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Pressegespräch: Diözesanbischof Schwarz präsentiert den designierten Weihbischof Wagner

In einem Pressegespräch am Montag, 2.2.2009 im Linzer Bischofshof präsentierte Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz den designierten Weihbischof Dr. Gerhard Wagner.

Bischof Schwarz beschrieb zuerst die Aufgaben eines Weihbischofs und begrüßte seinen designierten Weihbischof Dr. Gerhard Wagner im Linzer Bischofshof. 
Wagner wird Titularbischof der nordafrikanischen Diözese Zuri.
Sein Wahlspruch wird sein: „Magnifikat anima mea dominum“ -  „Meine Seele preist die Größe des Herrn“.

Gerhard Wagner stellte sich den Journalisten vor und beschrieb sein Grundanliegen: „Es geht letztlich um die Botschaft des Glaubens. Ich möchte seelsorger sein und für die Menschen dasein. Ich hoffe, dass ich dies auch in Zukunft sein darf. Es ist ein Zeichen der Liebe.“

Im Folgenden geben wir den Wortlaut der Stataments von Bischof Schwarz und Gerhard Wagner wieder. Das gesamte Pressegespräch ist nachzuhören und nachzusehen. 

Pressegespräch zum Hören

Bilder vom Pressegespräch
Bilder vom Pressegespräch

Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz

Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind und das große kirchliche Ereignis unserer Diözese mit Aufmerksamkeit und mit echtem Interesse verfolgen.

Mein besonderer Willkommensgruß gilt dir, dem neu ernannten Weihbischof selber und ich danke Gott und freue mich aufrichtig darüber, dass Papst Benedikt XVI. den Pfarrer von Windischgarsten Dr. Gerhard Maria Wagner zum neuen Weihbischof von Linz ernannt hat.

Ich möchte jetzt sagen, was ein Weihbischof ist. Die Arbeitsplatzbeschreibung ist eigentlich einfach: ein Weihbischof unterstützt den jeweiligen Diözesanbischof, damit ist alles Wesentliche gesagt.
Kirchenrechtlich ist die korrekte Bezeichnung für einen Weihbischof „Titularbischof“ und „Auxiliarbischof“. Der lateinische Name „episkopus auxiliaris“. Also ein Hilfsbischof zur Unterstützung des Diözesanbischofs. Er trägt auch den Titel „Titularbischof“, das möchte ich näher erklären: Der Weihbischof wird nämlich auch für eine Diözese geweiht, die aber nicht mehr existiert und ist daher nur dem Titel nach Bischof. Seine Bischofsstadt heißt Zuri, er ist also Titularbischof von Zuri, eine Bischofsstadt in Nordafrika, die im ersten Jahrtausend blühend war, aber dann durch die Stürme des Islam überrannt wurde.
Jeder Tituarbischof wird also auf eine Diözese geweiht, seine Diözese heißt Zuri, und er ist mir zur Seite gegeben. 

Nun aber ein Wort über die Aufgaben des Weihbischofs:
Weihbischöfe unterstützen den Diözesanbischof in der Leitung seiner Diözese. Im Auftrag des Diözesanbischofs führen sie etwa die regelmäßig vorgeschriebenen Bischöflichen Visitationen. Bis jetzt hab ich alleine mit Hilfe einiger Mitglieder des Domkapitels die Visitationen durchgeführt und ich bin sehr dankbar, dass du jetzt da bist und mir auf diesem Gebiet helfen kannst, weil wir eine große Anzahl von Pfarren haben - 487.  Also die vorgeschriebenen Visitationen in den Pfarren, das ist eine Aufgabe. Weiters vertritt der Weihbischof den Diözesanbischof bei Weihehandlungen. Er kann z.B. eine Kirchweihe vornehmen, er kann Diakone und Priester weihen. Er kann Firmungen spenden und auch andere Segnungen und Weihungen vornehmen.
Hinzu kommt, dass Weihbischöfe für den Diözesanbischof besondere Ratgeber in seelsorglichen Fragen sind. Nach dem Kirchenrecht kann der Weihbischof den Diözesanbischof aber nur in Weihehandlungen vertreten. Die Leitung der Diözese ist Sache des Diözesanbischofs.
Im Konkreten wurde einvernehmlich festgelegt, dass die Bischofsweihe am Sonntag, 22. März 2009 um 15 Uhr im Mariendom Linz vorgenommen wird.
Die Weihe wird von mir gespendet und ich werde von weiteren Bischöfen assistiert.

In Österreich gibt es sechs Weihbischöfe, diese nehmen auch an den Bischofskonferenzen teil

Wohnen wird der neue Weihbischof, wie es schon bei den Vorgängern der Fall war, hier im Bischofshof.


Was mir leid tut, war die zum Teil sehr negative Berichterstattung in den ersten Tagen. Ich glaube, der Weihbischof hat sich nicht beworben um diesen Posten, er hat im Gehorsam dem Papst gegenüber diese Aufgabe in aller Demut übernommen und da würde man auf christlicher Seite eine bessere Begrüßung und Einführung erwarten als hauptsächlich von negativen Dingen zu sprechen. Es war wirklich unschön in unserer Diözese, das möchte ich hier deutlich sagen, denken wir nur an das Wort Christi „Warum siehst du den Splitter im Auge des Bruders, aber den Balken im eigenen Auge siehst du nicht“.
Ich freue mich, dass wir manches zurecht richten können, auch in dieser Pressekonferenz, und damit beschließe ich meine Einführung und Darlegung über die Aufgaben des Weihbischofs und ich darf dich nun bitten, dass du über deinen Weg was sagst.

Erste Begegnung von Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz und dem designierten Weihbischof Dr. Gerhard Wagner
Erste Begegnung von Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz und dem designierten Weihbischof Dr. Gerhard Wagner

Statement Dr. Gerhard Wagner

Exzellenz, hochwürdigster Herr Diözesanbischof, meine lieben Mitbrüder, liebe Journalisten.
Ich darf auch ein herzliches Wort des Grußes sagen zu Beginn. Entschuldigung, ich bin noch nicht vertraut mit dieser Szene, aber ich bin jetzt da und dankbar, dass Sie auch gekommen sind, weil einfach die Begegnung, das Gespräch auch für mich immer etwas Wichtiges ist, und tatsächlich etwas, was man auch klarstellen kann. Sie schenken der Kirche in diesen Tagen eine große Aufmerksamkeit und ich denke schon, die Kirche soll immer auch ein Thema sein, geht es doch letztlich um die Botschaft für das Leben, für das ewige Leben, und es geht letztlich um die Botschaft des Glaubens. Und dafür stehe ich, das schicke ich voraus.

Ganz kurz zu meinem Leben: Ich bin 1954 in Linz geboren und meine Eltern sind im Mühlviertel in Warberg ob der Aist, ich stamme aus einer Arbeiterfamilie, meine Eltern sind Gott sei Dank noch am Leben, ich freue mich darüber. Ich hab die Volksschule in Wartberg ob der Aist absolviert und kam dann ins Kollegium Petrinum nach Linz, wo ich acht Jahre in der Schule tätig war und lernen durfte. Ich denke da noch dankbar an meinen Präfekten Franz Greil, der mein Präfekt und Erzieher war – damit sage ich auch was mich geprägt hat – immer wieder Priestervorbilder, mein Heimatpfarrer Johannes Edlmüller, der auch in der Pfarre sehr engagiert tätig war und im Einsatz für die Leute damals stand.
Für mich war es eigentlich von klein auf der Wunsch Priester zu werden und dann ist das immer substanzieller geworden, sodass dann für mich nach der Matura auch klar war, dass ich ins Linzer Priesterseminar eintrete, was ich dann eben auch getan habe.
Nach zwei Jahren kam ich dann nach Rom. Ich erinnere mich noch als Regens Wiener mich damals gefragt hat „Willst du nach Rom gehen?“ war meine erste Reaktion „Nein, da geh ich nicht hin“. Ich saß dann nachher in einem Kaffeehaus in der Nähe des Priesterseminars mit ein paar Studenten und hab dann doch stolz erzählt dass mich der Regens gefragt hat, dann haben sie gefragt, was ich gesagt habe: „Nein“. Dann sagten die mir, sie wurden auch gefragt und haben „nein“ gesagt und bereuen es ein wenig. Dann hab ich mir gesagt: Hoppala, da ist mehr dahinter. Da steckt etwas dahinter, was ich doch genauer bedenken muss und spontan reagieren. Am nächsten Tag ging ich zum Regens und sagte ihm: „Ich geh doch“.
Und so kam ich dann nach Rom, bin mit einem VW nach Rom gekommen, damals mit Vieböck und Mittendorfer und war dann fünf Jahre in Rom und hab dort schon Kirche im großen Horizont erlebt, in der Weite dieser Welt. Hab dort schon gespürt, da ist Gemeinschaft über die Grenzen hinaus, über das, was oft die Enge des Lebens ausmacht.
Ich wurde 1978 in Rom zum Priester geweiht.

Nach meiner Rückkehr war ich Kaplan in Bad Ischl und hab dort viel im Umgang mit Kindern und Jugendlichen gelernt, ein besonderer Bereich, für Kinder und Jugendliche da zu sein und das hat sich dann fortgesetzt, das hab ich nicht aufgegeben.
Bischof Maximilian sagte, ich sollte doch noch einmal nach Rom gehen und hab dann dort meine Studien der dogmatischen Theologie 1988 abgeschlossen.

Ich kam dann zurück in die Diözese, als Pfarrer von Windischgarsten.
Ich habe dort gespürt, Seelsorge ist etwas ganz großes, für die Leute da sein, den Glauben verkünden, das ist unsere Aufgabe.
Das habe ich immer als meine Aufgabe gesehen, die Menschen zu Gott zu führen, ich habe zugleich viel Raum gefunden, menschlich mit den Leuten umzugehen, den Menschen zu begegnen und sie zu begleiten und da und dort dabei zu sein, das war für mich immer etwas sehr Wichtiges.
Sodass ich sage: Seelsorge ist für mich etwas ganz Zentrales und ich hoffe, dass ich auch in Zukunft Seelsorger sein darf.
Denn das sind wir als Priester und Bischof in den verschiedensten Funktionen. Wo immer wir Aufgaben haben, sind wir um die Seele des anderen besorgt. Es ist ein Zeichen von Liebe, es ist ein Zeichen von Zuwendung und dann stellt sich natürlich die Frage „Was geben wir den Leuten mit?“
Was geben wir ihnen mit auf den Weg, ist das wirklich das Vergängliche oder müssen wir einfach auf das Unvergängliche Bedacht nehmen und engagiert das Evangelium verkünden und weitersagen, was uns aufgetragen ist. Denn wir sagen, was letztlich uns der Glaube sagt.

Die Menschen in der Pfarre waren mir sehr zugetan, sodass eine Seelsorge auf breiter Basis möglich war und wer sich nicht nur an irgendwelchen Themen aufhängt, sondern auch das Internet in unserer Pfarre verfolgt, der weiß wovon ich rede ohne dass ich jetzt ausdrücklich bis ins Detail gehe.

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