Geschichtliches

 

 

Das ehemalige, heute am nördlichen Rand der Stadt Steyr gelegene Benediktinerkloster Gleink, entstand im 1. Viertel des 12. Jahrhunderts, bald nach der Gründung des Stiftes Garsten, aus der bambergischen Lehensburg Glunich. Die Stifter Arnhalm I. und sein Sohn Bruno ließen die Feste in ein Klostergebäude umgestalten. Um 1120 bestand bereits die dem Apostel Andreas geweihte Klosteranlage. Die Stifterfamilie, die nicht besonders begütert war, konnte aber auf die Dauer die Vogtei über die neue Gründung nicht übernehmen. Deshalb trat Markgraf Leopold der Starke (1122 – 1129) aus dem Geschlecht der steirischen Otakare, die in Steyr residierten, als Schutzherr auf. Er unterzeichnete 1125 die Stiftungsurkunde und überließ dem Kloster das Gebiet an der Teichl. Die Namen Gleinkersee und Gleinkerau erinnern heute noch an den einstigen Besitz dieses Klosters.

Gleink war eine Tochtergründung von Garsten, aus dem der erste Abt Ulrich kam. Ulrich war ein Verwandter des hl. Berthold, des ersten Abtes von Garsten. Die Babenberger, die Bischöfe von Bamberg und andere Gönner förderten die neue Gründung, der später die Pfarren Dietach (mit Filialkirche Stadlkirchen) und Haidershofen (mit Filialkirche Burg) inkorporiert wurden.

Der romanische Klosterbau wurde 1220, 1275 und 1313 durch Brände beschädigt. Schon im 13. Jahrhundert und bis zum Ausgang des Mittelalters hatten die Äbte um die Sicherung des Bestandes der dem Kloster gemachten Schenkungen und zuerkannten Rechte einen ständigen Kampf zu führen. Nach den unruhigen Zeiten der Kriege mit den Ungarn, die bei Ernsthofen 1485 eine Brücke über die Enns geschlagen und beiderseits des Flusses unter Wilhelm Tettauer Schanzen errichtet hatten, erlebte das Stift noch vor der Glaubensspaltung eine Blütezeit unter Abt Gregor Grand (1504 – 1520). Sein Nachfolger Thomas Amfeldt (1520 – 1539) musste zusehen, wie türkische Kavallerie aus dem Streifkorps Kasimsbegs im September1532 die Gegend von Gleink und Dietach verwüstete. In den folgenden Jahrzehnten drang auch das Luthertum in das Kloster ein, aber schon 1575 nahm mit dem aus Niederaltaich in Bayern stammenden Abt Georg Andreas (1575 – 1585) die katholische Glaubenserneuerung in Gleink ihren Anfang.

 
 << zurück

weiter >>