Tuesday 15. October 2019
Schule & Bildung
Geteilte Gedanken

Die Menschen im Blick - Schulkultur an Katholischen Schulen

von Michael Haderer am 01. June 2017, 20:43 Uhr

„Schulkultur an einer Katholischen Privatschule bedeutet für mich, sich innerhalb der Schulgemeinschaft beim Namen zu nennen, zu wissen, dass es in jeder Situation Personen gibt, die hinter einem stehen und für einen da sind.“

Menschen

 

So beschreibt Lena Falkner, Schülervertreterin am Gymnasium Dachsberg, die Schulkultur, die sie mit Katholischen Schulen verbindet. Und ihre Kollegin Christina Pritz ergänzt:

 

„Katholische Privatschulen bilden uns nicht nur aus - man bildet uns für unser späteres Leben weiter. Es geht nicht darum, dass wir Schüler in naher Zukunft die besten Jobangebote ergattern werden, sondern dass wir im zwischenmenschlichen Denken weitergebildet werden. Dass wir wertschätzen und dennoch hinterfragen und vor allem, dass wir Toleranz und Respekt nicht in irgendeiner Enzyklopädie nachschlagen müssen. Meine Schule ist eine große Gemeinschaft in der jeder seinen Platz hat und genau das finde ich so großartig.“


Mindestens einmal jährlich treffen sich die Schülervertreter/innen der Katholischen Privatschulen in Oberösterreich, um sich auszutauschen und um den Blick der Schülerinnen und Schüler in den gemeinsamen Diskurs der kirchlichen Schulen einzubringen. Bei diesen Austauschrunden stellen sie „ihren“ Schulen ein wirklich gutes Zeugnis aus. So wie Lena und Christina fühlen sich auch viele andere als konkrete Menschen wahr- und ernstgenommen, erfahren Angenommen sein und Rückhalt.

 

„Nicht nur im Schulgemeinschaftsausschuss, sondern auch im Unterricht habe ich immer das Gefühl, als Mensch wahrgenommen zu werden und dementsprechend gut ist auch das Schüler-Lehrer-Verhältnis.“

 

– meint Julian Priglinger, Schulsprecher am Kollegium Aloisianum.
Katholische Schulen sehen sich in ihrer Arbeit für junge Menschen dem christlichen Welt- und Menschenbild verpflichtet. Jede/r Schüler/in, jede/r Lehrer/in ist als einzigartiges Ebenbild Gottes angenommen und gewürdigt, berufen, die Welt zu gestalten, Ungerechtigkeiten zu erkennen und sich zu engagieren. Wir dürfen unsere eigene Fragmentarität und jene der anderen annehmen. Wir dürfen auf die Begleitung Gottes vertrauen. Das Wesentliche im Leben ist unverfügbar und unverzweckt. Gerade in einer Zeit der nahezu unerträglichen Ökonomisierung von Bildung ist diese Grundhaltung ein unverzichtbares bildungspolitisches Statement.  


Alle Beteiligten im Schulgeschehen, von den Schulerhalter/innen bis zu den Schüler/innen tragen die Verantwortung dafür, dass jener Anspruch, der in unseren Leitbildern auch von den spezifischen Blickwinkeln der Ordensgründer/innen formuliert ist, im konkreten Schulalltag erfahrbar wird.

 

Dass jene Formulierungen nicht nur nach Außen, sondern auch nach Innen wirksam werden, ist keine ausgemachte Sache. Schulkultur braucht Pflege, ist manchmal auch harte Arbeit – und an den Katholischen Schulen auch immer wieder Gegenstand von Schulentwicklungsprozessen.


Die 12.560 Schülerinnen und Schüler der 57 Katholischen Schulen in Oberösterreich wollen als Gestalter/innen von Schulkultur ernstgenommen werden. Und mehr noch: Sie sehen ihre Verantwortung für die Gestaltung von Kirche und Welt. Evelyn Pointl, Schülervertreterin am Stiftsgymnasium Schlierbach stellt fest:

 

„Schüler in Katholischen Privatschulen stellen ein Potential für die Kirche und die Gesellschaft dar, gerade weil sie die Institutionen über ihre schulische Laufbahn hinweg immer mehr hinterfragen. Dieses Potential sollte durch das Zulassen von Ideen junger Menschen auch genutzt werden.“

 

Michael Haderer

Dieser Artikel erschien in der diözesanen Mitarbeiter/innen-Zeitschrift "informiert" im Juni 2017

Vielen Dank an die Schülervertreter/innen, speziell an Lena, Christina, Julian und Evelyn :-) 
 

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