Soziales (Startseite)
Soziale Botschaft der Woche
Soziale Botschaften 2006
Soziale Botschaften 2005
Soziale Botschaften 2004
Soziale Botschaften 2003
Ökumenisches Sozialwort
Umwelt und Nachhaltigkeit
Veranstaltungen
Veranstaltungshinweise des Sozialreferats
Soziales im diözesanen Veranstaltungskalender
Zeitung "Interesse"
Sozialpredigten
Impressum
 
 
 
 
 
 

Ich hasse Arbeit, weil ich keine kriegen kann!

Die gesellschaftliche Intergration von Jugendlichen ist keine Selbstverständlichkeit. Kindheit und Jugend sind viel versprechende und zugleich zerbrechliche Lebensperioden. Gesellschaften, die eine Vielfalt an möglichen Lebensstilen anbieten, stellen hohe Ansprüche an die Identitätsfindung Jugendlicher und ihr Vermögen, über einen mehr oder weniger intensiven Prozess, der sowohl Phasen der Anpassung als auch der Abgrenzung umfasst, zu einer gesellschaftlich anerkannten Position zu kommen.


"Die Jugend" gibt es nicht. Gesellschaftliche Bruchlinien

 

Pluralistische Gesellschaften sind keine hierarchiefreien Gesellschaften; Jugendliche sind von verschiedenen Mechanismen sozialer Ausgrenzung betroffen bzw. gefährdet:

·Ein Schulsystem, das die Altersgruppe der 10 bis 14-jährigen zu frühzeitig differenziert

·unzureichende Bildungsförderungen für Kinder/Jugendliche aus sozial benachteiligten Milieus

·die Einführung von Studiengebühren

·eine stark abnehmende Zahl von Ausbildungsplätzen im dualen Berufsbildungssystem,

·die zunehmende Polarisierung des Arbeitsmarktes (in flexibilisierte, meist teilzeitliche, nicht existenzsichernde Beschäftigungen und in hochbezahlte Jobs, mit hoher zeitlicher Belastung)

·die Entdeckung der Jugendlichen als wichtige KonsumentInnengruppe und die damit einhergehende steigende Bedeutung kostspieliger Statussymbole im Jugendmilieu (Handys, MP3-Player, Markenkleidung, Haarstyling, Drinks...)

·geringe Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Lebensumfeldes

·usw.

 

(Soziale) Ausgrenzung Jugendlicher entsteht als Effekt dieser Mechanismen entlang gesellschaftlicher Bruchlinien, von denen wir behaupten oder am liebsten hätten, dass es sie so gar nicht mehr gibt: der Bruchlinie vererbter Armut bzw. Armutsgefährdung, der Bruchlinie Geschlecht, der Bruchlinie Migration (ob eigene oder familiengeschichtliche Migrationserfahrung spielt dabei kaum eine Rolle), der Bruchlinie partizipationsfeindliches politisches System.

"Ich hasse Arbeit, weil ich keine kriegen kann!"

 

Der Eintritt von Menschen ins "volle Erwerbsleben" galt Jahrhunderte hindurch als "Übertritt von der Welt der Jugend in die der Erwachsenen". Musste noch vor hundert Jahren gegen die wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen und für ein Recht auf geschütztes Aufwachsen und Lernen gekämpft werden, ist die Herausforderung heute, Jugendliche/junge Erwachsene am Ende ihres Ausbildungsweges in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Eine der zentralen und vertrautesten gesellschaftlichen Integrationskräfte - die Erwerbsarbeit - hat erheblich an Kraft verloren.

 

Ende 2004 waren 17,5% der registrierten Arbeitslosen Jugendlichen (zwischen 15 und 24 Jahren). In dieser Gruppe ist die Zahl der in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice aufgenommenen besonders hoch. Rechnet man diese Zahl dazu, betrug der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen 21,2%. Auf eine offene Lehrstelle kamen laut Statistik 2,7 Lehrstellensuchende.

Als entscheidende Faktoren für einen gelungenen Berufseinstieg gelten: stabile familiäre Verhältnisse, überdurchschnittlicher Schulabschluss, hohes Selbstwertgefühl und hohe Leistungsfähigkeit, aktive und effektive Arbeitspaltzsuche, Flexibilität bei der Berufswahl, InländerIn, männlich, überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung in der Region, Unterstützung durch staatliche Institutionen (z.B. Finanzierung von AUsbildungsprojekten für Jugendliche,...).

 

Diese anspruchvolle Liste ist für alle Jugendlichen bedrohlich. Auf der Hand liegt, dass sie für Jugendliche mit Migrationshintergrund noch bedrohlicher wirken muss und tatsächlich auch wirkt. Nicht, weil diese Jugendlichen gegenüber den sogenannten "Herkunfts-ÖsterreicherInnen" mehr individuelle Schwächen aufweisen würden, sondern weil sie sich zahlreichen strukturellen Barrieren, gerade im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt gegenüber sehen.

 

Margit Appel in der Einführung zum neuen KSÖ-Dossier
Integrationswege – Integrationserfolge.
Jugendliche mit Migrationshintergrund in Österreich

 

 

Text von Margit Appel und Info zum Dossier:

www.ksoe.at

Zurück
Soziale Einrichtungen
     
Katholische Sozialakademie Österreichs Arbeitslosenstiftung
Armutskonferenz Caritas Oberösterreich
Sozialplattform Oberösterreich Land der Menschen Oberösterreich
Toleranztermine Arbeitskreis Ökologie
pax christi WEKEF - Arbeitskreis Weltkirche und Entwicklungsförderung