Sunday 14. July 2024

Rückblick auf die Jahrestagung

Ganzheitlich feiern mit allen Sinnen. Symbolhandlungen in der WGF

 

Rund 55 WGF-Leitende reflektierten und erprobten Symbolhandlungen in der Wort-Gottes-Feier.

 

Jahrestagung WGF Leitende 2024

Die Tagungsteilnehmer:innen

 

A.o. Univ.-Prof. Dr. Peter Ebenbauer und MMag. Saskia Löser, beide tätig an der Kath.-Theol. Fakultät in Graz, luden zu Beginn der Tagung ein, darüber nachzudenken, was "Gottesdienst feiern" bedeutet, was es heißt, zusammenzukommen, als ganzer Mensch vor Gott zu stehen.

 

Wir stehen als Ganzes im Dialog mit Gott. Gottes Dialog mit uns begann durch sein schöpferisches Wort, durch sein Wort leben wir überhaupt, gibt es uns und diese Welt. 

 

Aus diesem Dialog Gott-Mensch werden, so Ebenhofer, "dramatisch bewegte Szenen", das meint, dass wir zum Beispiel rituelle Formen kennen, wie wir Gottes Wort begrüßen. Dabei kombinieren wir verschiedene sinnliche Elemente: Bewegung in Form einer Prozession, Licht und Gesang. Hier steht nicht Information oder Diskussion im Vordergrund, sondern Anrufung oder Proklamation ( = feierliche Anrufung), Gebet als Dialog verstanden, Meditation mit unserem Körper und mit unseren Sinnen. Durch all das erhält das WORT eine symbolische Vertiefung. Ebenhofer: "Das gottesdienstliche Ritual ist in erster Linie eine Körperhandlung im Kreis der Feiernden."

 

Das Feiern des Gottesdienstes bleibt aber nicht Selbstzweck, denn wir sind berufen, die heilige Wirklichkeit Gottes weiterzusagen, anderen spürbar zu machen, in die Welt hinein zu bringen. Auch dabei ist die leibliche Dimension von Bedeutung.

 

 

Prof. Ebenhofer bei der Gottesdienstvorbereitung mit der ganzen Gruppe

 

Wir dürfen es wichtig nehmen, wie wir einzelne gottesdienstliche Elemente ausführen. Beim Singen ist uns das meist bewusst, dass es ein bisschen Übung braucht, dass man "trainieren" sollte. Auch für die anderen Ausdruckshandlungen gilt Ähnliches.

 

Ebenhofer verweist als einen wichtigen theoretischen Anknüpfungspunkt an SC 35: "Damit deutlicher hervortrete, daß in der Liturgie Ritus und Wort aufs engste miteinander verbunden sind [...]."

 

Saskia Löser

 

S. Löser nahm als Beispiel den Beginn des Gottesdienstes: Wie kommen wir an? Wie kommen wir vom Außen zum Innen? Was spüren wir beim Hineintreten in die Kirche? Der "Einzug eines jeden/einer jeden" ist ein Zusammenspiel der Sinne, von der Tauferinnerung durch das Weihwasser am Kircheneingang, dem vertrauten Klang im Raum, bis zum Platz, den man wählt. Im Einzug derer, die einen Dienst übernommen haben, steckt dieser Einzug eines jeden: Das freudige Unterwegssein, das innere Bereitmachen.

 

Neben dem Ankommen, blickte Löser auch auf die Lichtsymbolik und den Umgang mit dem Wort Gottes. Sehr eindrücklich ist es natürlich in der Osternacht, wenn das Licht einer Kerze im Zentrum steht und die Kirche erleuchtet. Wir feiern: Christus ist das Licht, er hat uns eingeladen, Licht für die Welt zu sein. Wir wenden uns einander zu, geben dieses Licht in der Feier und im Leben weiter und damit auch Gottes Zuwendung. Dieses Licht ist eines "des Friedens, der Gerechtigkeit und des Friedens", so Löser.

 

"Glaube", so Ebenhofer, "ist nicht nur Kopfsache." Kommunikation läuft nicht nur über Worte ab. Handlungselemente bergen in sich mehr als viele Worte. So rufe man sich mit der Berührung des gesegneten Wassers  das eigene Getauftsein ins Gedächtnis. Das ist ein individueller Akt, der aber im Raum der Gemeinschaft geschieht und damit in diese Gemeinschaft rückgebunden ist: Ich sehe und erspüre die anderen, so geschieht Begegnung untereinander, auch ohne viele Worte.

 

Es gelte eine gute Balance zu finden zwischen Wortelementen und Symbolhandlungen. "Eine Kurzpredigt kann stärker wirken, wenn sie hinführt zur Verehrung des Wortes Gottes, zur Tauferinnerung oder zu einem Segensritual." Ebenhofer fügte an, dass es im Laufe des Kirchenjahres Gottesdienste gibt, die mehrere Prozessionen enthalten. 

 

Die Tischgruppe mit einem neuen Lied

 

In drei Teilgruppen beschäftigten sich die Teilnehmer:innen dann mit dem Umgang des Wortes Gottes, der Lichtsymbolik bzw. der Tauferinnerung und überlegten, wie und ob sie das in ihrer eigenen Feierpraxis einbeziehen könnten. In der daran anschließenden Austauschrunde im großen Plenum tat es gut und war es sehr bereichernd zu hören, welche Symbolhandlungen in einzelnen Pfarren (Pfarrteilgemeinden) seit 20 Jahren gepflegt werden.

 

Mehrmals über den Tag verteilt, sang Mag.a Julia Matzinger mit den Teilnehmer:innen. Neues und Wunderbares aus dem Gotteslob wurde da miteinander ausprobiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Julia Matzinger lädt zum Singen ein

...und alle singen mit.

 

 

Es gab auch genügend Zeit um in der bereitgestellten Literatur zu Schmökern oder sich mit anderen Wort-Gottes-Feier-Leitenden auszutauschen.

 

Beim Gespräch in der Pause

 

Bücher und Broschüren wecken das Interesse

 

Und wie ist das in deiner Pfarrgemeinde? Wie geht es dir?

 

Der Nachmittag war sehr experimentell angelegt oder sehr zuversichtlich... - je nach Empfinden. In kleinen Tischgruppen wurde die abschließende Wort-Gottes-Feier vorbereitet und dann auch so gefeiert. Dabei flossen viele der zuerst angesprochenen Elemente ein. In manchen Tischgruppen gelang das sehr gut, andere haderten mit der kurzen Zeit, in der keine Grundsatzdiskussionen möglich waren.

 

 

Im Gottesdienst selbst gab es trotz dieser Spontaneität sehr dichte und berührende Momente. Unser Dank gilt MMag. Georg Wais an der Orgel, der sich 10 min vor Beginn der Feier auf die gewählten Lieder einstellen musste. In Erinnerung bleibt: Ein gemeinsamer Beginn rund um das Wasser der Tauferinnerung, ein wunderbarer Psalm und das Halleluja, eine szenische Umsetzung zum Evangelium, ein Lobpreis zur Berufung aus der Taufe.

 

Die nächste Jahrestagung findet am 24. Mai 2025 in Linz statt. Der Arbeitstitel: "Präsenz im Klang meiner Stimme".

 

Barbara Thielly

 

Und ein paar Rückmeldungen der Teilnehmer:innen:

 

"Herzlichen Dank für die tolle Veranstaltung am Samstag, (...)

Ich konnte mir (...) viel mitnehmen."   (Ulrike G.)

 

"...ein großer Dank an das gesamte Team für die Gestaltung der Jahrestagung am Samstag, 22. Juni im Priesterseminar! Die Referenten gaben wertvolle Impulse zur Gestaltung einer WGF-Feier und ich konnte im besten Sinne meinen Horizont im Bereich einer guten Feiervorbereitung erweitern."    (Ingeborg H.)

 


"Ein vergelt`s Gott für diesen wunderbaren

und hoch interessanten Tag."   (Josef S.)

 

 

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