Pfarre Wartberg ob der Aist

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  Besuche seit 6.6.2005

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Aus der Pfarrgeschichte

  

 

 

 

 

Unsere Pfarre in Zahlen - Überblick  -  Pfarrgeschichte ausführlichUnsere Pfarrkirche 


 

 

  

  

        Aktuell: Pfarre in Zahlen

 

 

1.) Einwohner:

 

      Hauptwohnsitze (in ca. 1390 Haushalten):  rd.            4020

       Zweitwohnsitze:  ......................................                 150

 

2.) Religiöse Struktur: (zirka-Angaben)

  

     KatholikInnen:  ......................................                   3580

      Ev. AB.:  ............................................                          65

      o.r.B.:  ..................…..…...................                          350

      Sonstige und unbekannt: ........................                       25

 

 

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  Pfarrgeschichte im Überblick

 

1111:

Erste urkundliche Erwähnung

Wann die Kirche wirklich erbaut wurde (ursprünglich als  Holzkirche), lässt sich nicht feststellen. Zweifellos gab es hier wegen der Verbindung des Nordens mit der Donau schon Jahrhunderte vor der 1. urkundlichen Erwähnung Ansiedlungen und Pflege des christlichen Glaubens.

 

1128:

Weihe der Kirche (die alte Holzkirche wurde durch einen Steinbau  ersetzt) durch Bischof Reginmar von Passau. In dieser Zeit wird  Wartberg auch eine eigene Pfarre. Bis dahin gehörte Wartberg und Umgebung zur Florianer-Pfarre Ried/Rdm.

 

1508:

Weihe des gotischen Langhauses, das nach der Zerstörung in den Hussitenkriegen (1422) und den Böhmischen Grenzkriegen (1468) als dreischiffige Halle mit Netzrippengewölbe neu errichtet wurde. Auch die Filialkirche St. Wenzelslaus sowie die Kirche der hl. Anna in  Pregarten, die ebenfalls eine Filiale von Wartberg war, wurden nach den Hussitenkriegen alsbald wieder neu aufgebaut.

 

1635:

Die bisher zum Stift St. Florian gehörige Pfarre Wartberg wird Weltpriesterpfarre.

 

1652:

Pfarrer Johannes Biller lässt den Pfarrhof neu bauen. Der alte Pfarrhof, der niedergerissen wurde, hatte ganz einem Bauernhaus  geglichen.

 

1776 - 1785:

Bedeutende Änderungen mit der Pfarre Wartberg. Die große und alte  Mutterpfarre wurde zerstückelt und es entstanden aus ihr die Pfarren  Pregarten und Hagenberg (1785).

Ein anderer Teil der Pfarre Wartberg wurde schon 1776 an die  Pfarre Kefermarkt übergeben. Dagegen kam die vormals zur Pfarre  Gallneukirchen gehörige Ortschaft Obervisnitz zu Wartberg.

 

1785:

Wartberg wird zur Dekanatspfarre erhoben, und Pfarrer Ignaz Schmidhuber wird der 1. Dechant. In diesem Jahr, in dem auch die  Diözese Linz aus der Diözese Passau herausgelöst und eigene Diözese  wurde, werden die Dekanate von 12 auf 26 vermehrt. Wartberg gehörte bis 1785 zum großen Dekanat Freistadt (48 Pfarren).

Zum Dekanat Wartberg gehörten jetzt die Pfarren: Allerheiligen, St. Georgen an der Gusen, Hagenberg,  Katsdorf, Mauthausen, Naarn, Pregarten, Ried, Schönau, Schwertberg,  Steyregg, Tragwein, Wartberg und Zell.

 

1908:

gab man bei der Neuverteilung der Dekanate der jüngeren Pfarre Pregarten den Vorzug gegenüber Wartberg.

 

Im 20. Jahrhundert:

wirkten sich die raschen Veränderungen der Zeitverhältnisse auch auf die Pfarre aus:

Pfarrer Josef Schardinger (1903 - 1938 Pfarrer in Wartberg) hatte sich noch mit Eifer der pfarrlichen Landwirtschaft gewidmet.

Sein  Nachfolger Pfarrer Hermann Leichtenmüller (1938 - 1964) führte die Wirtschaft noch weiter, aber die Zeitverhältnisse zwangen ihn schließlich, 1956 den Pfarrpfründengrund zu verpachten. Das  Wirtschaftsgebäude musste dem Bau eines Pfarrheimes weichen (Einweihung 1961).

Unter Pfarrer Johannes Edlmüller (1964 - 1980) wird die Sakristei in eine Wochentagskapelle umgewandelt (1972), der  Kindergarten gebaut (zweigruppig; Baubeginn Oktober 1972, Eröffnung des  Kindergartenbetriebes November 1973, Einweihung 21. September 1975)  und der Friedhof erweitert (eingeweiht am 12. Juli 1980). Wichtige seelsorgliche Neuerungen werden eingeführt, vor allem die Erneuerung der Liturgie und des Pfarrgemeindelebens (Pfarrgemeinderat, Bildung von Arbeitskreisen u.a.).

Die Pfarre seit 1980: Pfarrer Rudolf Himmelreich;

1.) Bauliche Maßnahmen:

1982: Pfarrhofumbau und Generalsanierung;  

1983: Außenrenovierung der Kirche und Neugestaltung der Umgebung von Kirche und Pfarrhof (Kirchenplatz, Pfarrplatz,     Grünanlagen);

Neugestaltung des Kreuzweges auf den Kalvarienberg;

 

1985: Innenrenovierung unserer Pfarrkirche;

 

1988/89: Pfarrheimneubau;

 

1991/92: Kindergartenerweiterung durch Aufstockung des gesamten Gebäudes, in dem jetzt 5 Gruppen untergebracht sind;

 

1994: Neues Kirchendach;

 

1996: Renovierung des Hauses Pfarrplatz 4 für eine neue, 6. Kindergartengruppe.

  2.) Seelsorgliche Schwerpunkte:

Die großen Anliegen auf dem gemeinsamen Weg unserer Pfarre sind die  Gemeinschaftsbildung auf verschiedenen Ebenen, die spirituelle Vertiefung und die Förderung lebendiger Menschen aus dem Glauben.

Diesen Zielen dienen ein gut ausgebautes Wohnviertelapostolat, das Bemühen um lebensnahe Liturgie, vielfältige spirituelle Angebote und Bildungsveranstaltungen, die Sorge um lebendige Hauskirche, das Bemühen um einen großen Mitarbeiterkreis; jeder soll seine besonderen Fähigkeiten einbringen können.

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Pfarrgeschichte ausführlich

 

1. Periode:

Von den Anfängen um 800 bis zur Pfarrgründung um 1128

 

v Die drei Kirchen von Wartberg (Pfarrkirche, Michaelskapelle – heute Aufbahrungshalle – und Wenzelskirche) reichen ihrer Entstehung nach an die tausend Jahre und mehr zurück.

 

v Schon frühzeitig wurden Ländereien an Kirchen und Klöster  oft mit der ausdrücklichen Bestimmung übergeben, dass das Land zu roden sei. So erhielt das Kloster St. Florian Besitzungen in unserer Gegend und unter dem Schutz Kaiser Karls d. Großen (König der Franken 768 – 814) nahmen die Mönche von St. Florian um 800 die Kolonisierung unserer noch unwirtlichen Gegend in die Hand. Es dürften Benediktiner gewesen sein, denn die Chorherren kamen erst 1071 nach St. Florian. Die früheren Mönche hatten kultiviert, während die Chorherren Seelsorge und Wissenschaft pflegten. Nach den Aufzeichnungen der Pfarrchronik stand schon im 9. Jahrhundert auf dem Wartberg eine Kirche inmitten einer kultivierten Gegend (erste Kirche 899 zerstört; 1095 wurde die zweite Kirche von Passau aus gegründet. Entweder sie war zu klein oder aus schlechtem Material, so wurde sie abgerissen und 1128 die dritte Kirche geweiht). Ringsherum war aber noch Wald.

 

v Auch ist anzunehmen, dass der Ort, auf dem heute die Wenzelskirche steht, schon den ersten, noch heidnischen Siedlern als Kultstätte gedient hat. Nach der Christianisierung wurde dort eine Kapelle errichtet, sicher aus Holz. Die Wenzelskirche reicht in ihren Anfängen wahrscheinlich noch in die Zeit um 800 zurück. Die spätere gemauerte Kapelle wurde dann wahrscheinlich von den slawischen Siedlern im 10. Jhdt.  dem hl. Wenzel, dem Herzog und Schutzpatrons Böhmens (+929) geweiht.

 

v Um die Mitte des 11. Jhdts. gingen die Besitztümer des Stiftes St. Florian an die Bischöfe von Passau über.

 

v Zu Beginn des 12. Jhdts. wurde der Kirchenbesitz an Mächtige zu Lehen gegeben. Wartberg kam dadurch an einen gewissen Adeligen namens Sigihart, der laut Chronik zu den Herren von Plejen gehörte: Sie waren an der Wende vom 11. zum 12. Jhdt angeblich das mächtigste Adelsgeschlecht in Österreich.

 

v Als die Zeiten wieder besser wurden, verzichtete Sigihart wieder auf das Lehen und gab die Kirche von Wartberg (diese „Eigenkirche“ des Sigihart war die älteste Kirche Wartbergs und ist mit einiger Wahrscheinlichkeit die heutige Krypta unter der Aufbahrungshalle) samt allen Einkünften wieder an Passau zurück mit dem Ersuchen, dieses Lehen dem Kloster St. Florian zu übergeben.

 

v Am 23. August 1111 bestätigt Bischof Ulrich von Passau in einer Urkunde dem Stift St. Florian dessen Besitzungen, darunter auch Wartberg. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Wartberg.

 

v Nach der Chronik von St. Leonhard reichte der Kirchensprengel von Wartberg, der zu dieser Zeit noch ein Teil der Pfarre Ried war, bis in die dortige Gegend. Doch schon im Jahr 1122 wurde die Pfarre Gutau mit der Filiale St. Leonhard sowie (1125) die Pfarre Lasberg von der Pfarre Ried losgelöst. Auch Wartberg dürfte bereits um diese Zeit (vielleicht 1128 – zur Kirchweihe – eine eigene Pfarre geworden sein)

 


2. Periode:

Die Zeit Wartbergs als Florianer Pfarre (ca.1128 – 1635)

 

 

1. Abschnitt: Von der Pfarrgründung bis zur Weihe der wiederaufgebauten Pfarrkirche 1508

 

v Am 12. Oktober 1128 wurde die Kirche von Wartberg von Bischof Reginmar von Passau der Gottesmutter geweiht. Seit dieser Zeit (1128) ist die Kirche von Wartberg Marienwallfahrtsort, viel älter als der Pöstlingberg. Was heute der Pöstlingberg ist, war früher Wartberg. Bis von Budweis und dem ganzen Böhmerwald kamen Wallfahrer nach Wartberg.

 

v Außer dem Stift St. Florian hatte auch das Zisterzienserkloster Baumgartenberg bei uns Besitzungen. So gehörte ihm die Wenzelskirche und es hatte auch Untertanen im „Aistbergtal“. Am 14. November 1208 kam es zu einem Vergleich zwischen St. Florian und dem Kloster Baumgartenberg. Baumgartenberg überließ die im Pfarrgebiet von Wartberg („in ihrer Pfarre gelegen“, obige Urkunde vom 14.11.1208; Wartberg muss also zwischen 1122 und 1208 eigene Pfarre geworden sein) liegende Wenzelskirche dem Stift St. Florian. Vorher hatten die beiden Klöster jahrzehntelang um diese Kirche gestritten.

 

v Am Beginn des 13. Jhdts. trafen sich in Wartberg zwei Handelswege. Es ist verständlich, dass die Händler in den damaligen unsicheren Zeiten in Wartberg aufeinander warteten, um dann gemeinsam die Wagenfahrt durch das waldreiche Gebiet nach Freistadt und weiter durch den Nordwald nach Böhmen fortzusetzen. So erklärt sich laut Pfarrchronik auch die Entstehung des Namens Wart-Berg.

 

v Im 13. Jhdt war auch die Zeit des Faustrechtes, das Recht des Stärkeren. Auch deshalb pflegten Wanderer und Kaufleute auf dem Kirchenberg zusammenzuwarten, um gemeinsam leichter Widerstand gegen die Raubüberfälle der Ritter von Schloß (oder Burg) Haus zu leisten, denn Schloß Haus war einst als Raubnest gefürchtet. So sollen die „Hauser“, bevor sie zum Raub auszogen, ihren Pferden die Hufe verkehrt aufgenagelt haben, damit die Pferdespuren anzeigen sollten, dass die Raubritter schon in ihre Burg zurückgekehrt wären. So sollten die Reisenden getäuscht werden. Die Raubritterburg Haus stand aber vermutlich nicht dort, wo sich heute das Pflegeheim Schloß Haus befindet, sondern weiter südlich gegen die Aist zu, wo der Ortsname „Altenhaus“ diese Erinnerung festhält.

 

v Der erste namentlich bekannte Pfarrer von Wartberg war Pfarrer Öckh, der 1349, wie wir in einem Stiftsbrief lesen, zwei Güter kaufte, die er von Untertanen bewirtschaften ließ. In einem Stiftsbrief von 1381 ist zu lesen, dass damals in Wartberg bereits ein „Gsellpriester“ oder Kooperator tätig war und dass durch eine Stiftung ein zweiter Kaplan angestellt werden konnte. Die Bewirtschafter dieser Güter wurden Untertanen des Pfarrhofes und so wurde der Pfarrer auch Grundherr, an den die für Untertanen vorgesehenen Abgaben zu entrichten waren. Der Pfarrer musste allerdings davon auch Abgaben an die Diözese leisten.

 

v Das15. Jhdt. brachte große Sorgen: die Hussiten zerstörten 1422 Wartberg und Pregarten mit Feuer und Schwert. In einem päpstlichen Ablassbrief 1443 wurde all jenen ein Ablass gewährt, die durch eine Wallfahrt zu den zerstörten Kirchen und eine Spende zu deren Wiederaufbau beitrugen. 1508 konnte die wiederaufgebaute Kirche vom Passauer Weihbischof Bernhard neu geweiht werden.

 

2. Abschnitt: 1508 bis 1635

 

v Im 16. Jhdt. kam durch den Besitzer von Schloss Haus, Georg von Landau, der Protestantismus nach Wartberg: Er ließ protestantische Prediger (Predikanten genannt) kommen. Sogar zwei Pfarrer, Christoph Tumpeckh und Urban Dräer, traten zur neuen Lehre über. Urban Dräer betrieb nebenbei in Pregarten eine einträgliche Wein- und Bierschenke. Nach seiner Absetzung 1591 aber fristete er mit seiner Frau und seinen 11 Kindern sein Leben kümmerlich als Weinhauer in der Wachau. Protestanten hielten sich in Wartberg bis in die Mitte des 17. Jhdts. und leisteten allen Bekehrungsversuchen hartnäckigen Widerstand. Protestantische Prediger lockten die Kirchgänger zur sogenannten steinernen Kanzel bei der Wenzelskirche.

 

v Klöster und Kirchen hatten als ihre Vertreter in Rechtssachen Vögte. So hatte das Vogteirecht über die Kirchengüter Wartbergs damals der Herr von Reichenstein. Der damalige Vogtherr über Wartberg, Christoph Haim von Reichenstein, wurde im Jahr 1571 von einem aufständischen Bauern erschossen. Er liegt in der Kreuzkapelle unserer Pfarrkirche unter einem stark abgetretenen Stein begraben. Sein Sohn, Freiherr Hans von Haim auf Reichenstein, kämpfte mit allen Mitteln für den Katholizismus. So ließ er während der Streitigkeiten um das Erbvogteirecht gegen den protestantischen Herrn von Schloß Haus einmal die Opferstöcke in der Kirche von Wartberg öffnen.

Im Jahre 1586 ließ er gegen den Willen des Pfarrers mit 25 Bewaffneten in der Nacht die Kirche aufbrechen und für seinen verstorbenen Bruder Georg einen Gedenkstein im Renaissancestil in der Südmauer im Innern der Kirche einsetzen. In der Eile und bei Fackelschein wurde der Stein etwas schräg eingemauert, wie heute noch zu sehen ist.

 

v Auch die Gegenreformation nahm grausame Züge an. Die Protestanten wurden zur Rückkehr in die alte Lehre bei sonstiger Landesverweisung gezwungen. So kam es zum oö. Bauernkrieg, der auch für Wartberg und Pregarten viel Elend brachte. Der Bauernführer Christoph Zeller zog mit 5000 Bauern von Mauthausen nach Freistadt. Dabei wurde Pregarten eingeäschert; auch Wartberg litt unter den Truppendurchmärschen und Einquartierungen.

 

v 1635 wurde die schon lange anhaltende Streitfrage um das Patronats- und Lehensrecht über Wartberg, das seit 1111 und 1122 urkundlich das Stift St. Florian innehatte, endlich gelöst. St. Florian verzichtete auf dieses Recht (Erbvogteirecht) zugunsten der Herrschaft von Reichenstein und wurde anderweitig dafür entschädigt. Seither ist Wartberg eine Weltpriesterpfarre; sie untersteht also nicht mehr dem Stift St. Florian, was aber nicht heißt, dass früher nur ein Mönch von St. Florian Pfarrer von Wartberg werden durfte.

 

3. Periode:

Wartberg als Weltpriesterpfarre bis zu ihrer Auf-Teilung in der josefinischen Zeit

(1635 – 1785)

 

 

v Schon 1637 wurde der Burgkaplan von Reichenstein, Johannes Biller (1637 – 1655) von der Herrschaft (Graf) von Reichenstein als Pfarrer von Wartberg vorgeschlagen und vom Ordinariat Passau eingesetzt.

Der überaus gutmütige Johannes Biller, der wegen seiner allzu großen Mildtätigkeit einige Exekutionen über sich ergehen lassen musste, ließ 1652 den alten Pfarrhof, der ganz einem Bauernhaus geglichen hatte, wegreißen und einen neuen bauen, an dessen äußerer Gestalt sich bis heute nicht viel geändert hat. Biller war bei seinen Untertanen so beliebt, dass sie ihm gerne Robot leisteten, nur in die Kirche gingen sie nicht. Manchmal hatte er bei seinen Predigten nur 20 oder 30 Zuhörer, „also dass man schlecht Freid gehabt, Gottesdienst zu halten. In Gott’s nam, ich thue das meinige!“ wie die Chronik seinen Kommentar dazu widergibt.

 

v Im 18. Jhdt. war es der vielseitige Pfarrer und selbstbewusste Barockmensch Blasius Millechner (1718 – 1751), der in mühevoller Arbeit die kostbare Pfarrchronik tw. in Latein, tw. in alt- und mittelhochdeutscher Sprache verfasste. Er sammelte alle noch vorhandenen Urkunden und verfolgte die Geschichte unserer Heimat bis ins 8. Jhdt., ausführlich bis ins 11. Jhdt.,  zurück.

 

v 1736 erhielt Pregarten den Kaplan von Wartberg als ersten ortsansässigen Priester, der dort täglich die heilige Messe feierte.

 

v  1745 entstanden der Kreuzweg und die Kalvarienbergkapelle, Pfarrer Millechners letztes kirchliches Werk.

 

v Die Reformbestrebungen Maria Theresias und Josef II. brachten es auch mit sich, dass zur besseren seelsorglichen Betreuung die großen Diözesen, Dekanate und Pfarren in besser überschaubare, kleinere Gebiete aufgeteilt wurden.

1785 entstand im Zuge dieser Reformen mit Genehmigung des Papstes die Diözese Linz, die gemeinsam mit der Diözese St. Pölten aus der Diözese Passau herausgelöst wurde. (Am 28. 1. 1785 trennte Papst Pius VI. die Region der Diözese Linz von der Diözese Passau ab und erhob sie zur Diözese).

 

v So gab es zwischen 1776 –1785 auch bedeutende Änderungen mit der Pfarre Wartberg: Aus der großen und alten Mutterpfarre wurden 1785 die Pfarren Pregarten und Hagenberg herausgelöst. Ein anderer Teil der Pfarre Wartberg wurde schon 1776 an die Pfarre Kefermarkt übergeben. Dagegen kam die vorher zur Pfarre Gallneukirchen gehörige Ortschaft Obervisnitz zu Wartberg. Die Seelenzahl der Pfarre Wartberg war durch diese Veränderungen von mehr als 4500 auf etwas über 1300 gesunken.

 

4. Periode: Die Zeit Wartbergs als Dechantei (Dekanat Wartberg 1785 – 1908)

 

v 1785 wurde Wartberg zur Dekanatspfarre erhoben und Pfarrer Ignaz Schmidhuber (1772 – 1813 Pfarrer in Wartberg) wird der 1. Dechant. Wartberg gehörte bis 1785 zum großen Dekanat Freistadt mit 48 Pfarren. Zur Dechantei / Dekanat Wartberg gehörten 15 Pfarren von Schönau bis Steyregg.

Wartberg blieb Dekanatspfarre bis 1908, wo man bei der Neuverteilung der Dekanate der jüngeren Pfarre Pregarten den Vorzug gegenüber Wartberg gab.

 

v 1786 wurde die Wenzelskirche auf Befehl Josef II. gesperrt. 1816 kaufte Graf Anton Gundaker von Starhemberg die Wenzelskirche in der Absicht, sie in eine Begräbnisstätte für seine Familie umzubauen. Er änderte aber diesen Entschluss und verpachtete sie. Von den Pächtern wurde die Kirche als Getreidespeicher verwendet.

 

v Unter den Pfarrern des 19. Jhdts. fällt besonders Johannes Weingartner (1825 – 1842) auf, ehemals Professor für Kirchenrecht und Kirchengeschichte im Linzer Priesterseminar. Weil er an der Schwerfälligkeit der kirchlichen Verwaltung, an der Borniertheit geistlicher Behörden und am Zölibat Kritik geübt hatte, wurde er als Professor abgesetzt. „Aus ganz besonderer Gnade“ erhielt er aber eine Pension und wurde Pfarrer von Wartberg. Aber er hatte es auch hier nicht leicht: Sowohl die protestantischen Boosianer (Martin Boos, kath. Geistlicher, lehnte die Rechtfertigung durch gute Werke ab, glaubte nur an die Rechtfertigung durch den Glauben allein wie Luther. Er blieb aber in der Kirche) aus Gallneukirchen als auch die katholischen Sektierer, die Ligorianer, machten ihm das Leben schwer.

 

v Pfarrer Johann Greifeneder (1889 – 1902) schildert die vielen Reparaturen, die er an Kirche, Pfarrhof und Wirtschaftsgebäuden durchführen lassen musste, weil sich alles in einem erbärmlichen Zustand befand. Ihm ist es zu danken, dass das schöne Kreuzrippengewölbe der Kirche und die Säulen von einer mehrfachen Übertünchung befreit wurden und ihr ursprüngliches Aussehen erhielten. Die gesamte Inneneinrichtung wurde in neugotischem Stil ausgeführt; der heutige neugotische Hochaltar in Form einer Monstranz wurde von dem Ottensheimer Bildhauer Josef Keplinger geschaffen.

Pfarrer Greifeneder schildert auch die „unsäglichen Mühen, Opfer, schlaflosen Nächte und Entbehrungen aller Art“, die ihm der notwendig gewordene Umbau des Pfarrhofes brachte. So schrieb er „bewegten Herzens“ die Bitte an seinen Nachfolger nieder: „Wer immer du sein magst, der du die Früchte meiner Anstrengungen genießen wirst: Gedenke meiner manchmal mit einem andächtigen Vater unser, gleichviel, ob mein Grabhügel hier in meiner geliebten Pfarrgemeinde Wartberg oder anderswo sich befindet.“

 

5. Periode: Die Pfarre im 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart

 

v Im 20. Jahrhundert wirken sich die raschen Veränderungen der Zeitverhältnisse auch auf die Pfarre aus: Pfarrer Josef Schardinger (1903 – 1938) hatte sich noch mit Eifer der pfarrlichen Landwirtschaft gewidmet. Sein Nachfolger Pfarrer Hermann Leichtenmüller (1938 – 1964) führte die Wirtschaft noch weiter, aber die Zeitverhältnisse zwangen ihn schließlich, 1956 den Pfarrpfründengrund zu verpachten.

 

v Unter Pfarrer Johannes Edlmüller (1964 – 1980) wird 1972/73 ein neuer Kindergarten gebaut (zweigruppig; Baubeginn Okt. 1972, Eröffnung des Kindergartenbetriebes Nov. 73, Einweihung 21. 9. 1975); 1976 gestaltete man die einstige Michaelskapelle in eine Aufbahrungshalle um, 1980 wurde der erweiterte Friedhof gesegnet;

 

v Auch die beiden letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts unter Pfarrer Rudolf Himmelreich (seit 1980) waren von einer starken Bautätigkeit geprägt, wovon die gesamte Pfarranlage betroffen war. Alle Baumaßnahmen wurden in erstaunlichem Maß von der Pfarrbevölkerung durch freiwillige Arbeitsleistungen und Spenden mitgetragen.

 

Insgesamt ist die Wartberger Pfarrchronik ein hochinteressantes Zeugnis der Orts- und Pfarrgeschichte, sodass Florian Oberchristl bemerken konnte: „Der Gefertigte hat Gelegenheit gehabt, in viele Pfarrchroniken Einsicht zu nehmen: Die Pfarrchronik Wartberg gehört zu den interessantesten der ganzen Diözese.“

Rudolf Himmelreich

 

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