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„Leihomas“ für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der größten familienpolitischen Herausforderungen. Der „Oma-Dienst“ als flexibles Kinderbetreuungsmodell des katholischen Familienverbandes leistet mit finanzieller Unterstützung durch das Familienreferat des Landes Oberösterreich einen wertvollen Beitrag zur flexiblen Kinderbetreuung.

V. l.:  Monika Angermayr, Elisabeth Asanger, Mag.a Wilma Steinbacher, LH-Stv. Franz Hiesl  (Foto: Land OÖ)
V. l.: Monika Angermayr, Elisabeth Asanger, Mag.a Wilma Steinbacher, LH-Stv. Franz Hiesl (Foto: Land OÖ)
„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann im Alltag nur dann Realität werden, wenn die Mütter bzw. die Väter wissen, dass ihre Kinder in guten Händen sind. Flexibel gestaltbar, leistbar und kontinuierlich soll die Kinderbetreuung sein“, so Familienreferent LH-Stv. Franz Hiesl über die Anforderungen an die Kinderbetreuung. Auf dieses Anforderungsprofil hat der katholische Familienverband OÖ reagiert und – in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat des Landes – ein Betreuungsmodell entwickelt, das den Familien eine besonders familiennahe Kinderbetreuung als Alternative zu den vielfältigen traditionellen Einrichtungen der institutionellen Kinderbetreuung anbietet: „Oma-Dienst“.

„Oma-Dienst“ ist Win-Win-Situation!
Der „Oma-Dienst“ ist auf dem Sektor der Kinderbetreuung wohl die familienähnlichste Betreuungsform und schlägt Brücken zwischen den Generationen. Ziel ist die Zusammenführung von Familien, die eine Betreuung suchen mit erfahrenen Frauen (Leihomas), die ihre Zeit gerne mit Kindern verbringen. Vom Modell des „Oma-Dienstes“ profitieren alle, sowohl die „Leihomas“, als auch die Familien, die auf Kinderbetreuung angewiesen sind. Die Nachfrage nach „Leihomas“ ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Im Vergleichszeitraum von Mai 2010 bis Juli 2012 ist die Anzahl der betreuten Kinder um knapp 49 Prozent gestiegen. Aber auch die steigende Anzahl der aktiven „Leihomas“ spricht eine eindeutige Sprache. Im selben Vergleichszeitraum gibt es um 30 Prozent mehr „Leihomas“.

Die Vorteile für die betreuten Kinder liegen klar auf der Hand. Die Kinder erleben ihre „Leihoma“ als Bezugsperson über einen längeren Zeitraum und als Bereicherung im Kontext Familie und Generationen. Da sie in ihrer gewohnten Umgebung betreut werden, bleibt ihr Tagesrhythmus auch erhalten. Außerdem lernen sie Sichtweisen, Verhalten und Werte älterer Menschen kennen.

Die Eltern wiederum werden entlastet, da sie ihre Kinder in einer vertrauten und sicheren Obhut wissen. Ein großer Vorteil des „Oma-Dienstes“ ist die geboten Flexibilität, denn die Eltern erhalten eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung, die – im Gegensatz zur institutionalisierten Kinderbetreuung – nicht vorweg an bestimmte Öffnungszeiten gebunden ist. „Leihomas“ erleben ihren Einsatz als bereichernd und können einer sinnstiftenden Aufgabe nachgehen.

OÖ. Familienreferat als Partner des „Oma-Dienstes“!
Neben der jährlichen Vereinsförderung in der Höhe 18.000 Euro fördert das oberösterreichische Familienreferat von LH-Stv. Franz Hiesl das Modell des „Oma-Dienstes“ jährlich mit 60.000 Euro. Diese Förderung ermöglicht umgerechnet eine wöchentliche Betreuungskapazität von 1.641 Betreuungsstunden durch 338 „Leihomas“.

338 aktive „Leihomas“ betreuen 762 Kinder!
In Oberösterreich gibt es derzeit 338 „Leihomas“, die 762 Kinder betreuen. Die Entwicklung der Anzahl der „Leihomas“ bzw. der betreuten Kinder zeigt stark nach oben.

Die meisten „Leihomas“ bzw. betreuten Kinder gibt es im Großraum Linz. Zusätzliche „Leihomas“ werden in ganz Oberösterreich gesucht, vor allem jedoch in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck, im Innviertel und in den Großstädten Linz, Wels und Steyr.

Was machen „Leihomas“?
Eine „Leihoma“ wird nicht für einmalige Beaufsichtigungen vermittelt, sondern – wie der Name schon sagt – als Ersatz für fehlende Bezugspersonen neben den Eltern, also für eine längerfristige Beziehung auf Basis der Regelmäßigkeit und des gegenseitigen Vertrauens. Die „Leihomas“ arbeiten dabei eng mit der Kernfamilie zusammen, sehen sich als Unterstützung und arbeiten familienergänzend und nicht familienersetzend. Die Hauptaufgabe der „Leihoma“ ist die Begleitung der Kinder.

„Leihomas“ als Betreuungsperson ...
  • … haben Freude an der Arbeit mit Kindern und gehen auf deren Bedürfnisse ein
  • … bringen Erfahrungen mit (eigenen) Kindern mit
  • … unterstützen und entlasten Familien
  • … nehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe wahr

Welche Voraussetzungen benötigen „Leihomas“?
  • eine psychisch und physisch stabile Persönlichkeit
  • Zeit
  • Geduld
  • Fähigkeit, sich an Regeln zu halten und Spannungen auszuhalten
  • Vitalität
  • Erfahrung im Umgang mit Kindern
  • Liebe und Begeisterungsfähigkeit für Kinder
  • Bereitschaft zur Startqualifikation durch die Teilnahme am Basiskurs
  • Bereitschaft zur einmal jährlich verpflichtenden Weiterbildung
  • Austausch mit der zuständigen Zweigstellenleiterin bzw. Koordinatorin
  • Identifikation mit den Zielen des KFV OÖ

Alle Frauen, die diese Voraussetzungen mitbringen und sich für den „Oma-Dienst“ interessieren, werden zu einem ausführlichen Gespräch mit der jeweiligen Koordinatorin bzw. Zweigstellenleiterin eingeladen. Die Aufnahme der Betreuungsperson wird im Anschluss an das Gespräch durch die jeweilige Mitarbeiterin, wenn nötig auch in Absprache mit der Leitung des „Oma-Dienstes“ entschieden. Bei positiver Vermittlung wird einer „Leihoma“ als Betreuungsperson ein Zahlschein in der Höhe von 34 Euro (Mitgliedsbeitrag inkl. Versicherung in der Höhe von 14 Euro und Kursgebühr 20 Euro) zugesandt. Nach Absolvierung des neunstündigen Basiskurses werden 15 Euro refundiert.

Was wird von „Leihomas“ erwartet?

  • Teilnahme am 9-stündigen Basiskurs innerhalb eines Jahres
  • Teilnahme an einer jährlich verpflichtenden Fortbildung (Seminare, Erste Hilfe Kurs), die vom "Oma-Dienst" angeboten werden
  • Mitgliedschaft beim Katholischen Familienverband. Dadurch sind die Betreuungspersonen während ihrer Tätigkeit haftpflicht- und unfallversichert.
  • Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter/innen des "Oma-Dienstes"
  • Teilnahme an regionalen Austauschtreffen
  • Gewissenhafte Ausführung ihrer übernommenen Aufgabe

Wer kann den „Oma-Dienst“ in Anspruch nehmen?
Neben einem regelmäßigen Betreuungsbedarf für Kinder, ist der Heimtransport der „Leihoma“ nach der Beaufsichtigung oder die Refundierung der Fahrtkosten Voraussetzung. Ebenso muss die Bereitschaft gegeben sein, den „Leihomas“ ihre Auslagen zu ersetzen.

Welche Kosten entstehen für die Familien?
Der Katholische Familienverband Oberösterreich beschäftigt keine Betreuungspersonen, sondern übernimmt lediglich die Vermittlungstätigkeit zwischen Familien und Betreuungspersonen. Die Vermittlungsgebühr beträgt für Familien einmalig 35 Euro. Mit der Familienkarte des Landes OÖ erhalten Familien zwei Euro Nachlass.

Die Betreuungsperson wird – sofern sie ihre Arbeit nicht ehrenamtlich verrichtet – als „Neue Selbstständige“ tätig. Die Bezahlung erfolgt in Form eines Werklohnes. Erfahrungen zeigen, dass als Gegenleistung pro Stunde zwischen fünf und acht Euro vereinbart werden. Zwischen der Betreuungsperson und der Familie wird ein Rahmenvertrag abgeschlossen, in dem auch die finanziellen und organisatorischen Details geregelt werden.

Die Geschichte des „Omadienstes“
Der „Oma-Dienst“ wurde 1974 in Wien gegründet. Unter der Mithilfe ehrenamtlicher Leiterinnen und vieler "Leihomas" entwickelte sich der „Oma-Dienst“ zu einer wichtigen Anlaufstelle für die flexible Kinderbetreuung. Im Sommer 1997 wurde der „Oma-Dienst“ in Linz gegründet. Die erste „Filiale“ wurde im Jahr 2001 in Eggelsberg eröffnet und zahlreiche folgten. Aufgrund der großen Nachfrage wurden Ende 2009 die Zweigstellen in Regionalstellen zusammengefasst und hauptamtlich mit Unterstützung der Zweigstellenleiter/innen betreut.

Der Katholische Familienverband Oberösterreich
Der katholische Familienverband OÖ (KFV OÖ) hat das Ziel, die Interessen und Anliegen aller Familien im Bundesland OÖ wirksam zu vertreten und erfüllt damit eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Als Landesverband – in engster Zusammenarbeit mit seinem Dachverband, dem Katholischen Familienverband Österreichs – sieht er sich einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Familienpolitik auf allen politischen Ebenen verpflichtet, die Mut zur Familie und Mut zum Kind macht.

Er tritt für die ideelle und materielle Anerkennung der Leistungen der Familien und ihrer Aufwertung im gesellschaftlichen Bewusstsein ein. Durch politische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen soll es der jungen Generation ermöglicht werden, den Wunsch nach Familie und Kindern zu realisieren. Der KFV OÖ ist parteipolitisch ungebunden und auch innerhalb der Katholischen Kirche ein unabhängiger Verein. Er bekennt sich zu den Grundsätzen der Katholischen Soziallehre und arbeitet mit der Katholischen Aktion der Diözese Linz eng zusammen.

Kontakt
Kath. Familienverband Oberösterreich
Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz
www.familie.at/ooe
Vorsitzende Mag.a Wilma Steinbacher
GF und Leitung OMADIENST Alexandra Hager-Wastler
T: (+43 732) 76 10-3431
M: info-ooe@familie.at

"Oma-Dienst" Zentrale
Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz
www.omadienst.info
Elisabeth Asanger
Großraum Linz
T: (+43 732) 76 10-3433 oder
(+43 676) 87 76 34 33
E-Mail: omadienst-linz@familie.at

Evi Kapplmüller
Oberösterreich
T: (+43 732) 76 10-3432
E-Mail: omadienst-ooe@familie.at



Quelle: Oö. Landeskorrespondenz vom 21. September 2012

(be)
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