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Stellungnahmen aus der Diözese Linz zu den Grabschändungen am islamischen Friedhof in Traun

Das Referat für Ökumene und Weltreligionen, die Theologische Erwachsenenbildung sowie die Katholische Aktion haben heute öffentlich zu den Grabschändungen am islamischen Friedhof in St. Martin/Traun Stellung genommen.


Schändung islamischer Gräber in Oberösterreich – tiefe Betroffenheit
Theologische Erwachsenenbildung sowie Referat für Ökumene und Weltreligionen

In Oberösterreich gibt es seit über 10 Jahren einen engen Kontakt zwischen Diözese Linz und dem Islam (insbesondere mit der Plattform Islam). Aufgrund gemeinsamer Vortragstätigkeiten in der Erwachsenenbildung, gemeinsamer Arbeitskreise (wie z. B. jener für ReligionslehrerInnen „Salam-Grüß Gott“) oder dem dreimal im Jahr stattfindenden „Runden Tisch“ ist ein gegenseitiges Vertrauen und großer Respekt entstanden.
Umso trauriger stimmt es, dass bereits zum dritten Mal muslimische Gräber in Traun geschändet wurden. Einige Tage vor dieser Tat, am 24. September 2008, versammelten sich in Traun – neben einer großen islamischen Trauergemeinde – auch VertreterInnen der Diözese um das Grab des 29-jährigen Erwin Osman. Erwin Osman, der zu den freundlichsten und verlässlichsten Partnern im christlich-muslimischen Dialog zählte, kam zwei Tage zuvor bei einem Autounfall ums Leben.
Es bleibt zu hoffen, dass jene Täter, die selbst vor Gräbern als dem letzten Ruheplatz von Menschen nicht halt machen, rasch überführt werden. Zugleich möchten wir auch unserer Hoffnung Ausdruck geben, dass diese Tat in der Bevölkerung Oberösterreichs genau das Gegenteil von dem erreichen wird, was die Täter im Sinn hatten: statt Verachtung Achtung, statt Respektlosigkeit Respekt, statt Verharren in (noch dazu) falschen Feindbildern Aufbau von tragfähigen Beziehungen.

Kath. Aktion bestürzt über Grabschändungen am islamischen Friedhof in Traun

Fassungslos und bestürzt zeigt sich die oberösterreichische KA-Präsidentin Margit Hauft angesichts der jüngsten Grabschändungen am islamischen Friedhof in Traun. Sie verurteile den Vandalenakt aufs Schärfste, so Hauft, und hoffe auf eine rasche Aufklärung des Anschlages. Auch als Obfrau von „Land der Menschen“ sei sie tief betroffen über derartige Auswüchse von Intoleranz und Menschenfeindlichkeit.

Mit einem Verweis darauf, dass das Zusammenleben mit Muslimen überall in unserem Land zur Alltagsrealiät gehört, ruft die oberösterreichische KA-Präsidentin angesichts der entsetzlichen Vorkommnisse in Traun erneut zu mehr Besonnenheit und Respekt auf, besonders auch in der politischen Auseinandersetzung: „Das geistige und soziale Klima in Österreich darf nicht durch einseitige Parolen geprägt werden!“ Der Aufbau von Feindbildern vergifte die politische Atmosphäre und gefährde darüber hinaus den Frieden in unserem Land, betont Hauft. Die Katholische Aktion werde deshalb nicht müde werden, ihre Stimme zu erheben, gegen jede Art von Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit, gegen jede pauschale Verdächtigung und gegen jedes verhetzende Wort über Menschen anderer politischer, religiöser und sozialer Herkunft.

(KA OÖ, gec)

Katholische Aktion OÖ

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