Samstag 23. Februar 2019
Seelsorgeraum Almtal

Valentins-Segensfeier

In der warmen, nur vom Kerzelicht erleuchteten Atmosphäre der Bertholdkapelle, umrahmt vom wunderschönen Gesang von Julia und Michael Dernberger-Wurm wurde dieser Valentinsgottesdienst mit dem Titel "Der Liebe das Wort" wahrhaft ein Feiern der Liebe. Hier die Texte zum Nachlesen.

Texte des Segensgottesdienstes

 

Einleitung:
Wir haben uns heute hier in der Bertholdkapelle eingefunden, um die Liebe zu feiern. „Der Liebe das Wort“, so haben wir diesen Valentins-Gottesdienst genannt und so wollen wir es auch halten. Lieben zu dürfen und geliebt zu werden ist wohl das Kostbarste unseres Lebens. Dieses Lieben hat viele Namen und Gesichter, viele Formen und Phasen und gehört zugleich zum Stärksten, aber auch zum Verletzlichsten unseres Lebens.

Wenn ihr / wenn sie heute hierhergekommen sind mit dem Partner, der Partnerin, dem Mann, der Frau, dem Lebensgefährten, der Lebensgefährtin, dem Freund, der Freundin, so wohl darum, weil wir wissen, wie kostbar die Liebe ist. Wie sehr sie des Schutzes und Segens bedarf, aber auch der Erinnerung und der Vergegenwärtigung, der Erneuerung  und des dankbaren Feierns. Und dazu laden wir nun herzlich ein:

 

  1. Sprecherin: (Vom Zauber der Liebe)
    Augen begegnen einander, staunend, erschreckt, entzückt. Hände tasten, Zärtlichkeit erwacht. In der Zartheit dieser Nähe wächst langsam Vertrautheit, Schönheit, Empfindsamkeit. Der Zauber der Liebe berührt unser Herz und gibt uns den Mut, offenen Auges zu träumen. Den Mut, es mit dem Leben aufzunehmen. Den Mut, Neues zu wagen und der Liebe zu vertrauen.

    Liedruf:  Wechselnde Pfade, Schatten und Licht: Alles ist Gnade. Fürchte dich nicht.
     
  2. SprecherIn: (Liebe ist Gefühl und Sehnsucht)
    Es sind Stimmungen, Träume, Sehnsüchte und Gefühle, mit denen die Liebe in unser Herz einzieht und uns bewohnt. Diese bewegen uns, treiben uns, wirbeln uns durcheinander, weiten unseren Blick hinein in die Weite einer Wirklichkeit, die größer ist als wir selbst. Wahre Liebe berührt uns am Grund unseres Herzens, öffnet uns den Blick für das Wesentliche und erfüllt uns mit tiefer Freude. Geliebt zu sein und Lieben zu dürfen gehören zu den kostbarsten Erfahrungen des Lebens. Das Empfinden der Liebe ist die lebendigste, die schönste, die reinste Kraft in uns!

    Liedruf:  Wechselnde Pfade, Schatten und Licht: Alles ist Gnade. Fürchte dich nicht.
     
  3. SprecherIn: (Liebe macht empfindsam)
    Wer liebt, der macht sich angreifbar  und verletzlich. Im sich Öffnen und Verschenken der Liebe eröffnen wir einander unser innerstes Sein und geben unsere empfindsamsten Stellen preis. Wir lassen die Panzer fallen und öffnen einander schutzlos das Herz. Nirgends sonst ist daher der Mensch so verletzlich, als wenn er sich liebend gibt und darin verraten  oder verwundet wird. Nirgends sonst ist ein Mensch so empfindsam, als wenn Liebe sein Herz berührt.
    So ist alles Lieben Geschenk und Wagnis  zugleich.

    Liedruf:  Wechselnde Pfade, Schatten und Licht: Alles ist Gnade. Fürchte dich nicht.
     
  4.  SprecherIn: (Vom Schmerz der Liebe)
    Diese Empfindsamkeit gehört zum Schmerz der Liebe und auch zu ihrem Leid. „Liebe irgendetwas, und es wird dir bestimmt zu Herzen gehen oder gar das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustößt, dann darfst du es nie verschenken …“ Wer aber sein Herz verschenkt, der weiß, dass Liebe immer auch mit Leid verbunden ist. Mit Mitleid, mit Sorge, mit Weh, mit verletzten Gefühlen, mit Enttäuschung und einem lebenslangen Binden und Lösen, sich Verlieren und Finden, Wachsen und Reifen. Wer ein wahrhaft liebender Mensch sei und werden will, kommt am Schmerz nicht vorbei.

    Liedruf:  Wechselnde Pfade, Schatten und Licht: Alles ist Gnade. Fürchte dich nicht.
     
  5. SprecherIn: (Von der Notwendigkeit zur Vergebung)
    Es gehört zur Erfahrung der Liebe, dass all unser Lieben ein gebrochenes, unzulängliches und noch werdendes ist. Immer wieder verletzen wir einander, tun wir einander weh, verraten einander oder erfahren schmerzliches Nichtverstehen.
    Es ist der Schmerz menschlicher Liebe, dass sie niemals vollkommen ist. So wollen wir heute unsere Begegnung nutzen, um einander um Vergebung zu bitten für alles, was wir einander angetan haben und wo wir einander immer neu verletzen.
     

Wir lassen dazu einfach ein bisschen Zeit, ein bisschen Stille. Wer dem anderen etwas sagen will, der kann dies nun auf seine Weise auch tun.
 

Wir bitten auch Gott um Vergebung für alles, wo wir der Liebe Gewalt angetan haben und legen alles in seine liebenden Hände hinein, dass er es uns vergeben möge, und dass er heilen und versöhnen möge, was unheil und verwundet zwischen uns ist.

 

      Liedruf:  Wechselnde Pfade, Schatten und Licht: Alles ist Gnade. Fürchte dich nicht.

  1. SprecherIn: (Alle Liebe ist aus Gott)
    In all unserem Lieben sind wir nicht alleine, sondern gehalten und getragen, genährt und gestärkt, behütet und gesegnet von dem, der selbst die Liebe ist. Denn wir haben unsere Liebe nicht aus uns selbst, sondern sie stammt aus Gott. Gott ist die Liebe. Wo wir die Liebe berühren und von ihr berührt werden, berühren wir Gott, werden wir von Gott berührt.  Es ist das Wesen der Liebe, dass sie aus Gott stammt und den Glanz des Ewigen und Göttlichen in sich trägt.


Lied: Gott ist nah ...

 

  1. SprecherIn: Aus Gottes Liebe schöpfen
    In diesem Lieben sind wir heute da. Mit dem Gefährten, der Gefährtin, die mir geschenkt ist. Eingebettet in die Liebe Gottes sind wir da, um aus dem Reichtum seiner Liebe zu schöpfen und uns an ihr zu nähren und zu stärken. Umhüllt von Gottes Barmherzigkeit und Treue erwarten wir das Heilende und Heilsame, das Stärkende und Beglückende, das Überfließen der ewigen Liebe hinein in unser Herz und unsere Beziehung.

    Und so wollen und dürfen wir beten:
     

Gebet: Gott, der du die Liebe bist,
            dir vertrauen wir unser eigenes Lieben an.
            All unser Glück und unsere Freude aneinander,
            unsere Liebesfähigkeit und unsere Bereitschaft,
            einander von Herzen gut zu sein,
            wissend, dass alle Liebe Geschenk von dir ist.
            Dir vertrauen wir aber auch all die Gebrochenheit
            unseres Liebens an und bitten dich um deine heilende Kraft,
            auf dass wir einander immer mehr zum Segen werden.
            Amen.
 

[M1] Lesung: Das Hohelied der Liebe


Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg,

einen, der alles übersteigt:

Wenn ich in den Sprachen

der Menschen und Engel redete,

hätte aber die Liebe nicht,

wäre ich dröhnendes Erz

oder eine lärmende Pauke.

 

Und wenn ich prophetisch reden könnte

und alle Geheimnisse wüsste

und alle Erkenntnis hätte;

wenn ich alle Glaubenskraft besäße

und Berge damit versetzen könnte,

hätte aber die Liebe nicht,

wäre ich nichts.

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte,

und wenn ich meinen Leib dem Feuer überg.be,

hätte aber die Liebe nicht,

nützte es mir nichts.

 

Die Liebe ist langmütig,

die Liebe ist gütig.

Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht,

sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig,

sucht nicht ihren Vorteil,

lässt sich nicht zum Zorn reizen,

trägt das Böse nicht nach.

Sie freut sich nicht über das Unrecht,

sondern freut sich an der Wahrheit.

 

Sie erträgt alles,glaubt alles, hofft alles,

hält allem stand.

Die Liebe hört niemals auf.
 

 

            Ansprache: Marianne Pichlmann

 

  • Einladung: Wir lassen jetzt Zeit, stimmen uns ein auf unseren Partner, unsere Partnerin und schauen, was wir einander zu sagen haben: Es ist jetzt Zeit, dem anderen ein paar Worte in das Kärtchen „Liebes-Erklärung“ zu schreiben, es ist Zeit, dem anderen etwas zu sagen oder ins Ohr zu flüstern dem anderen an der Hand zu nehmen und im Schweigen das Dasein zu genießen und auch Zeit, um meine Gedanken zu jenen Menschen hingehen zu lassen, die ich liebe.

 

Währenddessen Musik oder Liebeslied:

 

Einladung zum Lesen des Textes aus dem Kärtchen
 

Du, mein Gefährte, meine Gefährtin,
du mein Geliebter, meine Geliebte.
Dankbar nehme ich dich an als Geschenk Gottes,
als kostbare Gabe des Lebens an mich.


Geliebt von dir
darf ich mutig und stark mein Leben wagen.
Meine Liebe soll auch dir Mut machen
und Kraft geben und Freude bereiten
und dich spüren lassen,
dass du ein geliebter Mensch bist,
ein Geliebter, eine Geliebte Gottes zugleich.

Ich will behutsam mit dir sein
und dich achten und respektieren.
Ich will dich sein und werden lassen
nach dem Bild, das Gott in dir angelegt hat.
Ich will dich liebend- warm beschützen
und für dich da sein, wo immer du mich brauchst.

Immer neu will ich mit dir die Liebe wagen,

die Zärtlichkeit heißt und Trost,

Annahme und Verständnis,

Achtsamkeit und Geduld,

Vergebung und Barmherzigkeit,

Mitgefühl und Empfindsamkeit,

Geborgenheit und Vertrauen und auch Mut.
 

Hab Dank, dass es dich gibt.
Ich habe dich lieb. Ich liebe dich.
 

Liebeslied:

Fürbitten:

 

  • Gott der Liebe. Schenke den Liebenden in all ihren Lebensphasen Kraft, Mut und Phantasie, um immer wieder neu den guten Weg in eine erfüllte Zukunft zu finden.
     
  • Gott der Liebe. Erhalte in allen Paaren die Fähigkeit zu partnerschaftlicher Liebe, zu Zärtlichkeit, Hingabe und Vertrauen und begabe sie zu verantwortungsvoller und erfüllender Sexualität in gegenseitiger Achtsamkeit und Ehrfurcht voreinander.
     
  • Gott der Liebe. Schenken allen Paaren, die in Krisen stecken, viel Mut und Weisheit, um ihre Beziehung zu klären, einander zu verzeihen und immer wieder neu aufeinander zuzugehen.
     
  • Gott der Liebe. In Stille wollen wir dir nun auch noch unsere ganz persönlichen Bitten und Anliegen anvertrauen. (Stille)

 

Vater unser: gesungen

Friedensgruß:

 

Segen - dreigestuft

 

  • Allgemeiner Segen

      Gott, der Liebende und Zärtliche, er segne euch,
      auf dass euer Lieben bewahrt bleiben möge
      durch die Gezeiten des Lebens hindurch
      und ihr einander Freude und Segen seid.


      Gott, der Liebende und Starke, er segne euch,
      auf dass die Kraft der Liebe in eurem Herzen nie versiegen möge
      und ihr mutig und stark füreinander da seid
      und einander zugetan in schönen wie in schweren Zeiten.

 

Gott, der Liebende und Treue, er segne euch,
auf dass ihr treu den Weg zu gehen wagt,
den Gott selbst euch weist.

 

      So segne und behüte euch....

 

  • Einladung zum gegenseitigen Segnen
     
  • Paarsegnung:

Gott, der Euch zur Liebe begabt hat,
er wende sich euch liebend zu
und behüte und segne euch und euren Weg.
Amen.

 

Schlussgebet:      Gott, der du die Liebe bist,
                              überfließend und überströmend,
                              es ist dein Werk, das dich verherrlicht,
                              wenn Menschen einander lieben
                              und in Liebe zueinander stehen.
                              Wir bitten dich: Öffne unser Herz immer neu
                              für den Weg der Liebe und lass uns einander
                              auf diesem Weg ein Segen sein.
                              Amen.
                             

Einfacher Schlusssegen:

 

Segenslied


 

 

© Marianne Pichlmann

 

 


 [M1]

 

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