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Katholische Kirche in Oberösterreich
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Die Sorgen der Menschen bleiben die Sorgen der Kirche

Pastoralrat beriet mit dem Bischof den Weg der Kirche von Oberösterreich

Bischof Ludwig Schwarz im Gespräch mit Mitgliedern des Pastoralrates. Foto: KIZ/MF.
Bischof Ludwig Schwarz im Gespräch mit Mitgliedern des Pastoralrates. Foto: KIZ/MF.

Die katholische Kirche in Oberösterreich wird künftig mit weniger Geld auskommen müssen. Doch mit mehr Zusammenarbeit will sie trotzdem in der Gesellschaft und bei den Menschen präsent sein.

„Wir müssen eine Weggemeinschaft bleiben, auch in diesen schwierigen Zeiten!“ Mit diesem Appell wandte sich Diözesanbischof Ludwig Schwarz an die Delegierten des Pastoralrates, der am 5. und 6. März im Bildungshaus Puchberg tagte.

Kirche zeigt ihr soziales Gesicht. Trotz großer innerkirchlicher Herausforderungen galt die erste Sorge der Vollversammlung den Menschen, die von der schwierigen Situation am Arbeitsmarkt betroffen sind, ebenso der Situation von Flüchtlingen und Asylwerbern. „Die Stimmung in der Bevölkerung kippt gegen die Asylanten“, wurde festgestellt. Einhellige Zustimmung gab es für die Bischofskonferenz, die sich so klar für ein Recht auf Asyl und für Anstrengungen zur Integration ausgesprochen hatte. Um einen guten Weg im Miteinander von Menschen verschiedener Herkunft und Religion zu finden, muss man auch die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen, wurde betont.
Ab Herbst will die katholische Kirche in Oberösterreich die soziale Situation besonders in der Öffentlichkeit diskutieren und dabei ihr eigenes „soziales Gesicht“ zeigen.

Kirche baut auf Ehrenamt. Ausführlich beschäftigte sich der Pastoralrat mit neuen Richtlinien für die ehrenamtliche Arbeit in der Diözese Linz.
Auf eine hauptamtlich angestellte Person kommen in der Kirche heute fast 100 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen. Allerdings: Diese lassen sich oft nur mehr auf eine befristete Zeit der Mitarbeit ein. Ehrenamt als freiwilliges und unentgeltliches Engagement wird andererseits oft auch als Chance für die persönliche Entfaltung gesehen.

Dekanate erprobten Zukunft. In drei Dekanaten wurde in den letzten beiden Jahren bereits das neue Miteinander in der Seelsorge gesucht und erprobt: Die Dekanate Linz/ Nord, Eferding und Bad Ischl präsentierten ihre Erfahrungen.
Im Dekanat Bad Ischl hat das zu einer von allen Pfarrern und Pfarrgemeinderats-Obleuten unterzeichneten Dekanatsvereinbarung geführt. Der Prozess brachte dort auch eine deutliche Verstärkung der ökumenischen Zusammenarbeit.

Pfarren arbeiten zusammen. Im Dekanat Eferding hat man ebenso zu einem deutlichen Mehr an Zusammenarbeit gefunden. Eine „erweiterte Dekanatsleitung“ unterstützt den Dechant seither. Das Ziel: Die Pfarren wollen alles tun, um als „einladende Kirche“ wahrgenommen zu werden. Die Pfarrgemeinderats-Obleute treffen sich nun, auch Pfarrblattverantwortliche und die Bildungswerke arbeiten enger zusammen.
Eine gemeinsam angebotene Trauerbegleitung. Das ist eine der Früchte des Dekanatsprozesses in Linz-Nord. Ebenso, dass für das Dekanat eine Jugendleiterin angestellt werden konnte. Auch in Linz-Nord haben sich die Fachausschüsse für Öffentlichkeitsarbeit bereits mehrfach gemeinsam getroffen.
Das große Ziel solcher Zusammenarbeit auf Dekanatsebene ist – so Bereichsleiterin Mag. Monika Heilmann –, dass die Lebenswirklichkeit der Menschen gut wahrgenommen wird. Schrittweise sollen auch in weiteren Dekanaten solche „Prozesse“ begonnen werden.

Einsparungen notwendig. Generalvikar Dr. Severin Lederhilger skizzierte den Stand des „Zukunftsprozesses“. Im November 2010 soll bei einer gemeinsamen Konferenz von Pastoralrat, Priesterrat und Dechantenkonferenz der weitere Weg unter den gegebenen neuen Voraussetzungen beraten werden.
Die Diözese Linz wird in Zukunft mit einem um etwa 10 Prozent niedrigeren Budget ihre Aufgaben und Ziele bewältigen müssen. Einkommensstarke Jahrgänge an Kirchenbeitragszahlern gehen in Pension, die nächste Generation ist weniger kirchlich geprägt. Das lässt deutlich weniger Kirchenbeiträge erwarten.
Eingespart wird zum größeren Teil bei gesamtdiözesanen Einrichtungen, indem etwa die Personalverwaltungen und Buchhaltungen verschiedener Stellen zusammengelegt werden. Kirchliche Liegenschaften sollen besser genutzt werden. Auch im Bildungsbereich wird es Einsparungen geben. Unter dem neuen Diözesanökonom Mag. Reinhold Prinz wird eine neue Bauordnung erarbeitet.

Auch Pfarren müssen sparen. Aber auch für die Pfarren wird weniger Geld zur Verfügung stehen. Die Zusammenarbeit unter Pfarren wird dann verbindlich vorgesehen sein. Die konkreten Maßnahmen werden nach den Beratungen im Priesterrat und mit den Dechanten Ende März bekannt gegeben.

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