Geschichtliches |
||
|
Durch die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Verhältnisse in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts, vor allem durch die Plünderung im Bauernkrieg 1626, geriet das Kloster in eine große Notlage, aus der es erst die Äbte Cölestin Pestaluz (1658 – 78) und Rupert I. von Kimpflern (1678 – 1708) wieder herausführten. Unter diesen Äbten begann auch für Gleink die große barocke Bauperiode, die unter Abt Rupert II. Freysauf von Neudegg (1709 – 1735) ausklang. Als vorletzter Abt regierte Andreas von Schwandtner (1735 – 1762). Im Jahre 1762 wurde der aus Steyr gebürtige und als Prediger berühmte Professor der Universität Salzburg Wolfgang Holzmayr zum Abt gewählt. Er leitete als Wolfgang III. das Stift bis zu dessen Aufhebung. Im Zuge der Kirchenreformen Kaiser Josefs II. wurde Gleink am 21. Mai 1784 säkularisiert. Das Reinvermögen betrug ohne Stifts- und Wirtschaftsgebäude, Silber, Pretiosen, Vorräte und Bibliothek 222.056 fl 23 kr. Neben den Besitzungen in Oberösterreich gehörten zum Stift Untertanenämter und Weinberge in Österreich unter der Enns (heute Niederösterreich). Der letzte Abt erhielt im Oktober 1784 die Pfarre Enns; dort ist er 1791 gestorben. Sein Epitaph befindet sich in der Pfarrkirche Enns-Lorch. Durch die Auflösung der Bibliothek kamen wertvolle Handschriften in die Linzer Studienbibliothek und in das Diözesanarchiv. Bald nach der Aufhebung wurden die Stiftsgebäude als Kaserne verwendet. 1791 gelangte Gleink als Dotationsgut an den Bischof von Linz. Die Bischöfe von Linz verwendeten Gleink gern als ihren Sommersitz, der ehemalige Meierhof des Stiftes aus dem letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts war bis 1938 bischöflicher Meierhof. Der letzte Konventuale von Gleink, P. Ulrich Damböck, starb 1833 als Pfarrer von Losenstein. Auf Veranlassung von Bischof Gregor Thomas Ziegler kamen 1832 Salesianerinnen von Wien nach Gleink. Ihr Kloster zählte in der Blütezeit bis zu 70 Schwestern. Von ca. 1950 an war kein Eintritt mehr zu verzeichnen, deshalb verfügte man 1977 die endgültige Auflösung. Die Pfarrseelsorge in Gleink wurde nach der Klosteraufhebung von Weltpriestern durchgeführt, seit 1950 vom Orden der Herz Jesu Missionare. Seit dieser Zeit leitete der Orden (bis 1990) auch ein Caritasheim, ein Jugendheim für Knaben. Die vorletzte Restaurierung der Kirche wurde 1954 abgeschlossen, die letzte, eine Generalsanierung von Kirche und Klostergebäuden, in den Jahren 1981 bis 1994 (mit Unterbrechungen) durchgeführt. Zwischen Steyr und Gleink liegt die Ortschaft Stein. Dort befand sich bis 1785 eine dem Apostel und Evangelisten Matthäus geweihte Kirche. Sie wurde 1349 gegründet und hatte den Status einer Filial-Pfarrkirche von Steyr; die Seelsorge wurde von Benefiziaten (Weltpriestern) und Dominikanern des Klosters in Steyr versehen. Das Wappen von Gleink zeigt ein dreiblättriges Kleeblatt auf grünem Dreiberg im roten Feld. |
||
| << zurück | zur Startseite | |