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Sakrament: Zeichen der Begegnung mit Gott
Im Laufe der Zeit hat die Kirche sieben Sakramente als besondere Zeichen der Begegnung mit Gott in den wesentlichen Lebensfragen erkannt: Taufe, Firmung, Eucharistie, Versöhnung, Krankensalbung, Ehe, Weihe.
Taufe von Pia in Linz St. Konrad _ Foto:Gillich
Erinnerungen
Bei meiner letzten Übersiedlung habe ich sie wiedergefunden: kleine Erinnerungen an besondere Stunden und Ereignisse des Lebens: das übriggebliebene Metro-Ticket aus Paris von einer InterRail-Reise, das erste, schon etwas verblichene Jugendfoto meiner Frau, ein Schiedsrichterpfeiferl aus meiner früheren sportlichen Zeit usw. Erinnerungen wurden wach. Viele Stationen, Schritte sind es, die ich auf meinem Lebensweg gegangen bin. Ich trage sie in diesen Gegenständen bei mir.
Diese im Lauf der Zeit gesammelten Dinge sind nicht nur Gegenstände. Sie bedeuten etwas. Sie sind wie eine Blume, deren Anblick Freude macht - als Geschenk an einen lieben Menschen sagt sie: Ich mag dich, ich liebe dich. Oder sie bittet um Vergebung. Oder sie bekräftigt: Ich will dir gut sein, ich denke an dich. In den Dingen lebt etwas, lebt etwas von meinen Erfahrungen, meiner Lebensgeschichte, meinen Begegnungen.
Zeichen der Freundschaft _ Foto: Glaser
Zeichen
"Ich bin bei dir"
Es gibt Dinge, Zeichen, in denen Gott gegenwärtig ist. In einer besonderen Weise will Gott die Menschen spüren und erfahren lassen, dass er bei ihnen ist. Gott lässt sich erahnen - aber nicht nur das. Denn in manchen Zeichen können Menschen Gott sehen, hören, ja sogar schmecken, riechen und fühlen. Die Schöpfung ist ein solches Zeichen. Andere gibt es in der Kirche: die Sakramente. Durch sie können die Menschen Gott begegnen. In den Sakramenten sagt Gott auf je unterschiedliche Weise: Ich bin mit dir, ich bin dir gut. Er spricht den Menschen Heil zu. Dabei geht es um menschlich bedeutsame Situationen, oft um Wendepunkte des Lebens.
Sieben Sakramente
Im Lauf der Zeit hat die Kirche sieben Sakramente als besondere Zeichen der Begegnung mit Gott in wesentlichen Lebensfragen erkannt.
Zusagen
Man könnte Gott bei den einzelnen Sakramenten - vereinfacht - so verstehen:
Du bist mein geliebtes Kind, ich nehme dich an (Taufe).
Ich stärke dich (Firmung).
Ich begleite dich, ich lebe mit dir (Eucharistie).
Ich verzeihe dir (Buße).
Ich tröste dich (Krankensalbung).
Ich bin bei euch in glücklichen und in schwierigen Zeiten (Ehe).
Ich sende dich, damit du für die Menschen ein Segen bist (Weihe).
Zusage: "Ich bin bei dir" _ Foto: Diözese Linz
Sakramente der Gemeinschaft
Diese Zusagen Gottes sind eigentlich Gründe, ein Fest zu feiern. Sie sind keine Selbstverständlichkeit. Zwar kann ich mich immer wieder an sie erinnern und daraus Kraft und Heil schöpfen, aber eine "alltägliche" Erfahrung sind sie nicht. Es ist etwas besonderes, Liebe, Trost, Beistand, Verzeihung, Zutrauen zu erfahren.
In gewissem Sinn sind das Sternstunden - nicht nur für einen Einzelnen, sondern für alle, die ihm verbunden sind. Es passt daher sehr gut, dass Sakramente heute zumeist als Fest gefeiert werden und dass viele daran Anteil nehmen.
Sakramente sind Einladungen, in der Gemeinschaft der Kirche der Liebe Gottes auf der Spur zu bleiben. Sie sind zugleich ein Anfang, intensiver aus dem Glauben zu leben und die Liebe Gottes weiter zu geben.
Weiterführende Literatur
Johann Auer: Die Sakramente der Kirche. Regensburg 1979.
Bischof Kurt Koch: Leben erspüren - Glauben feiern: Sakramente und Liturgie in unserer Zeit. Freiburg/Basel/Wien 1999.
Paul M. Zulehner (Hg.): Zeichen des Lebens. Ostfildern 2000.
(Quelle: Dem Glauben auf der Spur, Österr. Pastoralinstitut (Hg.), Krieger Walter, Schlager Stefan, Wien 2001)









