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15. Mai: Apg 15,1–35

   

 
Foto: Thomas Hinterholzer
 

Das Glasfenster aus der Kirche in Taizé zeigt den Gottesgeist in der Gestalt einer Taube. Der Heilige Geist durchzieht als Handlungsträger die gesamte Apostelgeschichte. Das erste christliche „Konzil“ regelte die Zulassungsbedingungen zum Christentum.

 

 

Diskussionen, Kompromisse und Heiliger Geist, der Grenzen überwindet

 

151  Es kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder:

Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst,

könnt ihr nicht gerettet werden.

2     Da nun nicht geringer Zwist und Streit zwischen ihnen

und Paulus und Barnabas entstand, beschloss man,

Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen

sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten

nach Jerusalem hinaufgehen.

3     Die Gemeinde gab ihnen das Weggeleit.

Dann zogen sie durch Phönizien und Samarien;

dabei berichteten sie den Brüdern von der Bekehrung der Heiden

und bereiteten damit allen Brüdern große Freude.

 

4      Bei ihrer Ankunft in Jerusalem wurden sie von der Gemeinde

und von den Aposteln und den Ältesten empfangen.

Sie erzählten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan hatte.

5     Da erhoben sich einige aus der Partei der Pharisäer,

die gläubig geworden waren, und sagten:

Man muss sie beschneiden und von ihnen fordern,

am Gesetz des Mose festzuhalten.

6     Die Apostel und die Ältesten traten zusammen, um die Frage zu prüfen.

 

7     Als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen:

Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch

die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund

das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen.

8     und Gott, der die Herzen kennt, hat dies bestätigt,

indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab.

9     Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen;

denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt.

10   Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe und legt den Jüngern

ein Joch auf den Nacken,

das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?

11   Wir glauben im Gegenteil, durch die Gnade Jesu, des Herrn,

gerettet zu werden, auf die gleiche Weise wie jene.

 

12   Da schwieg die ganze Versammlung.

Und sie hörten Barnabas und Paulus zu, wie sie erzählten,

welch große Zeichen und Wunder Gott durch sie

unter den Heiden getan hatte.

 

13   Als sie geendet hatten, nahm Jakobus das Wort und sagte:

Brüder, hört mich an!

14   Simon hat berichtet, dass Gott selbst zuerst darauf geschaut hat,

aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen.

15   Damit stimmen die Worte der Propheten überein, die geschrieben haben:

16   Danach werde ich mich umwenden

und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten;

ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten

und werde sie wiederherstellen,

17   damit die übrigen Menschen den Herrn suchen,

auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist –

spricht der Herr, der das ausführt,

18         was ihm seit Ewigkeit bekannt ist.

19   Darum halte ich es für richtig, den Heiden,

die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden;

20   man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzenopferfleisch

und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen.

21   Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkünder,

da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.

 

22   Da beschlossen die Apostel und die Ältesten

zusammen mit der ganzen Gemeinde,

Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus

und Barnabas nach Antiochia zu senden,

nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas,

führende Männer unter den Brüdern.

23   Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:

 

Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder

aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Kilikien.

24   Wir haben gehört, dass einige von uns,

denen wir keinen Auftrag erteilt haben,

euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben.

25   Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen

und zusammen mit unseren geliebten Brüdern

Barnabas und Paulus zu euch zu schicken,

26   die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,

ihr Leben eingesetzt haben.

27   Wir haben Judas und Silas abgesandt,

die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.

28   Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen,

euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge:

29   Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.

Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

 

30   Man verabschiedete die Abgesandten und sie zogen hinab nach Antiochia,

riefen die Gemeinde zusammen und übergaben ihr den Brief.

31   Sie lasen ihn und freuten sich über den Zuspruch.

32   Judas und Silas, selbst Propheten,

sprachen den Brüdern mit vielen Worten Mut zu und stärkten sie.

33   Nach einiger Zeit wurden sie von den Brüdern in Frieden

wieder zu denen entlassen, die sie abgesandt hatten.

34/35 Paulus aber und Barnabas blieben in Antiochia

und lehrten und verkündeten mit vielen anderen das Wort des Herrn.

 

 

Impulsfragen:

  • Vergleichen Sie die hier beschriebene Diskussion um die Beschneidungsfreiheit mit der Schilderung des Paulus in Gal 2,1–16. Welche Unterschiede in den Einschränkungen fallen Ihnen auf? Welche Rolle übernimmt Petrus/Kephas? Wie verhält sich Paulus?
  • Die frühe Kirche hat intensiv um die eigene Identität gerungen. Wie kommt es letztlich zur Entscheidung? Was kann das für heutige kirchliche Diskussions- und Entscheidungsprozesse bedeuten?
  • Verzicht auf Kontakt mit heidnischen Kulten, Speiseverbote und Regelungen im Bereich von Ehe und Sexualität – damit wollten sich Christ/innen nach außen hin abgrenzen. Was macht für Sie Christsein aus?

Reinhard Stiksel

 

 

 

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Herausgeber: Dr. Franz Kogler, Bibelwerk Linz, Pastoralamt, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz, Österreich
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Redaktion: Mag.a Klara Porsch
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