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Ein Schiff mit Geschichte

Die Kirchenzeitung lädt zum Fest „Solidarität macht Dampf“ aufs Schiff

Franz M. Glaser
Franz M. Glaser
Ein Schifff steht unter Dampf – auch symbolisch – wenn die Kirchenzeitung am 9., 10. und 13. Mai zum Fest auf die Schönbrunn einlädt. Anlass dafür ist die Verleihung des 10. Solidaritätspreises am 15. Mai im Linzer Landhaus.



Der Donauraddampfer „Schönbrunn“ ist eine alte Dame. 1913 vom Stapel gelassen, hat sie viele Wirren überstanden und ist auch schon knapp vor der Verschrottung gestanden.

Drei „Schwestern“


Einst waren es drei Schwestern, mit Namen „Wien“, „Budapest“ und „Schönbrunn“. Sie gehörten zur Familie der Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft. Diese war damals ein berühmtes „Geschlecht“. Allerdings von Anbeginn auf staatliche Unterstützung angewiesen. Dies, obwohl die DDSG damals die größte Binnenreederei der Welt war.

Anton Gert Dießl vom Arbeitskreis DFS Schönbrunn schreibt in der 90-Jahres-Festschrift, dass die drei Schiffe lange als Inbegriff von Eleganz und Schnittigkeit galten. Anfangs fuhr die Schönbrunn auf der Strecke Wien-Budapest, war im Ersten Weltkrieg Truppentransporter und Lazarettschiff und fuhr in der Ersten Republik zwischen Wien und Budapest, manchmal auch nach Belgrad.

Schlimme Zeiten


1936 zerschellte die „Wien“ an der Wiener Reichsbrücke. Nun musste die Schönbrunn für die „Wien“ einspringen. Die Nationalsozialisten setzten sie für ihre Interessen ein. In der Festschrift steht zu lesen, dass der Dampfer als Lazarett- und Truppentransportschiff für die Balkan- und Ostfront im Einsatz war. Während beider Weltkriege hat die „Schönbrunn“ keinen einzigen Treffer abbekommen! Schon in der ersten Zeit der NS-Diktatur wurden von der „Schönbrunn“ jüdische Mitbürger/innen gegen viel Geld zum Schwarzen Meer gebracht, ihr weiteres Ziel war Palästina. – Ein dunkles Kapitel, das aber auch vielen Betroffenen das Leben rettete. Erinnerung an frühere Opfer ist ein Akt der geschichtlichen Solidarität.


1954 wurde die Schönbrunn generalüberholt. Nur Maschine, Räder, Dampfrudermaschine und Teile der Rumpfkonstruktion sowie der Schriftzug Schönbrunn an den Radkästen blieben erhalten.


Die Schönbrunn fuhr zwanzig Jahre auf der Strecke Passau-Linz-Wien. Nach und nach wurden von der DDSG alte Schiffe aus dem Dienst genommen. 1974 war die Schönbrunn schließlich das letzte noch Dienst leistende Schiff aus vergangenen Epochen. 1985 stand auch dieses Schiff ohne Nutzung da. Es begann das Tauziehen zwischen Verschrotten und Restaurieren. Vorläufig war der Raddampfer noch als Casinoschiff in Budapest und 1994 bei der oö. Landesausstellung in Engelhartszell im Einsatz.

Aufbruch


Die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) nahm sich um die Schönbrunn an, während es mit der DDSG zu Ende ging. Am 19. Oktober 1995 kaufte die ÖGEG die Schönbrunn um 1,– Schilling „plus 20 Prozent Mehrwertsteuer“. 18.000 Arbeitsstunden und 1,1 Millionen Euro wurden in seine Revitalisierung gesteckt. Nun ist das Schiff für besondere Feste bestens geeignet. Feiern Sie mit uns.


Zur Sache


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Drei der fünf Veranstaltungen auf dem Schiff sind ebenso ausgebucht wie die Feier der Verleihung im Landhaus. Eintrittskarten gibt es nur noch für die Tanzausfahrt am 10. Mai (Start 20.45 Uhr) und für den Kleinkunstabend am 13. Mai (Beginn: 20.30 Uhr). Frei zugängig ist das Kulturcafé am Dienstag-Nachmittag, 13. Mai. Das Schiff „Schönbrunn“ ankert hinter dem Linzer Brucknerhaus.

Infos: 0732/7610-3963
E-Mail: maria.luksch@kirchenzeitung.at
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