Mittwoch 26. September 2018

Bischöfe fordern Hilfen für Menschen mit Downsyndrom

Österreichs Bischöfe haben zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung 2017 zu mehr Wertschätzung und Hilfen für Menschen mit Downsyndrom aufgerufen.

Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz

 

Menschen mit Trisomie 21 sollten "eine vitale Rolle in unserem Leben und unserer Gemeinschaft spielen", erklärten sie zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung von 13. bis 16. März 2017 in der Vorarlberger Propstei St. Gerold. Aus Anlass des Weltdownsyndrom-Tages am 21. März mahnten die Bischöfe zugleich von bedrohlichen Tendenzen einer "latent vorhandenen eugenischen Grundhaltung" in der Gesellschaft. Diese sei zutiefst abzulehnen.

 

Ausdrücklich loben die Bischöfe die gerade in der Steiermark anlaufenden Wettkämpfe Special Olympics World Winter Games: Sie machten deutlich, wie viel Lebensfreude und Teamgeist Menschen mit Downsyndrom haben können und zu welchen sportliche Leistungen sie fähig sind. Inklusion sei eine "Bereicherung für jede Gemeinschaft und Gesellschaft", da jedes Leben wertvoll und jeder Mensch ein Geschenk ist, zitieren die heimischen Kirchenspitzen Papst Franziskus, der im Februar 2017 eine Special-Olympics-Abordnung empfangen hatte. 

 

Im klaren Widerspruch dazu steht für die Bischöfe, dass bei den Schwangerenuntersuchungen immer mehr nach Menschen mit Downsyndrom "gefahndet" wird - "vielfach mit subtilem Druck auf die Frauen". "Behinderung wird dabei als Störfaktor für ein geglücktes menschliches Leben abqualifiziert und gleichzeitig wird das scheinbare Ideal eines 'genetisch unauffälligen Kindes' geschürt", kritisieren die Bischöfe. Die sich zunehmend ausbreitende Fortpflanzungsmedizin und deren "Geschäft mit den Hoffnungen der Menschen" fördere diese Entwicklung. 

 

Das mediale Bild von Downsyndrom ist ambivalent, stellen die Bischöfe mit einem Verweis auf Frankreich fest: Dort sei im November die TV-Ausstrahlung des prämierten Kurzfilms "Dear future mom" verboten worden, da die Positivdarstellung von Menschen mit Trisomie 21 für Frauen bei Abtreibungs-Entscheidungen "verstören" könnte.

 

 

Die Moderation der Wettervorhersage durch eine Frau mit Downsyndrom beim Kanal "France 2" sei demgegenüber ein "erfreuliches Zeichen", könne aber nicht "über den Nachgeschmack einer beklemmenden Grundhaltung hinwegtäuschen".

 

 

Offenheit, Unterstützung und Wertschätzung seien wichtig, fordern die Bischöfe. Eltern und Kinder bräuchten einen Abbau bürokratischer, sozialer und finanzieller Hürden und anstelle dessen Zugang zu Förderungen. Schließlich zeige der Umgang mit Menschen mit Behinderung, Krankheit oder altersbedingter Gebrechlichkeit "das Maß wahrer Menschlichkeit in einer Gesellschaft".

 

Quellenangabe:

kathpress.at (2017): Bischöfe fordern Hilfen für Menschen mit Down-Syndrom. URL: https://www.kathpress.at/goto/meldung/1482420/bischoefe-fordern-hilfen-fuer-menschen-mit-down-syndrom [Stand: 03/2017]

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Berührt mich!

„Ich leide nicht unter dem Downsyndrom,

sondern ich habe es...

Ich liebe Menschen mit Downsyndrom!

sagt Monika.

 

(Haab, Georg: Am liebsten hab' ich feiern.

In: Schatten & Licht, 04/2009)

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