Friday 9. December 2022

70 Jahre Mesner Gemeinschaft in der Diözese Linz

Die Mesner Gemeinschaft der Diözese Linz feierte am 27. September 2022 ihr 70-jähriges Bestehen im Pfarrzentrum Rohrbach. Auch Bischof Dr. Manfred Scheuer gratulierte und dankte den Mesner:innen für ihren wertvollen Dienst.

Vor 70 Jahren wurde die Mesner Gemeinschaft der Diözese Linz gegründet. Zu diesem besonderen Anlass lud sie am 27. September 2022 ins Pfarrzentrum Rohrbach ein. Mit einem Festvortrag und einem gemeinsamen Gottesdienst mit Bischof Dr. Manfred Scheuer wurde das Jubiläum gebührend gefeiert. Rund 100 haupt- und ehrenamtliche, aktive und ehemalige Mesner:innen folgten der Einladung. 

 

70 Jahre Mesner Gemeinschaft: Jubiläumsfeier im Pfarrzentrum Rohrbach

Rund 100 Mesner:innen feierten gemeinsam im Pfarrzentrum Rohrbach. © KiZ/JW 

 

Gemeinsam mit Georg Windtner, dem Leiter der Mesner Gemeinschaft in der Diözese Linz, blickte die Feiergemeinde auf 70 bewegende Jahre zurück. „Beim Mesnerdienst ist viel Absprache nötig – etwa mit Ministrant:innen, Lektor:innen und Kommunionhelfer:innen. Das Wichtigste ist, Freude an diesem Dienst zu haben. Der Mesner bzw. die Mesnerin ist vielerorts Ansprechpartner:in in kirchlichen Angelegenheiten. Der Mesnerdienst ist eine Berufung, bei der man mit Herz und Seele dabei sein muss. Ich bedanke mich bei allen Mesner:innen, die sich bereit erklärt haben, diesen Dienst zu übernehmen“, so Windtner.

 

(v.l.) Ines Schaupp-Steinhäusl und Georg Windtner bei der Jubiläumsfeier zu '70 Jahre Mesner Gemeinschaft' der Diözese Linz

(v.l.) Mag.a Ines Schaupp-Steinhäusl (Diözesane Referentin der Mesner Gemeinschaft und des pfarrlichen Personals) und Georg Windtner (Leiter Mesner Gemeinschaft der Diözese Linz) © KiZ/JW 

 

Auch Mag.a Ines Schaupp-Steinhäusl, Diözesane Referentin der Mesner Gemeinschaft und des pfarrlichen Personals, hob die Bedeutung des Mesnerdienstes für die Kirchengemeinschaft hervor: „Mesnerinnen und Mesner sind die gute Seele des Gotteshauses, Zeugen und Diener Gottes im Einsatz für seine Heilsbotschaft. Kaum eine Aufgabe im pfarrlichen Bereich ist so umfangreich und vielfältig wie der Mesnerdienst“, erklärte Schaupp-Steinhäusl. „Neben der Sorge um das Gotteshaus gilt es, die Feiern, die im Laufe des Kirchenjahres anstehen, sorgfältig vorzubereiten und die kostbaren Kunst- und Kulturgüter fachgerecht zu handhaben und zu pflegen. Es ist eine sehr zentrale und vor allem verantwortungsvolle Aufgabe in der Kirchengemeinschaft. Viele Mesnerinnen und Mesner leisten diesen wertvollen Dienst ehrenamtlich“, betonte die Referentin.

 

Im Hinblick auf die neuen Pfarrstrukturen in der Diözese Linz, bekennt Sebastian Hochradl, Leiter der Abteilung Pfarrverwaltung/Pfarrpersonal: „Es ist notwendig, den Platz des Mesnerdienstes in den neu entstandenen pfarrlichen Strukturen größerer Seelsorgeeinheiten zu definieren.“ Doch blickt er künftigen Aufgaben zuversichtlich entgegen. Gemeinsam wolle man „neue Herausforderungen flexibel meistern“, so Hochradl.

 

Sebastian Hochradl, Leiter der Abteilung Pfarrverwaltung/Pfarrpersonal

Sebastian Hochradl, Leiter der Abteilung Pfarrverwaltung/Pfarrpersonal bei seinen Grußworten © Diözese Linz/Ines Schaupp-Steinhäusl

 

Auch Martin Salzmann, Bundesvorsitzender der Österreichischen Mesner Gemeinschaft, der leider nicht persönlich anwesend sein konnte, brachte seine Glückwünsche in seiner – den Gästen vorgelesenen – Festrede, zum Ausdruck. „Der Wunsch nach einer Gemeinschaft, in der unsere gemeinsamen Interessen wahrgenommen werden, wo der Gedankenaustausch ermöglicht wird, und in der Kollegialität bis hin zur Freundschaft erfahren werden kann, war nicht nur die Antriebsfeder für die Gründer, sondern ist auch heute noch das Ziel der Mesner Gemeinschaft“, erklärte Salzmann. 

 

Bischof Scheuer: „Der Mesnerdienst ist Gottes-Dienst!“

 

Ein stärkender Zusammenhalt untereinander zeichnet die „Kultur“ der Mesner Gemeinschaft der Diözese Linz aus, wie auch Bischof Dr. Manfred Scheuer in seiner Predigt bei der anschließenden Festmesse in der Pfarrkirche Rohrbach bekräftigte. Er bedankte sich bei den Mesner:innen für ihren vielseitigen Dienst, der viel Sachkenntnis erfordere, und würdigte ihr Wirken im „gottesdienstlichen Raum“: „Die vielen Handgriffe, die ihr in eurem Dienst in der Sakristei, im Kirchenraum und bei der Vorbereitung der Liturgie verrichtet, werden in besonderer Weise zum ‚Gottes-Dienst‘, wenn sie aus Liebe geschehen, aus einer Haltung, die sagt: für dich! Es braucht bei allem, was wir Menschen als Aufgabe übernommen haben, diesen Durchblick auf Gott und auf die Menschen hin, eine Haltung, die im Tun bis zu einem Du durchzuschauen vermag. Eine solche Haltung lässt nicht nur die Arbeit selbst zum Gebet werden, sondern wird sicher auch zum Segen für eine Pfarrgemeinde“, sagte Scheuer.


Mesner:innen würden ihren Dienst oft jahrzehntelang versehen und in dieser Zeit vieles an Veränderung miterleben und mittragen, so der Bischof: „Der oftmalige Wechsel der Pfarrverantwortlichen und Seelsorger bringt immer auch Herausforderungen mit sich, etwa die Frage: Wer steht bei all den Veränderungen für Kontinuität, die eine Gemeinschaft braucht? Wer hält die Augen offen, dass wichtige Dinge nicht übersehen oder vergessen werden? Ich bin mir bewusst, dass nicht wenige Mesnerinnen und Mesner in solchen Situationen viel „zusammen-gehalten“ haben, oft unbemerkt und im Stillen. Auch dafür möchte ich heute ganz bewusst ein Dankeschön sagen.“


Nicht zuletzt seien Mesner:innen an ihrem Arbeitsplatz im Kirchenraum Ansprechpartner:innen für Kirchenbesucher:innen, wie der Bischof meinte: „Vielleicht seid ihr in manchen Situationen für Fernstehende sogar so etwas wie ein ‚Gesicht‘ der Kirche bzw. der Pfarre oder für andere manchmal der erste Mensch, mit dem man ins Reden kommt über einen Schicksalsschlag, über die Sorgen des Alltags. Der Mesnerdienst steht so gesehen nicht nur in besonderer Beziehung zum gottesdienstlichen Raum, sondern auch zum Sendungsauftrag der Kirche, zum Dasein für die Menschen, zum Bezeugen des Glaubens.“

 

Bischof Manfred Scheuer feierte mit den Mesner:innen die Festmesse in der Pfarrkirche Rohrbach

Bischof Manfred Scheuer feierte mit den Mesner:innen die Festmesse in der Pfarrkirche Rohrbach © Diözese Linz/Ines Schaupp-Steinhäusl


Mesner Gemeinschaft der Diözese Linz

 

Gegründet wurde die Mesner Gemeinschaft der Diözese Linz am 27. November 1952. Seit 1988 wird sie von Georg Windtner, Stiftsmesner in St. Florian, geleitet. Geistlicher Assistent der Mesner Gemeinschaft ist Dr. Josef Keplinger, Referent im Liturgiereferat. Mag.a Ines Schaupp-Steinhäusl, Diözesane Referentin der Mesner Gemeinschaft, und des pfarrlichen Personals, ist eine weitere zentrale Ansprechpartnerin für die Mesner:innen in der Diözese Linz. 
Insgesamt gibt es in der Diözese Linz rund 900 Mesner:innen, etwa gleich viele Frauen wie Männer. Der überwiegende Anteil übt den Dienst ehrenamtlich aus. 61 Mesner:innen befinden sich in einem regulären, 72 Mesner:innen in einem freien Dienstverhältnis. Auf die Pflege des persönlichen Kontakts legt die Mesner Gemeinschaft genauso viel Wert wie auf die Förderung des Glaubenslebens. Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen und jährliche Einkehrtage werden von Anfang an angeboten – und gerne angenommen, z. B. die Mesner-Ausbildung (in Kooperation mit der Kirchenpfleger:innen-Ausbildung), Mesner-Einkehr in der Fastenzeit, Mesner-Tag (zur fachlichen Weiterbildung und Vertiefung) oder ein dreitägiger Mesner-Ausflug.

 

Auch das Fachmagazin „Katholische Mesner“ trägt dazu bei, den Kontakt zu den Mesner:innen in den Pfarren aufrechtzuerhalten. Es dient vor allem der Kommunikation und verbindet alle Mesner:innen in Österreich wie ein Band miteinander. Seit etwa 40 Jahren erreicht dieses Medium viele Interessierte. Medieninhaberin ist die Österreichische Mesner Gemeinschaft, Herausgeber der Bundesvorsitzende Martin Salzmann. „Katholische Mesner“ erscheint vier Mal jährlich und präsentiert sich seit März 2021 in einem neuen Layout. Seit Herbst 2020 unterstützt die Diözesane Referentin der Mesner Gemeinschaft und des pfarrlichen Personals Mag.a Ines Schaupp-Steinhäusl das Redaktionsteam. Ihre Tätigkeit als Redakteurin übt sie ehrenamtlich aus. 

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