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Jobprognosen sollte nicht blind vertraut werden

Studienwahl in Krisenzeiten

Seit einem Jahr hat die Wirtschaftkrise die Welt fest im Griff. Der Arbeitsmarkt wird sich nicht vor dem Frühjahr 2010 erholen. Wer vor der Studienwahl steht, sollte sich davon nicht allzusehr verunsichern lassen und momentan kriselnde Branchen nicht von vornherein links liegen lassen.

Die Arbeitslosenzahlen steigen weiter an und noch lässt sich das Licht am Ende Tunnels nur erahnen. So düster die Situation momentan ist, für künftige Studierende hat Mag. Karin Steiner eine gute Nachricht parat. „Wer in drei oder vier Jahren ein Studium beenden wird, findet ziemlich sicher eine deutlich bessere Jobsituation als heute vor“, sagt die Wiener Arbeitsmarktforscherin .
Uniabsolventen, die momentan auf Jobsuche sind, rät die Expertin zu einer Doppelstrategie. Neben einer intensiven Jobsuche ein weiteres Semester auf der Hochschule einschreiben, um damit Zeit zu gewinnen. Steiner: „Es wird besser werden. Ein bisschen Optimismus braucht man im Leben.“

Ansturm auf Lehrerausbildung. Zuversichtlich was ihre Jobchancen betrifft, sind wohl die vielen Bewerber/innen auf einen Platz an den Pädagogischen Hochschule. An der Hochschule der Diözese Linz gibt es etwa um die Hälfte mehr Anmeldungen als im Vorjahr und auch auf Universitäten zeichnet sich ein Trend zum Lehramtsstudium ab. Viele der angehenden Jungpädagogen erwarten sich einen sicheren Berufseinstieg von dem ab 2012 prognostizierten Lehrermangel. Steiner vermutet, dass dieser Sicherheitsaspekt für viele im Vordergrund bei der Studienwahl steht. Auch in Zeiten der Krise sei die alleinige Device „Hauptsache ein sicherer Job“ jedoch das falsche Studienmotiv. „An erster Stelle sollte das persönliche Interesse und die Fähigkeiten für den gewählten Beruf stehen. Nicht jeder ist zum Beispiel für den Lehrerberuf geeignet“, sagt die Forscherin.
Deshalb solle sich jeder vor dem Studium eingehend beraten lassen. Etwa auch zu den Verdienstmöglichkeiten in den verschiedenen Wirtschaftszweigen. Steiner: „Das muss einem bei der Studienwahl klar sein: Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaft verdienen weniger als Techniker.“

Niedriges Risiko, arbeitslos zu werden. Bei den Jobprognosen auf dem Bildungssektor sei Vorsicht geboten, meint die Arbeitsmarktforscherin. „Keiner weiß, wer in fünf Jahren Bildungsminister ist und ob dann nicht wieder Stellen eingespart werden“. Es könnte demnach sein, dass etwas weniger Lehrer/innen gesucht werden als momentan vielfach angenommen. Eine Jobgarantie gibt es für Studienabgänger eben längst nicht mehr, meint Karin Steiner. Wobei dennoch vieles für ein Studium spreche: Akademiker haben das niedrigste Risiko arbeitslos zu werden. Nur 2,8 Prozent der Hochschulabsolventen sind momentan ohne Job, während die Arbeitslosenquote unter Pflichtschulabsolventen bei 15,7 Prozent und unter Erwebstätigen mit Lehrabschluss bei 5,3 Prozent liegt (Quelle: AMS August 2009).

Keine Angst vor Technikstudium. Überhaupt die besten Arbeitsmarktchancen in Verbindung mit hohem Einkommen sieht Steiner in den Bereichen Wirtschaft, Jus und Technik. Dabei sei die Krise in vielen Industriebranchen kein Grund sich von einem Technikstudium grundsätzlich abschrecken zu lassen, betont Karin Steiner. Die kurzfristigen Prognosen mögen momentan noch wenig rosig sein, spätens nach 2011 sollte es bergauf gehen. Noch dazu wo viele Zweige wie die Elektrotechnik nach wie vor einen Mangel an Fachkräften beklagen.


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Orientierung bei Berufswahl

Eine wichtige Entscheidungshilfe bei der schwierigen Hochschulwahl bietet die Studieninformationsmesse auf dem Campus der Johannes-Kepler- Universität Linz, die derzeit läuft. Sie ist für angehende Studierende von 16. bis 18. September, jeweils 9 bis 15 Uhr, geöffnet. Wer diese Messe verpasst, kann sich noch auf der Berufsinformationsmesse (14. bis 17. Oktober) in Wels eingehend über Karrieremöglichkeiten informieren. Dort gibt es neben den Studienfächern auch Einblicke in Lehrberufe, weiterführende Schulen und duale Berufsausbildung.

- Infos zur Studieninfomesse: www.sim.jku.at/ sowie Infos zur Berufsinfomesse: www.jugend-und-beruf.at

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