Montag 18. Dezember 2017
Seelsorgeraum Almtal

Es gibt Tage

 

Es gibt Tage,
da werden unsere Herzen still.
Stiller als sonst,
nachdenklicher, besinnlicher.
Da spüren wir uns selber
anders, tiefer, bewusster!

Da spüren wir unsere innerste Sehnsucht
nach Leben und Lieben dürfen,
nach Bewahrtsein und Heil.

Da wird uns die Sehnsucht unserer Seele
schmerzlich und auch berührend
bewusster als je zuvor.
Da spüren wir ihren Schmerz und ihr Weh,
ihr Glück und ihre Freude anders,
viel klarer und wesentlicher als sonst.

 

Solche Tage sind jene,
wo wir der Toten gedenken
und unsere Verstorbenen ins Licht
unseres Erinnerns rücken:
Da ahnen und hoffen und sehnen,
da glauben und vertrauen wir:

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde,
als wir zu verstehen vermögen:
Das Leben vermag nicht zu enden,
es wandelt sich nur!
Die Seele findet Heimat
in einem anderen Licht,
im göttlichen Licht
der grenzenloses Liebe Gottes.

Und wenn alles zu vergehen scheint:
die Liebe bleibt.

                    Marianne Pichlmann
 

Wenn ich die vielen kleinen Lichter sehe

 

Wenn ich die vielen kleinen Lichter sehe,
dann wird mein Herz froh und getrost:
So viele Hoffnungsfunken gibt es in der Welt,
so viele Liebesstrahlen durchglühen die Nacht,
so viele Leuchtspuren deines Himmels
fallen immer wieder in unsere Leben hinein.

In dieses dein Licht, guter Gott,
will ich mein Herz hineintauchen.
Aus diesem Licht will ich Trost schöpfen und Kraft
und meine Liebe hinfließen lassen zu jenen,
die auf dem Weg sind hinein in dein Licht.

 

Liedruf: Du bist Licht und du bist Leben....

 

Wenn ich die vielen Lichter sehe, guter Gott,
dann wird mein Herz still und staunend.
So viele kleine Durchblicke gibt es in dieser Welt,
so viele kleine Durchbrüche,
die wie Löcher in den Himmel sind
und mir erzählen, dass es hinter dieser Welt
eine ganz andere gibt, eine viel größere, weitere.
Eine Welt des Lichtes und der Liebe,
deine Welt, guter Gott, deinen Himmel.

An dieses Licht will ich glauben,
wenn es dunkel in mir ist,
dieses Licht will ich bewahren,
wenn die Angst mich überfällt,
dieses Licht will ich in meinem Herzen bergen
und in ihm will ich all meine Lieben,
die Lebenden und die Verstorbenen bergen.

 

Liedruf: Du bist Licht und du bist Leben....

 

Wenn ich die vielen Lichter sehe, guter Gott,
dann wird mein Herz groß und weit,
hoffnungsvoll und demütig.
Du bist es, der in unserer Mitte ist.
Du bist es, der uns liebend berührt.
Du bist es, der uns Leben schenkt und Auferstehung.
Du bist die Liebe, die uns alle umfängt.
Dafür danken ich dir, guter Gott
und lasse mein Herz voll Trost in dir ruhn.        

 

Liedruf: Du bist Licht und du bist Leben....

 

 

                                   Marianne Pichlmann

Segen über den Gräbern

Allmächtiger und ewiger,
liebender und starker Gott:

 

Segne unsere Gräber und gieße
deinen Segen aus über alle,
die bereits von uns gegangen sind
und nun in deinem Lichte leben.

Wir glauben,
dass ihre Schicksale in deiner Hand
gehalten und geborgen sind.
Umfangen sind sie von dir,
umhüllt von deiner Liebe,
getröstet und geheilt,
ganz gemacht und vollendet.
Lass uns von diesem Glauben
getröstet sein.

 

Allmächtiger und ewiger,
liebender und starker Gott:

 

Segne unsere Gräber und gieße
deinen Segen aus über uns alle,
die wir an diesen Gräbern stehen.
Vieles an Schicksal haben wir ererbt,
vieles an Vergangenheit belastet noch,
vieles im Erinnern an die Verstorbenen
erfüllt mit Liebe und Dankbarkeit
und vielleicht noch immer mit Traurigkeit.

Gott, segne du all unsere Gedanken
und lass den Lichtstrahl deiner Liebe
in unsere tiefsten Gefühle hinein fallen.
Berühre uns mit deinem himmlichen Trost
und gib, dass alles, was in uns ist
an Schicksal und Freiheit
zum Weg der Hoffnung werde.


Allmächtiger und ewiger,
liebender und starker Gott:

 

Segne unsere Gräber und gieße
deinen Segen aus über unsere Zeit,
über alles Vergangene und alles Kommende,
über alles Gewesene und alles Erhoffte.

Lass uns in den Schicksalen unserer Zeit
ihre Herausforderungen erkennen
und gib, dass wir uns auf die Suche machen
nach den Möglichkeiten, die uns gegeben sind
und nach den ungeahnten Weiten deiner Liebe.

Sei du der Trost unserer Vergangenheit,
die Kraft unserer Gegenwart
und die Hoffnung unserer Zukunft,
auf dass unser Sehnen und Suchen
ein Ziel habe und nicht ins Leere geht.
 

Allmächtiger und ewiger,
liebender und starker Gott
:

 

Segne unsere Gräber und gieße
deinen Segen aus über alle, die in Nöten sind
oder von Schicksalsschlägen erschüttert:

Über den Kranken und Sterbenden,
über die Verzagten und Hoffnungslosen,
über die Trauernden und Einsamen,
über die Verlassenen und Vergessenen,
und über jedem Menschenherz,
dessen Not und Sehnsucht du allein kennst.

Schenke Mut und Vertrauen, Gott,
und lass den Glauben und Mut unserer Vorfahren
auch zu unserem mutigen Glauben werden.

 

Allmächtiger und ewiger,
liebender und starker Gott:

 

Segne unsere Gräber und gieße
deinen Segen aus über uns alle!

Lass uns Menschen der Hoffnung sein,
Menschen, die lieben können und glücklich sein,
Menschen, die trauern können und fröhlich sein,
Menschen, die weinen können und lachen,
Menschen, die vergeben können und versöhnt sind.

Lass uns Menschen sein,
die in dir einen Vater haben in ihren Gebeten,
einen Helfer in ihren Ängsten,
einen Gott in ihren Schreien,
und eine große Liebe in ihrer Sehnsucht.
Amen.

 

                                                   Marianne Pichlmann


 

Ich will nicht beten, mein Gott, ...

 

 

Ich will nicht beten, du mein Gott,
dass du die Trauer von mir nimmst
und mich vor dem Schmerz bewahrst.
Denn Trauer und Schmerz
sind die Schatten der Liebe
und nur, wer nicht liebt,
entkommt auch dem Schmerz.

 

Ich bitte dich aber, dass du
meine Trauer verwandeln mögest
in unzerstörbare Hoffnung
und eine stille Freude darüber,
dass all die Lieben, die mir fehlen,
eingebettet sind in dir
und dass wir einander verbunden bleiben.

                           

Ich bitte dich, mein Gott,
um die gläubige Gewissheit,
dass wir uns alle wiederfinden in dir,
der du uns nahe bist
und dem nahe zu sein
unsere letzte Sehnsucht stillt.

 

                                          Marianne Pichlmann

 

Wie gut

Wie gut, dass es die Hoffnung gibt,
die nach jedem Dunkel der Verzweiflung
aufbricht wie die Sonne nach einer kalten Nacht.
Die Hoffnung auf Leben,
die Hoffnung darauf, dass alles anders wird,
neu, heil und gut.

 

Wie gut, dass es die Tränen gibt
in den Tagen der Verlassenheit,
der Einsamkeit und Not.

Sie sind Geschenke der Liebe,
die unserem Herzen Erleichterung bringen
und hinwegwaschen, was uns so tief bedrückt.

 

Wie gut, dass es das Licht gibt!
Jenes ewige, unendliche, grenzenlose,
jenes warme und bergende,
jenes leuchtende und lockende Licht,
das dem Herzen Gottes entspringt
und das nichts als Liebe ist.

 

Wie gut, dass uns dieses Licht ausgestellt ist,
wenn wir den Weg nach Hause suchen.
Wie gut, dass dieses Licht in unseren Herzen wohnt:
So ist es uns niemals ferne
und wir brauchen nur in uns zu gehen,
um uns daran zu wärmen
und in ihm Trost zu finden.
 

Wie gut, dass Gott unser Licht ist.

                                                                     Marianne Pichlmann

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