 Heribert Ableidinger-Schachinger
Heribert Ableidinger-Schachinger
Geschäftsführer , internationale Projekte
T.: 0732/7610-3270
M.: 0676/8776-3270
Mag. Matthäus Fellinger
Mag. Matthäus Fellinger
Ehrenamtlicher Vorsitzender
T.: 0732/7610-3271
M.: 0660/3198505
Mag.a Katharina Fernández-Metzbauer
Mag.a Katharina Fernández-Metzbauer BA
Referentin
(derzeit in Karenz)
T.: 0732/7610-3272
M.: 0676/8776-3272
 Viola Haas
Viola Haas
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T.: 0732/7610-3272
M.: 0676/8776-3272
 Julia Pichler
Julia Pichler
Referentin für Gäste, Schulen/Kindergärten und Gemeinden
T.: 0732/7610-3277
M.: 0676/8776-3277
Mag. Martin Stöbich
Martin Stöbich
Referent für Schulen, Öffentlichkeitsarbeit & epolmedia (Film)
T.: 0732/7610-3273
M.: 0676/8776-3273
 Sophie Winklberger
Sophie Winklberger
Referentin für epolmedia (Leitung, Literatur und Verleih)
M.: 0676/8776-3274
 Brigitta  Fuchshuber
Brigitta Fuchshuber
Sekretärin
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T.: 0732/7610-3271

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Kapuzinerstraße 84
Telefon: 0732/7610-3271
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