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Aussendungen zum Wechsel im Kommunikationsbüro: KA OÖ, IG LaientheologInnen, KJ-OÖ, KFB

KA-Präsidentin Hauft: Abberufung des Kommunikationsbüro-Leiters ist nicht nachvollziehbar. Der Vorstand der Interessensgemeinschaft der LaientheologInnen der Diözese Linz ist bestürzt. Katholische Jugend OÖ bedauert Entpflichtung von Ferdinand Kaineder. Katholische Frauenbewegung OÖ: Betroffen über Abberufung Kaineders.

 Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich

Die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich sieht die Diözese Linz derzeit in einer Besorgnis erregenden Situation: "Es ist kein Geheimnis, dass Bischof Ludwig Schwarz von ultrakonservativen Gruppen sehr stark unter Druck gesetzt wird", stellt Margit Hauft fest. So sei etwa auf gewissen Internet-Seiten und durch direkte Interventionen bis in den Vatikan bereits seit längerer Zeit die Abberufung des Leiters des diözesanen Kommunikationsbüros gefordert worden.

Ob durch die nun erfolgte Personalentscheidung des Linzer Bischofs eine Entspannung in der Diözese eintritt, bezweifelt die KA-Präsidentin.

Der Einsatz für Glaubensverkündigung und lebendige Pfarren sei ein besonderes Verdienst von Ferdinand Kaineder gewesen. Er hat sich immer als Sprecher der gesamten Diözese und nicht einzelner Gruppen gesehen und ist gleichzeitig in voller Loyalität zum Bischof gestanden. Damit, so Hauft bildlich, "ist es auch in stürmischen Zeiten gelungen, das Schiff der Kirche in Oberösterreich gut und ausgewogen auf Kurs zu halten."

Für viele haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen auf allen Ebenen, die in den vergangenen Jahren in ihrer Arbeit vom Kommunikationsbüro unterstützt wurden, sei die Abberufung des "Pressechefs" deshalb "vollkommen unverständlich und nicht nachvollziehbar", betont Hauft.

http://www.dioezese-linz.at/pastoralamt/ka


 
Interessensgemeinschaft der LaientheologInnen der Diözese Linz

Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass Mag. Ferdinand Kaineder von Bischof Ludwig Schwarz als Leiter des Kommunikationsbüros abgesetzt wurde. Die Betroffenheit ist insofern groß, als diese Maßnahme ein Nachgeben gegenüber Anschwärzungen und Diffamierungen einer unzufriedenen Minderheit ist. Die Tragweite dieses Vorgehens sollte nicht unterschätzt werden, ja man kann von einem „Kulturbruch“ innerhalb des bisher guten Miteinanders von Kirchenleitung, Priestern und LaienmitarbeiterInnen in der Diözese Linz sprechen.

Abgesehen vom Verzicht auf die Dienste eines äußerst kompetenten und engagierten Mitarbeiters, entsteht bei vielen LaienmitarbeiterInnen und Priestern der Eindruck, dass die Kirchenleitung mehr auf einseitigen Druck gewisser Minderheiten reagiert, als auf die breite Basis der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und man fragt sich, wer hier wem noch den Rücken stärkt. Diese Vorgehensweise erzeugt ein Klima der Unsicherheit, Unruhe und Unzufriedenheit und konterkariert den vorangegangen „Versöhnungsprozess“ in der Diözese. Diese Entwicklung macht uns sehr besorgt.

Wir wünschen und erwarten uns deshalb von Bischof Ludwig Schwarz, den wie bisher am Evangelium orientierten und den Grundsätzen des 2. Vatikanischen Konzil verpflichteten Weg der Katholischen Kirche in der Diözese Linz weiterzugehen und in einem gemeinschaftlich-geschwisterlichen Prozess, die Zukunft dieser lebendigen und vielfältigen Kirche, die vielen Menschen am Herzen liegt, zu gestalten.

Mag. Reinhard Wimmer und der Vorstand der Interessensgemeinschaft der LaientheologInnen der Diözese Linz

Stellungnahme des Diözesanteams der Katholischen Jugend OÖ zur Entpflichtung des Leiters des Kommunikationsbüros:

Wie viele in unserer Diözese nehmen wir die Veränderung in der Leitung des
diözesanen Kommunikationsbüros mit großer Sorge wahr. Wir teilen die
Einschätzung unserer KA-Präsidentin Margit Hauft. Auch wir bedauern die
Entpflichtung von Ferdinand Kaineder.

Was immer auch die Gründe für diese Entscheidung gewesen sein mögen, wir können sie nicht nachvollziehen.
Wir befürchten erneut Auswirkungen auf das Klima der Zusammenarbeit in unserer
Diözese. Eine fruchtbare Arbeit im Dienst der Jugendlichen wird dadurch
erschwert. Gemeinsam mit dem Bischof möchten wir weiterhin den Weg einer
weiten und einladenden Kirche gehen, die sich der "Freude und Hoffnung,
Trauer und Angst der Menschen von heute" verpflichtet weiß. Das entspricht  dem Weg und der Botschaft Jesu. Wir treten ein für einen Weg, der Pluralismus und Meinungsvielfalt schätzt und fördert, wo lebendiger Austausch gepflegt und nicht aus Angst vor Illoyalität unterdrückt wird.

Was der Konzilstheologe Karl Rahner schon 1953 formuliert hat, ist
offensichtlich auch noch im Jahr 2009 aktuell:
"Weil wir vielleicht da und dort noch auf Seiten der Autorität und der
Untergebenen an gewisse patriarchalische Formen der Leitung und des
Gehorsams gewöhnt sind, die mit dem eigentlichen Wesen der kirchlichen
Autorität und des Gehorsams keinen notwendigen und immergültigen
Zusammenhang haben, darum kann es vorkommen, dass eine auch berechtigte
freimütige Meinungsäußerung über kirchliche Dinge auf Vertreter der
kirchlichen Autorität den Eindruck versteckter Rebellion oder eines
Ressentiments gegen die kirchliche Obrigkeit macht und bei anderen
Menschen in der Kirche, die die alten Formen gewohnt sind, auch
tatsächlich einen nicht erfreulichen Klang hat." (Karl Rahner, Das freie
Wort in der Kirche, 1953)

Gegen ein solches Klima von Befürchtungen, Ängsten und gegenseitigen
Verdächtigungen wollen wir als Kath. Jugend OÖ ein Bild von Kirche setzen, das wir in den Worten Kardinal Königs wiederfinden:

Die Kirche Christi sei:
Eine einladende Kirche.
Eine Kirche der offenen Türen.
Eine wärmende, mütterliche Kirche.

Eine Kirche des Verstehens und Mitfühlens,
des Mitdenkens, des Mitfreuens und Mitleidens.
Eine Kirche, die mit den Menschen lacht
und mit den Menschen weint.
Eine Kirche, der nichts fremd ist
und die nicht fremd tut.
Eine menschliche Kirche,
eine Kirche für uns.

Eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann.
Eine Kirche, die ihre Kinder sucht und ihnen nachgeht.
Eine Kirche, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind:
bei der Arbeit und beim Vergnügen,
beim Fabriktor und auf dem Fußballplatz,
in den vier Wänden des Hauses.
Eine Kirche der festlichen Tage
und eine Kirche des täglichen Kleinkrams.
Eine Kirche, die nicht verhandelt und feilscht,
die nicht Bedingungen stellt oder Vorleistungen verlangt.

Eine Kirche, die nicht politisiert.
Eine Kirche, die nicht moralisiert.
Eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse verlangt oder ausstellt.
Eine Kirche der Kleinen,
der Armen und Erfolglosen,
der Mühseligen und Beladenen,
der Scheiternden und Gescheiterten
im Leben, im Beruf, in der Ehe.

Eine Kirche derer, die im Schatten stehen,
der Weinenden, der Trauernden.
Eine Kirche der Würdigen,
aber auch der Unwürdigen,
der Heiligen, aber auch der Sünder.
Eine Kirche - nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen, helfenden Tat.
Eine Kirche des Volkes. 
 
http://www.kj-ooe.at

 

 
 
Katholische Frauenbewegung OÖ: Betroffen über Abberufung Kaineders

Auch die Katholische Frauenbewegung in OÖ zeigt sich betroffen über die Abberufung des Leiters des diözesanen Kommunikationsbüros. Vorsitzende Erika Kirchweger: „Ferdinand Kaineder steht für eine Kirche, die offen ist für die Sorgen und Nöte der Menschen und die sie auf ihren Lebenswegen begleitet. Sein persönliches Glaubenszeugnis war für viele Menschen ein Anknüpfungspunkt. Er hat vielen einen Zugang zum Glauben eröffnet und sie zum Engagement in dieser Kirche bewegt. Die Entscheidung des Bischofs ist für mich unverständlich und stößt viele vor den Kopf, die sich für eine menschenfreundliche Kirche einsetzen.“

Die Leitung der kfb OÖ bedauert, dass Bischof Schwarz sein Handeln an den lauten Protesten einiger weniger orientiert, anstatt mit der breiten Mitte der Kirche in Oberösterreich in die Zukunft zu gehen.
 
 

 
 

(Quellen: Katholische Aktion, IG LaientheologInnen, Katholische Jugend OÖ, KFB OÖ | sg)

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