Monday 22. April 2019

Caritas - Wie ist denn das?

Eine Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit den Schwächsten im Land umgeht. Papst Franziskus spricht von einer Solidarität mit den Armen – und genau das ist es, worauf wir uns öfter besinnen sollten, meint der Dekanatsrat der Katholischen Kirche in Wels.

Zum wiederholten Male ließen uns Wortmeldungen mancher Politiker zur Arbeit in den Sozialvereinen aufhorchen. Abseits jeder sachlichen Grundlage wird polarisiert und werden Menschen angeprangert. Dieser „neue Stil“ richtet sich schon seit längerem vermehrt gegen die Schwächsten unserer Gesellschaft und gegen jene, die sich für die Schwachen stark machen.

Der jüngste Angriff galt der Caritas und wird sich vielleicht auf weitere Organisationen ausweiten, die sich ähnlichen Wertvorstellungen verpflichtet fühlen. Entgegen den einschlägigen Vorwürfen möchten wir folgendes festhalten: Die Caritas war und ist immer für Menschen da, die Unterstützung und Hilfe dringend benötigen. Mit profitorientierter Konzernarbeit hat das rein gar nichts zu tun. Die Gelder werden immer für Menschen verwendet, die aus welchem Grund auch immer vorübergehend oder andauernd nicht für sich sorgen können. Zum Beispiel:

  • Zufluchtsstätte für von Gewalt bedrohte Frauen und deren Kinder
  • Schlafsäcke für Obdachlose
  • Medizinische Grundversorgung für Menschen ohne Sozialversicherung
  • Betreuung von psychisch Kranken
  • Sorge für Menschen mit Beeinträchtigung
  • Unterstützung von Menschen in den (Wieder-) Einstieg in die Erwerbsarbeit
  • und ja, auch Flüchtlinge, die ihr bisheriges Leben nicht weiter leben können.

Wir sollten uns bewusst werden, dass derartigen Ausnahmesituationen in unserem näheren Umfeld auftreten können und niemand davor gefeit ist. Verlust der Arbeit, Unfall, Krankheit, Depression – jeder Mensch kann im Lauf seines Lebens in Krisen kommen, die ihm sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegziehen. Damit keiner ins Bodenlose fällt, brauchen wir Organisationen, die sich hier als Fangnetze aufspannen und wieder Starthilfe geben. Im Jargon des „neuen Stils“ werden diese gesellschaftlich unerlässlichen Fangnetze zu Hängematten umgedeutet.

Weil wir darin einen Angriff auf ein gutes und wertschätzendes Miteinander sehen, müssen wir gegen diese Art von Spaltung aufstehen und ermutigen, mit aufzustehen. Anstelle von strategischer Polemik fordern wir von den politischen Vertretern eine Rückkehr zur sachlichen Debatte. Und ebenso fordern wir eine Besinnung zum alten Stil von Humanität, Solidarität und Nächstenliebe. Langfristig wird nur das unser Leben lebenswerter machen und unserem schönen Land Nutzen bringen. Wir wünschen uns von viel mehr Menschen den Mut, unrichtige Stereotype und menschenverachtende Wortmeldungen wahrzunehmen, zu hinterfragen und nicht als gegeben hinzunehmen.

Wir beobachten mit Dankbarkeit wie in den verschiedensten Sozialeinrichtungen die Hilfesuchenden nicht nach dem „Haben“ beurteilt werden, sondern ihnen mit Herz und Hirn jene Unterstützung angeboten wird, die sie benötigen.

 

Eine Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit den Schwächsten im Land umgeht. Papst Franziskus spricht von einer Solidarität mit den Armen – und genau das ist es, worauf wir uns öfter besinnen sollten.

Der Dekanatsrat Wels

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