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100 Jahre: Johann Mühleder. Foto: KIZ/Paul Stütz. |
„So viele Autos habe ich noch nie vor meinem Haus gesehen“, staunt Johann Mühleder. Nachbarn, Familie, die Pfarre St. Magdalena, der Altlandeshauptmann. Sie alle sind vorletzte Woche gekommen, um ihm zum 100. Geburtstag zu gratulieren.
Wer dieses gesegnete Alter erreicht, kann viel erzählen. Besonders gerne erinnert sich Johann Mühleder an die Zeit, als er 1926 als Geselle aus Zwettl an der Rodl nach Linz kam. Im Kolpinghaus fand der gelernte Sattler und Schuhmacher eine neue Heimat. „Dort hab ich endlich was G’scheits zu essen bekommen“, erzählt Johann Mühleder, der in bitterer Armut aufwuchs. Selbst wenn sie keinen müden Groschen mehr hatten, wurden die Gesellen dank Kolping mit dem Nötigsten versorgt.
Für schöne Erinnerungen sorgt auch, dass er zu dieser Zeit seine Frau kennenlernte. „Mit ihr habe ich ein ganz großes Glück gehabt“, sagt Mühleder über seine Frau, mit der er 71 Jahre lang verheiratet war. Vor vier Jahren ist sie im Alter von 94 Jahren gestorben.
Den Glauben nie verloren. Der Glaube nimmt im Leben des 100-Jährigen einen wichtigen Platz ein. „Damit bin ich immer gut gefahren.“ Ihn habe er auch in den schrecklichen Zeiten des Zweiten Weltkriegs nicht verloren, als er bei der Marine an der Ostsee in Kiel einrücken musste. Insgesamt wurde Johann Mühleder nach Bombenangriffen dreimal verschüttet. Einmal hat er nur ganz knapp überlebt.
Keine Erklärung für hohes Alter. Dass er einen besonderen Schutzengel haben muss, zeigte sich auch nach dem Krieg: 1968 wurde er von einem Auto niedergefahren und schwer verletzt. Johann Mühleder brauchte fast ein Jahr, um sich vollständig davon zu erholen. Wieso er trotz allem so alt werden durfte und sich bis heute bester Gesundheit erfreut, dafür hat er selbst keine Erklärung
parat: „Es ist mir ein Wunder“, sagt Mühleder, der ab und zu sogar Zigarren raucht. „Er hat nie im Überfluss gelebt“, sieht hingegen seine jüngere Tochter Elisabeth als einen Grund für das hohe Alter ihres Vaters.
Sammeln alter Nähmaschinen. Vielleicht hält Johann Mühleder aber auch sein Hobby jung. Viel Zeit hat der 100-Jährige seit seiner Pensionierung in das Sammeln von alten Gerätschaften gesteckt. Den Weg zum Hauseingang pflastern alte Elektroherde und Kühlschränke aus dem Jahre Schnee. In der Stube thronen alte Nähmaschinen auf der Schubladenkommode. 150 Husqvarnas, Pfaffs und Co sind es im ganzen Haus. Maschinen hätten ihn einfach schon von Kindestagen an fasziniert, erzählt er. Mühleder lächelt: „Des is mein Vogl.“
Personen
Hundertjährige
In Oberösterreich gibt es rund 90 Menschen, ca. 70 Frauen und 20 Männer, die 100 Jahre oder älter sind (letzte Erhebung
Sommer 2007).
Ihren 100. Geburtstag konnte Ende Februar auch Anna Rehpaß feiern. Die älteste Bürgerin von Altheim ist noch immer Mitglied der pfarrlichen KFB-Gruppe. Schon seit einigen Jahren singen ihr die Frauen ein Ständchen zum Geburtstag –
zur großen Freude von Anna Rehpaß. „Sie ist so lebendig und fröhlich“, beschreibt sie Erna Hatheier von der Pfarr-KFB.
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100 Jahre: Anna Rehpaß. Foto: Privat. |
Paul Stütz
KIZ Ausgabe 2008/13
2008-03-26 13:42:19
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