Pater Alois Mühlbachler
 

Kommentar mit 1000 Buchstaben
zum Evangelium vom Sonntag

Ich schreibe schon seit 1. Adventsonntag 1990 das „Wort zum Sonntag“ in der Bauernzeitung (damals Landwirtschaftszeitung!). Jede zweite Woche war ich zum Schreiben dran!
Seit einiger Zeit wird das Schreiben von „Wort zum Sonntag“ österreichweit organisiert. Ich schreibe gerne. Ich komme aber nun nur jede sechste Woche zum Schreiben dran. Ein Artikel darf 1000 Buchstaben lang sein. Deswegen wähle ich den obigen Titel für meine allwöchentlichen Evangelienkommentare, die ich auf der Pfarrhomepage von Steinerkirchen veröffentliche.

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 18. Februar 2007

Für die Feinde beten!

Ein Unbekannter, dem ich im Gasthaus begegnete, sagte mir: „Sie sind Priester! Wir sind Feinde! Ich möchte, dass Sie und die Kirche untergehen!“
Also gibt es doch Feinde in unserer ach so toleranten Zeit.
Es gibt Leute, die dem anderen feindlich gesinnt sein wollen und auch dann dementsprechend handeln. Gerade für solche Menschen, die uns Feind sein wollen, sollen wir beten und sie segnen!
Jesus sagt: „Liebet eure Feind; tut Gutes denen, die euch hassen. Segnet, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln“ (Lk 6,26f.).
Da fällt mir das Wort einer Heiligen ein: „Unsere Gebete haben zum Ziel Apostel zu sein!“
Sie wirken also apostolisch an denen, die wir nicht erreichen können.
Erst vor kurzem hat mir jemand erzählt: Nachdem sie es zusammengebracht hat, für jemand, der seine böswillige Macht ausspielte, zu beten, ist er machtlos geworden, hat sein Handeln die Wirkung verfehlt.
Also: Es bedarf keines Bravouraktes der Nächstenliebe für einen Feind zu beten, sondern: Es zahlt sich aus!
Jesus mit seiner Liebe und Geduld hat den rechten Schächer bekehrt und auch den Hauptmann, der seinen Tod bestätigt hat. Er bekannte: „Wahrlich dieser Mensch war Gottes Sohn!“  ( Mt 27,54)

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 11. Februar 2007

Lukas, der vielseitiges Evangelist mit dem vielseitigen Evangelium!

Francisco de Zurbaran betitelt eines seiner Bilder: Lukas der Maler vor dem Kreuz. Ein Fresko in der Kirche Kirchberg bei Kremsmünster zeigt Lukas, wie er ein Bild von Maria, der Mutter Jesu malt. Lukas trägt auch den Titel „Marienmaler“.

Er wird so genannt, weil er die Verkündigung, die Heimsuchung, das Magnifikat, die Geburt Jesu, die Darstellung und die Auffindung Jesus im Tempel in seinem Evangelium geschildert hat.
Es gibt viele evangelikale Gemeinschaften, denen das Wort (griechisch: to rhema) alles bedeutet. Obwohl uns gerade das Lukasevangelium vieles aus dem Marienleben überliefert, lehnen sie die Rolle Mariens im Heilsgeschehen völlig ab.

In diesem Sonntagsevangelium (Lk 6,20-26) schreibt Lukas die Seligpreisungen anders als wir sie von Matthäus (Mt 5,3-11) kennen. Lukas hat vier Seligpreisungen und vier Weherufe.
Vielleicht hat Jesus sie zweimal gehalten: Einmal sanfter und einmal fordernder oder Lukas, der Arzt, der mit Leid vertraut war, hat sie radikaler überliefert. „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes!“ und: „Wehe euch, die ihr reich seid, denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten!“

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 04. Februar 2007

Ein letztes Mal plus einmal!

Was wir am 5. Sonntag im Jahreskreis hören (Lk 5,1-11) stellt die berühmten Fischerkanzel in Fischlham dar. Petrus sagt Jesus, obwohl sie die ganze Nacht nichts gefangen haben: „Auf dein Wort hin, werde ich das Netz noch einmal auswerfen!“ – „In verbo tuo, laxabo rete!“

(Lk 5,5) Petrus fängt dann so viele Fische, dass das Boot übervoll ist.

Der Kirchenchor von Fischlham benennt sich „Laxabo rete“ (Ich werde noch einmal auswerfen!) Ich denke, dass es gerade auch durch das Singen dieses Chores von modernen rhythmischen Liedern bei Messen geschehen kann, dass Glaube geweckt oder vertieft wird. Wie oft hat sich schon jemand, der überhaupt nicht glauben konnte, durch religiösen Gesang oder schöne Texte ansprechen lassen und ist suchend und glaubend geworden. Paul Claudel ist ein Beispiel hiefür.

Petrus wirft wider seine Erfahrung das Netz noch einmal aus.

Ich habe vor Jahren einen Referenten für die Klausur des PGR gesucht. Einen ganzen Tag habe ich Leute kontaktiert. Ich wollte schon aufgeben. Nächsten Tag habe ich dieses Evangelium gehört. Ich setzte mich wieder zum Telefon. Der Erste, den ich anrief, sagte sofort zu!

Seither gibt es für die Formel: „Ein letztes Mal plus einmal“

Mag. P.  Alois Mühlbachler


Sonntag, 28. Jänner 2007

Prophet und nicht Wahrsager!

Es ist ein himmelhoher Unterschied zwischen Propheten und Wahrsager.
Wahrsager machen sich interessant. Sagen etwas, was sicher nicht eintritt., versetzen Menschen in Angst und Schrecken., machen sie abhängig  und verdienen  ganz gut.
Der Prophet deutet im Lichte Gottes und im Auftrag Gottes die Welt und verkündet oft auch unter Legensgefahr das Erkannte. Wir kennen die Propheten des Alten Testamentes.
Wir hören über Jeremia: „Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen … und zum Propheten für sie bestimmt.Du aber, gürte dich, tritt vor sie hin, und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. (vgl Jer 1,4f.).
Jesus beklagt sich in Nazareth dass ein Prophet in seiner Heimat nicht anerkannt ist.
Er redet  so klar, dass sie ihn über den Abhang des Berges hinab stoßen wollten. (vgl. Lk 4,21-30).
Wir brauchen Menschen, die die Zeichen der Zeit verstehen und deuten.
Angesichts der unheilvollen Krieg sollte das Zeugnis von Franz Jägerstätter gesehen werden. Angesichts der ungeborenen Menschen, die vor der Geburt sterben müssen und angesichts der Umweltkatastrophen sollte das „prophetische Bewusstsein“ bei vielen wachsen: „So können wir nicht weitermachen!“

Mag. P.  Alois Mühlbachler


Sonntag, 21. Jänner 2007

Für einen einzigen allem sorgfältig nachgehen!

Lukas schreibt am Beginn seines Evangeliums: „Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theoplhilus, der Reihe nach aufzuschreiben,“ (Lk 1,3).
Lukas hat für einen einzigen unwahrscheinlich viel investiert an Zeit und Einsatz.
Muss er sich da nicht den Vorwurf gefallen lassen, dass er nur für einen einzigen da war.
Also: Freunderlwirtschaft! Oder: Doch nicht?
Wenn man sich in der Seelsorge um einen einzelnen Kranken kümmert, scheuen Menschen neidisch auf diesen.
Wie hat es Lukas geschafft, dass er so viel Aufwand für Theophilus betrieben hat und dass auch wir noch etwas davon.
Ein Mensch, der ihm ein großes Anliegen war, gab ihm den Anreiz für einen großen Einsatz.
Gewidmet hat Lukas dem einen sein Evangelium und kennlernen durften es alle.
Verkehrt wäre es gewesen, wenn Theophilus dieses Evangelium als seinen Besitz gehortet hätte!
Als Seelsorger müssen wir uns für den einen einsetzen, dessen Not wir kennen. Wir dürfen dabei die Offenheit für die anderen nicht verlieren. Wenn die Not des einen gewendet ist, werden durch dessen Zuversicht und Erfahrung auch andere einen Nutzen haben.

Mag. P.  Alois Mühlbachler


Sonntag, 14. Jänner 2007

Auf zum Fest ohne Ende!

Auf einer Hochzeit geht der Wein aus! Welch eine Blamage für den Bräutigam von der Hochzeit zu Kana (Jo 2,1-12)! Maria bemerkt es und sagt es Jesus. Ein Beispiel für Fürsprache. Jesus gibt ihr eine Abfuhr. Maria bitte auch die Diener: „Tut alles, was Jesus euch sagt!“ Sie bittet Jesus  und sie bittet die Menschen.
Jesus wirkt sein erstes Wunder. Es hätte niemand Not gelitten und es wäre niemand gestorben. Er will aber die Freude der Menschen.
Jesus bereitet uns mit diesem Wunder und später mit dem Brotwunder auf seine heilige Gegenwart im Brot und im Wein vor.
Wir brauchen deutliche Zeichen, damit wir dieses große Geheimnis glauben können.
Wie Jesus Christus die göttliche und menschliche Natur in sich vereint, so bilden in den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein Irdisches und Himmlisches eine Einheit.
In der Eucharistiefeier nehmen wir Himmlische vorweg. Lieder, Musik, Handlungen und Texte helfen uns diesen Himmel auf Erden zu spüren.
Wir feiern hier auf Erden und sind im einen Brot und im einen Kelch vereint mit Jesus Christus und mit allen, die schon bei ihm vollendet sind.
Wir haben dabei aber auch die feste Hoffnung einmal beim Fest ohne Ende sein zu dürfen.

Mag. P.  Alois Mühlbachler


Sonntag, 7. Jänner 2007

Der mit Feuer taufen wird, lässt sich mit Wasser taufen!

Am Fest der Taufe Jesu (Sonntag nach Erscheinung des Herrn) stehen Johannes der Täufer und Jesus im Mittelpunkt. Johannes predigt und handelt so, dass die Menschen glauben, er sei der Messias. Er aber weist von sich weg auf Jesus hin. Johannes sagt: Ich taufe mit Wasser, er aber wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen. (vg. Lk 3,16).
Da kommt Jesus unscheinbar an den Jordan und reihte sich ein in die Schar der Menschen mit den Licht- und Schattenseiten, mit den Sündern. Er stellt sich auf dieselbe Stufe, er identifiziert sich mit ihnen. Er wird ihr Anwalt.
Ein sehr angesehener Bewohner des Canisiusheimes in Horn hat sich in eine Gruppe eingereiht, die einen Fehler gemacht hat. Der Rektor, der diese Gruppe zur Verantwortung ziehen wollte, sagte zu diesem Angesehenen: „Du gehörst ja nicht dazu!“ Der „Fehlerlose“ sagte: „Ich will dazugehören!“ Der Rektor beließ es mit einem Hinweis, was er tun könnte, und mit einer Ermahnung.
So ist auch das Einreihen  Jesu in die Reihe der Sünder zu verstehen: Er solidarisiert sich mit ihnen und macht sie unangreifbar. Während dieser Bußtaufe geschieht das Aufsehenerregende: Gott offenbart Jesus als seinen Sohn!

Mag. P. Alois Mühlbachler


Neujahr, 1. Jänner 2007

Wir erwarten getrost, was kommen mag!

Beim Denken an das neue Jahr ist mir das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, dessen textlicher Autor der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) ist, in den Sinn gekommen.
Jetzt zum Jahreswechsel sind laut Umfrage – und es ist auch zu spüren – die allermeisten Menschen sehr optimistisch. Sie erwarten Gutes.
Schon seit 1945 ist es stets besser geworden! Friede und ständig steigender Wohlstand sind solche Merkmale.
Dietrich Bonhoeffer, der eigentlich immer in Todesangst leben hätte müssen, weil er sich im Widerstand gegen Adolf Hitler betätigte, und wirklich mit 39 Jahren noch am 9. April 1945 hingerichtet worden ist, hat voller Gelassenheit den Text für dieses bekannte Lied geschrieben. Trotz aller Todesnähe war er überzeugt, von „guten Mächten wunderbar geborgen“ zu sein.
Das Glückszeichen am Beginn des neuen Jahres ist für mich die Krippe mit dem Kind und die
Hirten, die zum göttlichen Kind aufbrechen (vgl. Lk 2,15-20).
Die Verheißung auch in dieser Zeit ist für mich: Jesus ist in dieser Welt und Jesus wird größer in dieser Welt. Und: Es gibt Aufbruch! Brechen auch wir auf wie die Hirten in Richtung Jesus Christus.

Mag. P. Alois Mühlbachler


Fest der Heiligen Familie, 31. Dezember 2006

Wenn man in der eigenen Familie ist, ist man nicht so weit weg von Gott!

Ehe und Familie ist ein hoher Wert in den christlichen Kirchen und zugleich eine wesentliche Grundlage der Gesellschaft und des Staates. Sie ist auch finanzierbarer als jede andere Form des Zusammenlebens. Wer gegen die Familie im kirchlichen Sinn agiert hat irgendwelche Motive, vielleicht sogar eigene Machtgelüste.
Es fällt gelegentlich sehr schmerzhaft auf, dass ganz eigenwillige Einstellungen esoterischer Natur beinhart auf Familienzerstörung ausgerichtet sind.
Jesus im Evangelium vom Fest der Heiligen Familie (Mt 2,41-52) bleibt auch kurzfristig weg von seiner Familie. Maria und Josef suchen ihn drei Tage lang. Sie finden ihn im Tempel von Jerusalem.
Der vorwurfsvoll fragenden Mutter antwortet er: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört.“ ... „Dann kehrte er mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam.“ Gott läßt Jesus Zeit, im Schutz seiner Familie heranzuwachsen.
Wer in der eigenen Familie bleibt, dort Schutz bietet oder selber heranreift, ist sicher auf der Spur des jüdisch/christlichen Gottes.
Erst der später öffentlich auftretende Jesus hat Jünger in seine Nachfolge gerufen.

Mag. P. Alois Mühlbachler


Christtag, 25. Dezember 2006

Die Krippe lässt etwas vom Kreuz erahnen!

Ich habe hier das Bild eines Mundmalers ausgesucht. Bei diesem Gemälde ist mir aufgefallen, dass der Stern über Bethlehem  Kreuzesform hat.
Die Krippe an sich wird manchmal mit dem Kreuz verglichen. Es war ein Kreuz für Maria und Josef, dass sie in einem Stall übernachten mussten und für Maria noch mehr, dass sie das Kind im Stall zur Welt bringen musste. Für ein neugeborenes Kind würde man sich auch eine angenehmere Umgebung wünschen. Die Krippe ist wie ein Kreuz für den kleinen Jesus und seine Eltern.
Schon bei der Geburt hat Jesus das Schicksal mit so vielen Müttern, die ihr Kind draußen vor der Stadt hinter Trümmern zur Welt bringen müssen, geteilt.
Ich bewundere den Maler dieses Weihnachtsbildes, dem das Leben übel mitgespielt hat, dass er religiöse Bilder malen kann. Oft geben heimgesuchte Menschen, wenn sie ihn auch sonst nicht nennen, die Schuld an ihrem Leid.
Der Künstler malt den Stall von Bethlehem mit dem Kind in der Krippe, nicht das Kreuz in den düsternsten Farben. Das Kreuz deutet er nur sanft im Stern an. Es mutet mehr wie ein  Segenszeichen an.
Mögen wir unser Leid so bewältigt haben, dass wir es mit Krippe und einem Hauch von Kreuz wiedergeben können.

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 24. Dezember 2006

Eine herzhafte Begegnung, die lebensnotwendig ist!

Der ungeborene Mensch ist mir schon immer ein Herzensanliegen. Seit ich politisch mündig bin, drücke ich das auch immer deutlich, aber nicht fanatisch, aus.
Menschen, die mit Geschrei und äußerst unsachlich bis lieblos für den ungeborenen Menschen demonstrieren, schaden dem Anliegen „Schutz des Menschen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod“ sehr.
Mit Ehrfurcht bin ich immer schwangeren Frauen begegnet und habe auch für sie und ihr  Kind gebetet.
Weil mir der ungeborene Mensch ein solches Anliegen ist, hat die Mariaheller Tonkünstlerin Elisabeth Martschin die Skulptur „Begegnung von Maria und Elisabeth“ für mich geschaffen.
Dieses Kunstwerk drückt das Wesentliche des Evangeliums vom 4. Adventsonntag (Lk 1,39-45) aus: eine herzhafte Begegnung zweier Frauen, die guter Hoffnung sind. Dabei ist das eine Kind der Sohn Gottes und das andere sein Vorläufer.
Ich denke, wir tun dem Leben einen guten Dienst, wenn wir jeden ungeborenen Menschen bejahen und den Frauen guter Hoffnung gegenüber unsere Freude zeigen und so die Freude, die nicht immer vorhanden ist, bei den werdenden Müttern wecken.
So eine freudige Begegnung kann lebensnotwendig sein.

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 17. Dezember 2006

Johannes der Täufer fordert auf, das Leben zu ändern!

Johannes der Täufer gibt ganz hausbackene Antworten auf die Fragen der Menschen, die zu ihm kommen. Er hat etwas zu sagen. Seine Antworten sind sehr plausibel und haben eine starke soziale Komponente: „Wer zwei Kleider hat, der gebe eines dem, der keines hat, und wer zu essen hat, handle ebenso!“ (Lk 3,11).
Den Zöllner riet er, nicht mehr zu fordern, als vorgeschrieben ist! Den Soldaten antwortete er:
„Misshandelt niemand, erpresst niemand und begnügt euch mit eurem Sold“ (Jo 3,13f.).
Gerade die letzte Antwort hat immer höchste Aktualität. Wie die Gegenwart zeigt, sind anscheinend Soldaten immer versucht, zu misshandeln oder zu erpressen. Ich erinnere an Vorkommnisse im Irak.
Ich bejahe unser Bundesheer und Landesverteidigung insgesamt. Es ist für mich interessant, dass Johannes zu den Soldaten nicht gesagt hat: „Rüstet sofort ab!“
Am 3. Adventsonntag ist es schon lange Tradition, dass die Katholische Männerbewegung bei der Aktion „Sei so frei“ um eine angemessene Gabe für Entwicklungshilfeprojekte bittet.
Diese Aktion trifft sich gut mit der Aufforderung des Johannes: „Wer zwei Kleider hat, gebe eines. …!“ Handeln wir wenigstens herzhaft!

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 10. Dezember 2006

Johannes der Täufer schenkt ein sichtbares Zeichen der Vergebung

Wenn Menschen bewusst leben, wissen sie auch, dass sie nicht vollkommen sind. Manche Fehler oder manche Sünde steht ihnen sehr bewusst.
Heute ist uns das Bewusstsein dafür eher verloren gegangen.
Die Juden vor der Zeit Johannes des Täufers hatten die Sünde vor Augen.
Es war das Bedürfnis auch groß, Vergebung der Sünden sehr spür zu erhalten.
So jagten sie den Schafbock  mit den Zetteln ihrer Sünden in die Wüste hinaus.
War der Schafbock dann tot, waren auch ihre Sünden weg, glaubten sie.
Diesem Sündenbewusstsein und dieser Sehnsucht nach Vergebung, kam natürlich Johannes der Täufer mit seiner Bußtaufe sehr entgegen. So darf es nicht wundern, dass das Volk in Scharen zu ihm an den Jordan hinaus zog, um sich taufen zu lassen. (vgl. Lk 3,7).
Die einzelnen Menschen spürten direkt, dass ihnen die Sünden abgewaschen wurden.
Wir als Katholiken haben viele Möglichkeiten der Sündenvergebung, die intensivste und spürbarste Form ist das Sakrament der Buße. Nach dem Bekenntnis, den Benennen unseres Zustandes, bekommen wir die Lossprechung sehr vernehmbar zu gesprochen.
Wie stehen Sie ganz persönlich zu dieser Möglichkeit?

Mag. P. Alois Mühlbachler


Sonntag, 03. Dezember 2006

Advent: Die dreimalige Ankunft Jesu Christi!

Am 33. Sonntag im Jahreskreis haben wir von der Wiederkunft Christi in der Markusfassung gehört (Mk 13,24-33) und jetzt am 1. Adventsonntag hören wir von der Ankunft Jesu Christi am Ende der Zeiten in der Fassung des Evangelisten Lukas.
Nach all den Zeichen, die da geschehen, wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen! (vgl. Lk 21,25-28).
Ich möchte mich aber jetzt am Beginn des Advents nicht nur auf seine endgültige Ankunft konzentrieren.
Nach dem ersten nicht enden wollenden Advent ist Jesus in Bethlehem geboren. Gott ließ seinem Sohn so viel Zeit, Kind zu werden und bis zum Mannesalter zur reifen, aufzutreten, zu leiden und zu sterben.
Jesus kommt täglich bei uns an: in seinem Wort und seinen Sakramenten. Ich denke aber vor allem an die Begegnungen mit den Menschen, ganz besonders mit den Armen und Unscheinbaren. Jesus sagt ja darüber: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, habt ihr mir getan!“ (Mt 25,40).
Wenn wir Jesus tagtäglich im Bruder und in der Schwester erkennen und sie lieben und ihnen geben, was sie brauchen, werden wir vor ihm bestehen, wenn er kommt in Herrlichkeit.

Mag. P. Alois Mühlbachler

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