Die Sonntagsöffnung von Spar am Hauptbahnhof stellt nach Auffassung der Allianz einen klaren Rechtsbruch dar. Die Allianz befürchtet durch die Öffnungszeiten von Spar einen Dammbruch, der zu einer generellen Aushöhlung der Arbeitsruhe am Sonntag beitragen kann. Durch Klagen (Öffnungszeitengesetz und Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) soll eine eindeutige, gerichtliche Klärung erfolgen, die sicherstellt, dass Gesetze auch im Bahnhofsbereich eingehalten werden.
Die Allianz anerkennt, dass Spar sich grundsätzlich klar für einen freien Sonntag ausgesprochen hat. Umso unverständlicher erscheint das gegenwärtige Agieren von Spar.
Eine Initiative zeigt Wirkung
Die Allianz für den freien Sonntag in Oberösterreich ist ein breiter Zusammenschluss von Arbeitnehmereinrichtungen, politischen Parteien, kirchlichen, kulturellen und Hilfs-Organisationen, sowie Einrichtungen aus dem Bildungs- und Sportbereich, Familien- und Freizeitorganisationen. Die Koordinationsgruppe der Allianz erreichte durch aktive Arbeit, dass in Oberösterreich der Sonntag weitgehend arbeitsfrei geblieben ist. Als großer Erfolg kann die Verankerung in der Landesverfassung gesehen werden („Oberösterreich bekennt sich zum Sonntag ... als Tag der Arbeitsruhe." Art. 15, OÖ Landesverfassung). Weiters bekennen sich 300 oberösterreichische Gemeinden durch eine Resolution im Gemeinderat zum arbeitsfreien Sonntag.
Druck von außen?
Die Notwendigkeit einer Sonntagsöffnung in Österreich wird oft mit den „liberalen" Öffnungszeiten im benachbarten Ausland begründet. Da aber gerade westliche Handelsketten in den neuen EU-Ländern die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten vorantreiben, verwehrt sich die Allianz gegen dieses Argument des Drucks von „außen". Das Bewusstsein für den Wert des freien Sonntags steigt auch in den Nachbarländern an. Deutlich sichtbar wird dies an einer ersten länderübergreifenden Unterschriftenaktion