Friday 27. November 2020

Begegnung von Bischof Scheuer mit Politik und Wirtschaft

Auf dem Programm der Visitation stand am 6. Oktober auch eine Begegnung des Bischofs mit den Bürgermeistern, dem Bezirkshauptmann, einigen Wirtschaftstreibenden und Vertretern der Sozialpartnerschaft.

Das Treffen im Landhotel St. Florian stand unter dem Thema „Verantwortung für das Gemeinwohl – Verantwortung für die Entwicklung der Region. Der Beitrag von Politik, Wirtschaft und Kirche.“ Auch Caritas-Direktor Franz Kehrer hatte sich angesagt.

Bischof Scheuer dankte dem Anwesenden für ihr Engagement für die Menschen. Er zeigte in seinem Vortrag einige Problemfelder auf, von der Bürokratisierung und Verrechtlichung über die Schwierigkeit, gerechte Entscheidungen zu treffen bis hin zum Ruf der Politik als „schmutziges Geschäft“. Dem stellte er hohe Ideale gegenüber: „Politik ist angewandte Liebe zur Welt“, zitierte er etwa Hannah Arendt. Ähnlich Papst Paul VI.: „Politik ist eine vornehme Form der Nächstenliebe.“ Der Bischof stellte klar, dass Christsein immer in dieser konkreten Welt geschieht. Daraus folgt eine Verantwortung für die Mitmenschen. Für die Wirtschaft erinnerte der Bischof an die Corporate Social Responsibility. Diese fordert, dass das Verfolgen des Eigeninteresses immer auch im Blick haben muss, dass es allen gut geht. Drei Tipps gab der Bischof den Politikern mit: Humor bewahren; die Prügel, die man bekommt, nicht gleich zurückgeben und Gelassenheit.

Bezirkshauptmann Rudolf Greiner wies in seinem Statement auf einige wichtige Themen im Bezirk hin. Überalterung der Gesellschaft und die Herausforderung der Pflege, Wegzug vieler junger Menschen. Neben dem Sozialhilfeverband geht vieles nur mit ehrenamtlichem Einsatz wie Essen auf Rädern, Sozialmarkt, Transportdienste usw. Eine große Herausforderung brachte das Jahr 2015, als Schärding ein „Flüchtlingshotspot“ war. Derzeit leben knapp 500 Flüchtlinge im Bezirk. Jetzt steht die Sorge um Wohnen und Arbeit für die Menschen, denen Asyl gewährt wurde, im Vordergrund. Eine Aufgabe im Bereich Integration ist der verstärkte Kontakt mit der türkischen Community. Eine weitere Herausforderung war 2013 das Hochwasser, wo sich die gute Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen sehr bewährte. Mit relativ wenigen Straftaten bei hoher Aufklärungsquote gilt der Bezirk Schärding als sehr sicher, das zeigt sich auch in der Zufriedenheitsquote der Bewohner im Bezirk.

Caritas-Direktor Franz Kehrer verwies auf die lange Tradition der Caritas im Bereich der Familienhilfe. Das ReKi-Büro in Schärding wird von der Caritas betrieben. Das Geld von der Caritas-Haussammlung wird für die Sozialberatung verwendet. Auch für die Caritas war das Hochwasser 2013 eine große Herausforderung. Zum Thema Gerechtigkeit verwies Kehrer darauf, dass die Diskussion um die bedarfsorientierte Mindestsicherung verfahren sei und bat um eine vorsichtige Wortwahl. Schließlich dankte er allen Betrieben, die Menschen mit Behinderung einstellen.

Von Seiten eines Wirtschaftstreibenden erzählte Erich Auer vom alltäglichen Spannungsfeld. Es muss der Kunde einen Vorteil haben, aber ebenso der Mitarbeiter. Ein gutes Umfeld für die Mitarbeiter ist wichtig. Für ein Qualitätsunternehmen muss der Mitarbeiter sehr hoch qualifiziert sein, deshalb wird viel in die Ausbildung investiert. Am Ende wies Auer auf die Herausforderung hin, die die Integration von Mitarbeitern aus anderen Kulturen darstellt.Bischof Scheuer trifft Bürgermeister und Wirtschaftstreibende

 

In der anschließenden Diskussion standen mehr die Bürgermeister mit ihren Fragen im Vordergrund. Es ging um Bauvorhaben in verschiedenen Pfarren, Zusammenarbeit mit der Caritas, Konflikte ebenso wie um innerkirchliche Themen wie Priestermangel und mehr Kompetenzen für Frauen in der Kirche.

Mit einem Dank durch den Bischof und einer Einladung zum gemeinsamen Mittagessen ging die Begegnung zu Ende.

 

Martin Brait

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