zur Startseite

Die Wallfahrt zum Christkindl

The Pilgrimage "to the miraculous Christ-Child in the tree Under the Heavens"

 

Wallfahrtsweg

Machen Sie sich mit Pilgerbegleitern auf den Weg und genießen Sie es, den Spuren Ferdinand Sertls zu folgen, dessen wundersame Heilung zum Bau der Wallfahrtskirche Christkindl geführt hat.


 Termine:
 von Neujahr bis zum Fest  Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess)





ganzes Bild

 

Ursprung

Origins

Der Ursprung des Gnadenortes Christkindl liegt in der Zeit um 1695. Ferdinand Sertl, Betreuer der Feuerwache am Stadtpfarrturm in Steyr, erwarb von den Cölestinerinnen in Steyr ein Christkindl aus Wachs, das er in die ausgeschnittene Höhlung eines Fichtenstammes im „Wald Underm Himel“, wie die Gegend damals hieß, stellte. Mehrmals in der Woche ging er von Steyr hier her, um zu beten. Sein Vertrauen wurde belohnt, er wurde von der „hinfallenden Krankheit“ (Epilepsie) wunderbar geheilt.

Bald fanden sich immer mehr Leute ein, die das Christkindl  verehrten. Da entstand der Name „Zum Christkindl unterm Himmel“. Aus vielen Opfergaben konnte eine Holzkapelle errichtet werden und in den Jahren 1702 bis 1725 die heutige Kirche. Ihr Entstehen ist vor allem dem Einsatz des Abtes Anselm Angerer von Garsten zu verdanken. Sie wurde vom italienischen Architekten Giovanni Battista Carlone begonnen und von Jakob Prandtauer vollendet.

Die Gnadenfigur ist am Hochaltar in einem kleinen, von einem Strahlenkranz umgebenen Schrein oberhalb des als Weltkugel geformten Tabernakels zu finden. In der Mitte des Hochaltares ist noch heute der originale Baumstamm. Er wurde damals nur unten von den Wurzeln abgeschnitten, ist jetzt in den Altartisch eingemauert und konserviert.

The pilgrimage has its origins in the pious act of a simple man and the promotion by one of the most important abbots of Garsten, Anselm Angerer (1683-1715).

Ferdinand Sertl was the leader of the Steyr town band and looked after the fire-watchers on the town parish tower. As he suffered from epilepsy, he liked to be alone. He could be in a small wood in Unterhimmel (that is "Under the heavens"). In 1695 he paid 30 kreuzers to a nun of the Coelestine order in Steyr for a small wax image of the Christ-Child (in German, Christkindl) and gave it a home in the trunk of a spruce tree in a hollow hacked out for the purpose. Sertl now made a pilgrimage several times a week to his tree. He soon had no more epileptic fits and attributed this to his devotions. Although he wanted to keep everything secret, the place soon had such a stream of visitors that a wooden chapel was erected in 1699 around the tree. Abbot Anselm began with the building of the present church in 1702 with the Italian builder Giovanni Battista Carlone. To succeed him after his death Abbot Anselm immediately engaged the famous Baroque builder, Jakob Prandtauer (1660-1726).

Around 1720 the altar received a towering superstructure of carved and gilded wood around the preserved trunk of the "Christ tree" to which Sertl once committed his miraculous image.


Überallhin
gehst du mit uns,
in das Leben, wenn es anfängt,
in das Leben, wenn es endet,
und zeigst den Stern der Gerechtigkeit
und sprichst von der ehrlichen Freude
und hilfst uns den Funken Liebe suchen
und leuchtest heimlich
auch an den schwarzen Tagen
Jesus
Gotteslicht Menschenkind

Christkindler Wallfahrtsgebet
 



ganzes Bild

Die weitere Geschichte

Further History

Die Wallfahrt nahm eine ständige Aufwärtsentwicklung, bis sie durch das Wallfahrtsverbot Josephs II. unterbrochen wurde. Nach der Aufhebung des Benediktinerstiftes Garsten im Jahr 1787 wurde Christkindl zur selbständigen Pfarre erhoben.
Die Einrichtung des Weihnachtspostamtes (erstmals 1950) hat bewirkt, dass Christkindl in aller Welt bekannt geworden ist. 
Von 1976 - 2004 leitete Prof. Alois Dinböck die Pfarre mit derzeit ca. 1400 Katholiken. Voll Tatkraft nahm er die schwierige Aufgabe der gründlichen Renovierung von Pfarrhof und Kirche in Angriff. 1979 wurde die Außenrestaurierung abgeschlossen, 1985 die bisher umfassendste Innenrenovierung. 2004 übernahm Frau Mag.ª Sissy Kamptner die Leitung der Pfarre, Prof. Dinböck stand ihr als Pfarrmoderator bis August 2011 zur Seite.

The pilgrimages continued to prosper more and more until they were abruptly halted by Joseph II's prohibition of pilgrimages. After the dissolution of the abbey of Garsten in 1787 Christkindl had to stand on its own feet. For this reason the local tradition gives 1787 as the date of the foundation of the parish.

The Christmas Post Office was set up for the first time in 1950. It made Christkindl known to many people all over the world. Since 1976 the parish has been in the hands of Prof. Alois Dinböck as parish priest. With great energy he set about the difficult task of thoroughly renovating the parsonage and the church.
 


Tourismus und Wallfahrt

Seit die Post die Werbewirksamkeit von Christkindl entdeckt hat und alljährlich ein Weihnachtspostamt einrichtet, kommen wieder viele Besucher (schon in den Jahren 1705/1706 sind an manchen Tagen bis zu tausend Personen an diesen Ort gekommen).
Post und Kirche leben in guter Nachbarschaft nebeneinander, die Interessen sind naturgegeben verschieden:
Hier verkauft man Marken und Stempel, dort bemüht man sich, den vielen Besuchern vom ursprünglichen Sinn der Wallfahrt zu erzählen und eine ganz gewöhnliche Ausflugsfahrt vielleicht in eine solche Wallfahrt umzuwandeln: Ich meine das Hingehen zum Christkindl in dem Glauben, dass einem geholfen werden kann, und die Zeit, um ein wenig Ruhe und Besinnung zu finden und dann vielleicht getröstet wieder wegzufahren.
Möge Christkindl für alle - Besucher und Einheimische - eine Vertiefung des Lebens bewirken und möge durch die Rückkehr zu den Quellen eine neue Form der Wallfahrt zum Christkindl entstehen. Mit diesem Wunsch möchte ich Sie in Christkindl herzlich willkommen heißen.

Prof. Alois Dinböck
 

 

 

Christkindl ein besonderer Ort?

Die Menschen, die ehedem ihre Sorgen und Nöte zum Christkindl gebracht haben, taten dies aus dem Glauben, dass Gott gerade an diesem Ort ihre Gebete erhören wird. Wir Menschen von heute bewundern sie, bewerten sie aber auch kritisch wegen ihres unerschütterlichen Vertrauens.
Wir belächeln die Vorstellung, Gott habe wie wir Menschen eine Vorliebe für bestimmte Orte; dort sei er uns besonders nahe und könne besonders wirksam helfen. Wir glauben doch an die Allgegenwart Gottes.
Wir weisen den Gedanken zurück, Gottes Gnade lasse sich von uns herabbeten, und je mehr wir beten, desto eher gewähre Gott uns seine Hilfe. Wir glauben doch an die unbedingte Liebe Gottes zu uns.
Doch genügt es, dass wir diese Glaubenssätze   w i s s e n ?
Brauchen wir nicht die   E r f a h r u n g   der Liebe und Gegenwart Gottes?
Muss es deshalb in unserem Leben nicht Orte geben, wo uns diese Erfahrung geschenkt wird: Orte, zu denen wir aufbrechen, um unseren Alltag mit seinen Pflichten und Gewohnheiten hinter uns zu lassen; Orte, die all unsere Sinne ansprechen und deshalb unser Gemüt berühren; Orte, die uns offen machen für die Begegnung mit Gott.

Johanna M. Eisner
 


Von Wundern ist schon lange nicht mehr die Rede

Vielleicht gibt es keine mehr, ist uns die göttliche Gunst abhanden gekommen, ja hat es nie welche gegeben, waren sie alle Irrtümer und mit heutigem Wissenstand logisch erklärlich. Möglicherweise brauchen wir keine Wunder mehr, weil wir genügend harte Nüsse naturwissenschaftlich aufgeklopft haben. Oder weil unser Gottvertrauen felsenfest ohne handfesten Beweis Bestand hat.
Oder etwa eher, weil es schon längst so gründlich verweht ist, dass kein stärkster Wunderhauch es wiederbringt.
Vielleicht wollen wir keine Wunder mehr, wären sie lästig für unser aufgeklärtes Hirn.
Und wenn es doch noch Wunder gibt, haben wir blinde Augen, schließen sie fest genug, schauen in eine andere Richtung und bräuchten dringend das Zusatzwunder des Wundererkennens.
Und sollten wir tatsächlich ein Wunder als solches erkennen, füllt uns die Dankbarkeit das Herz nie mehr so voll, dass der Mund übergeht, und keiner erfährt davon.
Deshalb ist heute "wunderbar" ein altmodisches Wort für cool, geil und toll.

Elisabeth Nömair
 

 

 

Advent Christkindlkirche

schneelos düsterkalter Winternachmittag

blattlos kahlnackt der Nadelbaum

seelenlos gemütlostraurig trockenrauer Advent

lichtvoll gewaltig vom Scheinwerfer erfüllt der Körper der Kirche

 

geschehen auch heute noch Wunder

 

tritt ein

ruhige Stille

die Seele tiefgeborgen von Zufriedenheit weit

der Lichterkranz ums Christkindl gnadenvoll strahlend

auch Dornenkrone und Kreuz

 

ja es geschehen auch heute noch Wunder

Christus der Retter ist da

 

(Lengauer Engelbert, Dez.06)

 

       

zur Startseite