Wednesday 27. January 2021

Besinnliches

Texte von Ulrich Schaffer u.A.

 

Für nicht kommerzielle Zwecke wie z. B.  den Abdruck im Pfarrblatt sind diese Texte mit Angabe des jeweiligen Autors frei verwendbar.

 

Zu Weihnachten wünsche ich mir...“

Zu Weihnachten wünsche ich mir,

dass wir die Weihnachtsgeschichte nicht wiederholen,

sondern dieses Jahr eine neue schreiben.

 

Ich wünsche mir,

dass die Josefs und Marias unserer Zeit

eine gute, würdevolle Herberge finden

und nicht in Flüchtlingsquartieren verstaut werden.

 

Ich wünsche mir, dass der Herodes unserer Zeit

keine Angst vor unschuldigen, schwachen Menschen hat,

sondern neue Herausforderungen verantwortungsbewusst und solidarisch angeht.

 

Und ich wünsche mir, dass die Sterndeuter unserer Zeit

unermüdlich ihre Stimme erheben

für das Heilige und das Bedrohte in unserer Welt.

 

Nur bei einer Sache wünsche ich mir,

dass es wieder Weihnachten wird wie schon seit 2000 Jahren:

Ich wünsche mir, dass auch die Hirten unserer Zeit

auf den Engel hören, der sagt: „Fürchte dich nicht!“.

                                                                                 Jakob Foissner

                                                                       Pastoralassistent im Bereich Flucht und Asyl

Wie Gott uns gedacht hat

 

Was wäre, wenn…
… wir wirklich DAS leben und umsetzen,
wovon unser Glaube spricht?
… die Liebe das Sagen hat und unsere
Waffen im Alltag schweigen?
… wir auf unsere innersten Sehnsüchte
hören und diese verwirklichen?
… wir Advent und Weihnachten zum Anlass nehmen,
und unser Leben neu ausrichten?
… das Wort Gottes durch unser Tun spür- und erfahrbar wird?
 

Wir müssten Konsequenzen ziehen.
Uns selbst gründlich unter die Lupe nehmen.
Fragen, wie Gott uns gedacht hat.
Unseren eigenen Auftrag und unsere Mission erkennen.

Wir wären in Bewegung, in Begegnung und in Liebe.
Ausgerichted auf- und zueinander.
Auf der Seite derer, die uns brauchen.
Nachfolger - auf den Spuren Jesu.
Glaubwürdig und authentisch.
Mitten im Leben - wir selbst.

                                                                   Angelika Sollak,
                                                                  Pastoralassistentin im Projekt Menschlichkeit
                                                                  für Flüchtlinge und MigrantInnen im Dekanat Schwanenstadt

 

In der anderen Hautfarbe,
in dem anderen Glauben
in den anderen Gewohnheiten,
in der anderen Sprache,
lerne ich überhaupt erst,
wer ich bin.
Ich begreife mich
in dem Asylsuchenden,
in dem Andersgläubigen,
in der andersfarbigen Haut.

 

Es ist kein besonderes Verdienst,
keine Leistung, nichts Erwähnenswertes,
dass ich die Hand ausstrecke -
es gehört zum erwachsenen Menschsein.
So finde ich mich,
und so werde ich endlich der Bruder,
der ich längst in.
Und du kannst die Schwester sein,
auf die jemand wartet.

                                                                                 Ullrich Schaffer
                                                                                 aus: Wenn Fremdes uns Angst macht

                                                                                  

In der Andersartigkeit derer,
mit denen ich lebe,
liegt meine Chance,
herauszukommen
aus der Enge meiner Geschichte,
aus der Begrenzung meiner Vergangenheit,
aus meinen Vorurteilen,
aus der Vordergründigkeit meines Glaubens,
um dann zu spüren,
dass die Welt viel größer ist,
als ich bisher dachte
und denken konnte.

                                                                           Ullrich Schaffer
                                                                           Wenn Fremdes uns Angst macht
                                                                     
                                                                                                                                    

Etwas ist uns fremd,
weil wir uns selbst
immer wieder fremd sind.
In uns tragen wir das Unbekannte,
an das wir uns nicht herantrauen.

Ich will versuchen,
das Fremde in mir heimzuholen,
mich mit ihm anzufreunden
und die Angst vor ihm zu verlieren.

Vielleicht habe ich dann weniger Angst,
vor dem Fremden, das sich mir nähert,
in der Form eines Menschen,
eines anderen Glaubens,
einer mir unbekannten Gewohnheit.

                                                                     Ullrich Schaffer
                                                                     aus: Wenn Fremdes uns Angst macht

 

So seltsam die anderen
für mich sind,
so seltsam bin ich auch
für die anderen.
So, wie ich an ihnen leide,
so leiden sich auch an mir.

 

So verloren ich mich fühle,
wenn ich verachtet werde,
in einem fremden Land,
in einer fremden Sprache,
in Gewohnheiten, die ich nicht kenne,
in Fragen, über die ich nicht nachgedacht habe,
so verloren fühlt sich auch der Mensch,
den ich verachte, weil er
in meinem Land fremd ist.

 

Für uns alle
ist die Welt zuweilen fremd.
Es ist nur eine Frage
der Stunde, des Ortes
und der Umstände.

 

                                                                               Ullrich Schaffer
                                                                               aus: Wenn Fremdes uns Angst macht

 

Begegnungen

Übersichtskarte Begegnungsräume

Begegnungsräume können viele Gesichter haben: Sprechcafes, Flüchtlingsheime oder Initiativen. Hier eine Übersicht...
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für Flüchtlinge und MigrantInnen
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Katholische Kirche in Oberösterreich
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