Dienstag 26. September 2017

„Offen, tiefsinnig und humorvoll gleichermaßen ...”

Sr. Maria Schlackl sds
Maria Schlackl

Wann/Wie haben Sie Ihre Berufung gespürt? Gab es ein Berufungserlebnis oder war es ein stilles Reifen? Wie hat sich Ihr Weg in die Gemeinschaft gestaltet?

 

Was beschäftigt heranwachsende Mädchen, junge Damen (heute) mit 12 Jahren? Was spüren sie, wonach halten sie Ausschau?


Wie war das 1964, als ich 12 war? Ich bin in einer sehr offenen, christlich engagierten und lebendigen Familie aufgewachsen. An meinen Eltern und auch in unserer Pfarre in Waizenkirchen habe ich Freude am Glauben und an einer aus dem Evangelium gestalteten Lebenskultur mitbekommen. Ich kannte nichts anderes und es hat mich selbst mit Freude erfüllt. Das bereitete den Boden für ein sensibles Wahrnehmen der gesellschaftlichen Realität. Es dauerte, bis mir klar wurde, dass sich Leben nicht überall so freundlich gestaltete wie in unserer Familie. Es gab Gewalt und soziale Ungerechtigkeit. Genau das war für mich die entscheidende Erkenntnis. „Und wenn es schon so ist, dann will ich wenigstens etwas dafür bzw. dagegen tun.” Die Kombination einer in der Familie erlebten und gelebten Spiritualität, die sich im sozialen Engagement ausgedrückt hat, war für mich ansteckend. Da hatte Gott „ein leichtes Spiel”, mich mit seinem Ruf zu erwischen. Ja, da war ich etwa 12 Jahre jung und irgendwie ist es ihm gelungen, mich „bei der Stange zu halten”.

 

Was ist derzeit Ihre Aufgabe in der Gemeinschaft?

 

Die hat mich gefunden!


Einerseits engagiere ich mich, seit ich in Linz bin, aktiv gegen Menschenhandel und die damit verbundenen Auswirkungen aus lokaler Ebene und für Menschenwürde, die jedem ohne Unterschied zusteht. Wie das konkret aussieht, ist dem Einladungsfolder für die Veranstaltung am 21. Oktober 2015 zu entnehmen. Und: herzlich willkommen bei dieser Veranstaltung, die sehr aufschlussreich werden wird.


Zum anderen lade ich jeden zweiten Mittwoch im Monat zum Salvatorianerinnen Stammtisch ein, der im COSE COSI ( neuerdings umbenannt in P&P) am OK-Platz in der Langen Nacht der Kirchen 2014 Premiere feierte. Wertvolle Lebensthemen werden aufgetischt und die „Zutaten” der einzelnen StammtischlerInnen machen die Sache meist recht würzig und gehaltvoll. Auch hier. Herzlich willkommen.


Soweit zu meinem gesellschaftspolitischen und öffentlichen Engagement.


Direkt in der Gemeinschaft gehöre ich zum Leitungsteam der österreichischen Provinz, das jeweils für drei Jahre gewählt wird. Hier wiederum sind meine Spezialgebiete die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Beratung der Leiterin, Visionieren und Konkretisieren zukunftsträchtiger Entwicklungsschritte der salvatorianischen Gemeinschaft in Österreich und in Europa.


Weiters führen seit 20 Jahren Laienführungskräfte unsere Institutionen, also Schule, Krankenhaus, Altenheim. Diese Frauen und Männer in den Leitungspositionen begleite ich seit nunmehr 15 Jahren, um salvatorianischen Geist, salvatorianisches Charisma in diesen Einrichtungen weiterhin spürbar und erfahrbar zu erhalten.


Nicht zuletzt ist es mir ein Anliegen, in „heutiger Sprache” spirituelle Lebensimpulse via Internet zu Verfügung zu stellen. Diese schreibe ich jede Woche zum Sonntagsevangelium und sind auf www.salvatorianerinnen.at sowie auf Facebook zu finden. Es gibt einen wachsenden Personenkreis, der wöchentlich schon darauf wartet.


Was beGEISTert Sie an der Spiritualität Ihrer Ordensgemeinschaft?

 

Ja, der GEIST selbst ist da am Werk! Wie gesagt, ich war sehr jung, wie ich in diese Gemeinschaft geführt wurde. Da hatte ich noch keine Idee von „Spiritualitäten”. Aber das, was ich zu Hause erlebt habe, war eine gute Ausgangsbasis dafür: Jesus war das Fundament unseres Glaubens-Lebens und das ist er, der SALVATOR zutiefst in unserer Gemeinschaft. ER als Person macht unsere Spiritualität aus. In seinem Lehren, Heilen, Verkünden ist er uns Vorbild; durch uns soll ER die Möglichkeit haben, Menschen aufzurichten, zu berühren, zu ermutigen, zu heilen, zu inspirieren für ein erfülltes Leben; aber eben auch kritisch auf- und einzustehen, dort wo Unrecht geschieht gehört, zu seinem und unserem Markenzeichen. Kurz gesagt, eine lebendige Spiritualität, offen, tiefsinnig und humorvoll gleichermaßen, lebendig – lebensspendend! Das ist für mich persönlich Qualitätsmerkmal und Gütesiegel. Ja, merkt ihr, wie ich davon und dafür brenne? Und ohne selbst „zu brennen, sagt P. Jordan, unser Gründer, kannst du nichts und niemanden „entzünden und begeistern. Darin liegt vermutlich auch ein Geheimnis. Pastorale Konzepte sind unerlässlich – aber noch entscheidender ist es, selbst als Person zu wirken.


Was gefällt Ihnen am Jahr der Orden bzw. was ist Ihnen dabei wichtig?

 

Mein Gott, was soll ich sagen… die Frage geht eher andersrum:
Wird es spürbar – irgendwo – und konkret in der Gesellschaft, in der Kirche?

 

Sr. Maria Schlackl sds ist Salvatorianerin aus Leidenschaft. 

Gebet zum Jahr der Orden

Gott, unser Schöpfer,
unfassbar in deiner Größe und uns doch so nahe.
Du hast uns ins Dasein gerufen und zum Leben ermächtigt.

Gott, unser Erlöser Jesus Christus,
durch die Taufe sind wir hinein genommen
in dein Leben, Sterben und Auferstehen.
Du bietest uns deine Freundschaft an
und berufst uns, dir nachzufolgen.

Gott, unser Beistand Heiliger Geist,
du führst uns in der Kirche zur Einheit zusammen.
Du beschenkst uns mit vielfältigen Begabungen,
damit wir einander bereichern und ergänzen.
Du bewegst unser Herz zur Hingabe an dich und die Menschen,
so finden wir auch zu uns selbst.

Dreifaltiger Gott,
wir danken dir für das Geschenk unserer eigenen Berufung.
Mach uns hellhörig für deinen Ruf an uns
und hilf uns, ihn zu verstehen und zu leben.
Öffne unsere Augen und Ohren und unser Herz für dich.

Amen.

MUT zum Widerstand
MUT zum Widerstand
Abtpräses Christian Haidinger (Benediktinerstift Altenburg) und Heini Staudinger (Waldviertler GEA)
Der kanalisierte Mensch
Der kanalisierte Mensch
Prof. Dr. Rotraud Perner (Psychoanalytikerin, Juristin und evangelische Theologin), Pater Erhard Rauch (Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Orden) und Pater Bernhard Eckerstorfer (Jugend-Seelsorger und Lehrer)
viel. mehr. wesentlich. weniger.
viel. mehr. wesentlich. weniger.
Themenschwerpunkt der Ordensgemeinschaften 2014
Status aus dem WENIGER
Status aus dem WENIGER
Dr. Astrid Rössler (Politikerin), Sr. Elisabeth Siegl (Don Bosco-Schwester) und Abt Johannes Perkmann (Benediktiner)
WENIGER ist wesentlich MEHR
WENIGER ist wesentlich MEHR
Alfred Komarek (Schriftsteller) und Sr. Beatrix Mayrhofer (Schulschwester)
VIEL MEHR Glück
VIEL MEHR Glück
Gerlinde Kaltenbrunner (Bergsteigerin). Sr. Anna Kurz (Gymnasiumsdirektorin und Ursulinen-Ordensfrau) und Br. Rudolf Leichtfried (Exerzitienleiter und Kapuziner)
MEHR Lokal
MEHR Lokal
Toni Knittel (Bluatschink), Sr. Joanna Jimin Lee (Konzertpianistin und Missionarin Christi) und Sr. Cordis Feuerstein (Generalsekretärin der Frauenorden in Österreich)
Frauenorden und Kongregationen

Frauenorden und Kongregationen

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Männerorden und -kongregationen

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Männerorden und -kongregationen der Diözese Linz im Überblick

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