Wednesday 21. August 2019

2. Die Wege, die wir gehen

Am Berg sind tiefere Erfahrungen als im Alltag möglich. Der Weg zum Gipfel wird zum Sinnbild des Lebens schlechthin. Erfahrungen, die in der Bibel beschrieben sind, werden am Berg besser nachvollziehbar. Gedanken von Bischof Manfred Scheuer.

Die Motivationen für das Bergsteigen sind recht unterschiedlich: der sportliche Ehrgeiz, dann der Versuch, die eigenen Grenzen auszuloten, zu erweitern und zu überwinden. Wichtig sind Wegbegleiter und Bergführer, durch die sich der äußere Aufstieg mit dem inneren Weg, dem Besteigen der Berge des Herzens verbindet. Das Gehen im Schweigen, das gemeinsame Steigen, das Warten aufeinander, die Angewiesenheit aufeinander am Seil, das Teilen des Essens und Trinkens, die gemeinsamen Abende sind Persönlichkeit bildend, Gemeinschaft und Freundschaft stiftend. Und oft ist auch eine spirituelle Dimension präsent. 

 

Symbole

 

Im Alltag stellt man einander gern die Frage: Wie geht’s? Es geht gut, recht gut, halbwegs gut, ausgezeichnet oder einfach schlecht. Es geht gar nichts mehr. Ich stehe an. Mit dem „Gehen“ drücken wir den Gang des Lebens mit Gelingen, mit Scheitern, mit Höhen und Tiefen, mit den Wegen, Umwegen und Irrwegen aus. Das Gehen wird zum Bild der inneren Befindlichkeit und auch zum Symbol unserer Beziehungen: Menschen gehen aneinander vorbei oder wieder aufeinander zu. Das Leben ist nicht die Gerade einer Autobahn. Es gehören wie beim Bergsteigen Aufstiege und Abstiege dazu. Das Gehen ist eine Schule der Sehnsucht, sich nicht mit zu wenig zufrieden zu geben, die Ziele des Lebens nicht zu niedrig anzusetzen und diese Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Der Weg ist ebenfalls ein menschheitliches Symbol, das eng mit unseren Daseinserfahrungen verknüpft ist. Für alles, was einen Anfang und ein Ende hat, legt sich die Vorstellung vom Weg nahe. In fast allen Religionen gibt es die Vorstellung von der Reise oder vom Aufstieg der Seele zu Gott.

 

Gewundene Pfade: auf dem Berg und im Leben.

Gewundene Pfade: auf dem Berg und im Leben. © esther grosjean / www.pixabay.com CC0 1.0

 

Mit Gott unterwegs

 

Von der biblischen Botschaft her sind diese Wege auch Gotteswege, der mit dem einzelnen Menschen und mit dem Volk Gottes mitgeht. Der Gott der Bibel ist ein „Weg- oder Wandergott“. Das Johannesevangelium spricht in einem absoluten Sinn von Jesus als dem Weg: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6).
Und auch Berge haben die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gezogen und verschiedene religiöse Vorstellungen geweckt: In der Antike als Sitz der Götter, als Ort kultischer Verehrung und Begehung. Auch in der Bibel spielen Berge als Orte der Anwesenheit und Offenbarung Gottes eine zentrale Rolle. Israel begegnet nach seiner Befreiung aus dem Sklavenhaus Ägypten und seiner Rettung am Schilfmeer seines Gottes JHWH am Sinai (Ex 19ff.; Dtn 5 nennt den Berg Horeb). Es ist kein Zufall, dass der Evangelist Matthäus die Lehre Jesu von einem Berg aus ergehen lässt (Mt 5,17). Erzählungen über Berge als Orte der Offenbarung durchziehen die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Sie sind die bei der Welterschaffung (vgl. Ps 90,2) gesetzten Orte der Nähe zwischen Gott und Mensch. Wer einmal nach beschwerlichem Aufstieg auf einem Gipfel mit herrlicher Aussicht saß oder Zeuge eines gewaltigen Naturerlebnisses wurde, dem wird sich diese biblische Botschaft einsichtig erschließen. 

 

Dem Himmel nahe

Die Spiritualität der Berge

Teil 2 von 4

von Bischof Manfred Scheuer, Linz

 

Quelle: Linzer KirchenZeitung Nr. 32, 8. August 2019, S. 17. Zur Online-Ausgabe

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Gewundene Pfade: auf dem Berg und im Leben.

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1. Schauen und staunen

Gott ist Schöpfer der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Zur sichtbaren Welt gehören die Berge, die zur Erfahrung...
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Amtseinführung Bischof Manfred Scheuer https://www.dioezese-linz.at/bischof-scheuer/amtseinfuehrung

Am 17. Jänner 2016 übernahm der gebürtige Oberösterreicher Manfred Scheuer in einem feierlichen Gottesdienst im Linzer Mariendom das Bischofsamt von seinem Vorgänger Ludwig Schwarz SDB.

Engagement für Jägerstätter
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Franz Jägerstätter -Kraftfahrzeugausbildung

Kurz-Biographie mit Zeittafel: Franz Jägerstätter 1907 - 1943

Franz Jägerstätter wird am 20. Mai 1907 in St. Radegund, Oberösterreich (Diözese Linz), als Kind der ledigen...

Franziska Jägerstätter bei der Seligsprechung

Seliger Franz Jägerstätter: Feier der Seligsprechung im Linzer Mariendom

„Wir entsprechen der Bitte,… dass … Franz Jägerstätter Märtyrer, Familienvater fortan als Seliger angerufen werden...

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Stimmen zur Seligsprechung Franz Jägerstätters

Der anglikanische Priester Paul Oesterreicher, Pax Christi, Bischof Manfred Scheuer, sowie der Pfarrer der...
Bischof Manfred im Portrait
Lebenslauf von Manfred Scheuer

Lebenslauf von Dr. Manfred Scheuer

Dr. Manfred Scheuer, der Bischof von Linz, mit seinen Lebensstationen und Schwerpunkten im Portrait.

Bischof Manfred Scheuer

Verantwortungsbereiche

Die Zuständigkeiten von Bischof Dr. Manfred Scheuer in der Österreichischen Bischofskonferenz.

Amtsverständnis

"Ich denke, die Aufgabe eines Bischofs ist es, Einheit zu stiften, Brückenbauer zu sein, etwas zusammenzuhalten, was wenig miteinander zu tun hat. Es geht darum, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die einander schon abgeschrieben haben. Ich glaube nicht, dass von einem Bischof die Lebendigkeit einer Diözese abhängt. Es ist eher die Frage, wie wir uns in den Herausforderungen der Gegenwart aus dem Evangelium heraus bewähren. Eine kritische, solidarische Zeitgenossenschaft scheint mir entscheidend zu sein und die innere Kraft."

 

Bischof Manfred Scheuer bei der Pressekonferenz im Bildungshaus Schloss Puchberg am 18. November 2015, dem Tag seiner Ernennung zum neuen Linzer Diözesanbischof

Wahlspruch und Wappen
Spiritus Vivificat - Der Geist macht lebendig: Wahlspruch von Bischof Manfred Scheuer

Der Wahlspruch

Spiritus Vivificat - Der Geist macht lebendig

Gedanken zum Wahlspruch von Bischof Manfred Scheuer

Das Wappen von Bischof Manfred Scheuer

Das Wappen

Das Wappen von Bischof Manfred Scheuer wurde vom Heraldik Atelier Watzenegger im vorarlbergischen Sulz angefertigt. 

Insignien - Symbole des Hirten

Die Insignien (Amtszeichen) eines Bischofs – auch "Pontifikalien" genannt – bringen dessen religiöse Würde und kirchliche Vollmacht sichtbar zum Ausdruck. 

Die zentralen bischöflichen Insignien sind Ring, Stab und Brustkreuz. Der Bischof trägt zur sichtbaren Ausübung seines Amtes und bei liturgischen Feiern aber auch weitere bestimmte Insignien wie Mitra oder Pileolus.

Manfred Scheuers Bischofsring

Der Ring

Der Ring ist Zeichen der Bindung und der Treue. Er drückt die Verbundenheit des Bischofs mit Christus und der Kirche, konkret mit der ihm anvertrauten Diözese aus. In frühchristlicher Zeit wurde der Ring eines Bischofs auch als Siegelring verwendet.

Strahlenstab von Bischof Manfred Scheuer

Der Stab

Der Stab (auch "Pastorale" genannt) ist ein Symbol für das Hirtenamt, das dem Bischof anvertraut wird. Bereits in der frühchristlichen Kunst wird Christus als guter Hirte mit einem Stab dargestellt.

Bischof Manfred Scheuers Brustkreuz

Das Brustkreuz

Das Brustkreuz (auch "Pektorale" genannt) macht deutlich, dass sich der Bischof in die besondere Nachfolge Christi begeben hat, die trotz aller schweren Momente im Leben unter dem christlichen Siegeszeichen des Kreuzes steht.

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