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Bischof Ludwig Schwarz: Dialog statt Diffamierung

Nach heftigen Reaktionen auf Personalentscheidung: Bischof Schwarz will Mitte stärken

Kein Kurswechsel, sondern die Festigung des Weges der Mitte. Das will Bischof Dr. Ludwig Schwarz mit der Neubesetzung im Kommunikationsbüro erreichen. Im Gespräch mit der KirchenZeitung wirbt er für ein neues Miteinander.

„Ich hatte schon länger einen Funktionswechsel hinsichtlich meines Pressesprechers überlegt.“ Das erklärte Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz am Mittwoch der Vorwoche, nachdem die Entpflichtung von Mag. Ferdinand Kaineder als Leiter des diözesanen Kommunikationsbüros zahlreiche Proteste ausgelöst hatte.

Der KirchenZeitung gegenüber zeigte sich Bischof Schwarz sehr betroffen: „Ich bedauere es sehr, dass es aufgrund dieses Funktionswechsels Aufregung und Betroffenheit unter verschiedenen Gruppen in der Diözese gibt“, betont er, und: „Es ist nicht meine Absicht, Unruhe in die Diözese zu bringen.“
Nach seiner Genesung von einer Sommergrippe erörterte er am Freitag näher seine Beweggründe. Nach seinem Verständnis soll ein Pressesprecher nicht nur loyal zur Diözese und zu seinem Bischof stehen und seine Anliegen in die Öffentlichkeit tragen, sondern es soll die Person des Sprechers auch selbst für die Inhalte stehen, die sie im Namen des Bischofs vertritt. Die Vertrauensbasis dafür sei zuletzt nicht mehr gegeben gewesen. Ausschlaggebend sei vor allem gewesen, dass Kaineder aufgrund seiner exponierten Arbeit in der Öffentlichkeit oft Zielscheibe der Kritik war. Mit einem Wechsel in der Leitung der Öffentlichkeitsarbeit erwartet Bischof Schwarz, dass nun auch von Seiten der Kritiker Kaineders konstruktiv der gemeinsame Weg beschritten wird. „Alle sollen nun wieder an einem Strang ziehen und den Weg der Mitte gehen. Mögliche Auffassungsunterschiede sollen im Dialog und nicht in öffentlichen Beschuldigungen geklärt werden. Gegenseitige öffentliche Diffamierungen dürfe es in der Kirche nicht geben.

Kein Kurswechsel. Schwarz verweist darauf, dass er bei seiner Amtsübernahme 2005 alle diözesanen Gremien und Funktionsträger vom Vorgänger Bischof Maximilian Aichern übernommen und bestätigt hatte. Er will weiterhin mit diesen arbeiten und bekräftigt noch einmal: „Es war eine Maßnahme in einem Einzelbereich.“ An weitere Funktionswechsel denkt Bischof Schwarz nicht.
Die Maßnahme soll nicht als ein Kurswechsel gedeutet werden. Es habe auch bisher keinen eigenen „Linzer Weg“ gegeben, sondern den einen Weg der Kirche, den auch die Diözese Linz im Gleichschritt mit der Weltkirche geht. Dabei müsse auch das, was Rom sagt, akzeptiert und mitgetragen werden.
Richtschnur für den Weg der Kirche in die Zukunft müsse sein, was schon die Diözesansynode nach dem Konzil formuliert hatte: Kirche ist „Kirche um der Menschen willen“.

Weihbischof soll Mann der Mitte sein. Wie bereits nach dem Rückzug von Dr. Gerhard Wagner als Weihbischof angekündigt, will Diözesanbischof Dr. Schwarz nach einer Pause neuerlich um einen Weihbischof in Rom ansuchen. „Die Entscheidung liegt in Rom, aber ich hoffe sehr auf einen Mann der Mitte, der von allen Seiten Zustimmung findet“, erklärt der Diözesanbischof gegenüber der KirchenZeitung.
Bischof Schwarz macht deutlich: Er will sich weiterhin um ein gutes Verhältnis der Diözese Linz mit Rom bemühen und zugleich die Zusammenarbeit aller Gruppen in der Diözese Linz fördern.
Mit der Leitung des Kommunikationsbüros hat Schwarz die bisherige Stellvertreterin Mag. Gabriele Eder-Cakl zwischenzeitlich beauftragt. Geäußerte „Befürchtungen“, dass dann jemand aus jenen Gruppen, die bisher massiv die Absetzung Kaineders gefordert hatten, folgen könnte, zerstreut Bischof Dr. Schwarz. „Ich will nicht Unruhe stiften, sondern ein positives Klima fördern.“


Reaktionen

Eine Reihe von kirchlichen Gruppen und Einzelpersonen haben auf die Entpflichtung von Ferdinand Kaineder reagiert. Hier Ausschnitte aus Stellungnahmen.

Die Präsidentin der Katholischen Aktion Margit Hauft spricht von einer Besorgnis erregenden Situation: „Es ist kein Geheimnis, dass Bischof Ludwig Schwarz von ultrakonservativen Gruppen sehr stark unter Druck gesetzt wird.“ Der Einsatz für Glaubensverkündigung und lebendige Pfarren sei ein besonderes Verdienst von Ferdinand Kaineder gewesen. Er habe sich als Sprecher der gesamten Diözese und nicht einzelner Gruppen gesehen und ist gleichzeitig in voller Loyalität zum Bischof gestanden.

Die Katholische Frauenbewegung in OÖ „bedauert, dass Bischof Schwarz sein Handeln an den lauten Protesten einiger weniger orientiert, anstatt mit der breiten Mitte der Kirche in Oberösterreich in die Zukunft zu gehen.“ Kaineder hätte „vielen einen Zugang zum Glauben eröffnet und sie zum Engagement in dieser Kirche bewegt.

Die Interessensgemeinschaft der Laientheolog/innen wertet die Maßnahme als ein „Nachgeben gegenüber einer unzufriedenen Minderheit“ und sieht einen „Kulturbruch“ innerhalb des bisher guten Miteinanders von Kirchenleitung, Priestern und LaienmitarbeiterInnen.

Im OÖ Journalistenforum, einer Teilorganisation der Katholischen Aktion, fürchtet man, dass journalistische Arbeit durch die Abberufung von Ferdinand Kaineder sicherlich schwieriger wird.

Das Diözesanteam der Katholischen Jugend OÖ kann die Gründe für die Entscheidung „nicht nachvollziehen“. „Wir befürchten erneut Auswirkungen auf das Klima der Zusammenarbeit in unserer Diözese.“ Gemeinsam mit dem Bischof will man weiterhin den Weg einer weiten und einladenden Kirche gehen.

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