|
Das Dekanat Schärding umfasst das Gebiet von 12 Pfarren, aufgeteilt in zwei Seelsorgeräume:
|
|
Seelsorgeraum Schärding
- Brunnenthal
- St. Florian
- St.Marienkirchen
- Schärding
- Suben
- Wernstein
Seelsorgeraum Münzkirchen
- Esternberg
- Freinberg
- Münzkirchen
- St. Roman
- Schardenberg
- Vichtenstein
|
Dekanatsweg
Die Kirche im Dekanat Schärding sucht neue Wege
Umbrüche in Kirche und Pfarren
Die Kirche ist in einer gravierenden Umbruchsituation.
Für viele steckt sie in der Krise. Es gibt viel Kritik an/in der Kirche, Diskussionen und Reformforderungen an die Kirchenleitung. Die einzelnen Pfarren spüren deutlich:
Selbstverständlichkeiten brechen weg, Menschen treten aus der Kirche aus, nur sehr wenige junge Menschen sind interessiert am Pfarrleben, den Weg zum Gottesdienst finden viele Menschen immer seltener, immer mehr Pfarren haben keinen eigenen Priester mehr vor Ort, Laien müssen mehr Aufgaben übernehmen, Mitarbeiter/innen sind aber schwer zu gewinnen usw.
Gemeinsam nach neuen Wegen suchen
Wie soll es mit der Seelsorge weitergehen? Die Verantwortlichen im Dekanat Schärding stellen sich dieser Frage auf breiter Ebene: Im Dekanatsweg "Seelsorge gemeinsam gestalten" treffen sich alle hauptamtlichen Seelsorger/innen und Vertreter/innen aller Pfarrgemeinderäte sowie Mitarbeiter/innen in verschiedenen "pastoralen Knotenpunkten" wie Caritas, Religionsunterricht, Kath. Jugend, Krankenhaus- bzw. Altenheimseelsorge
usw.
Was genau herauskommen wird, weiß noch niemand, denn der Dekanatsweg ist als offener Gesprächsprozess auf ein Jahr hin angelegt. In der ersten Phase wurden erste Themen gesammelt und "andiskutiert". Im Oktober und November treffen sich die Vertreter/innen von den Pfarren und von anderen pastoralen Bereichen zum gegenseitigen Austausch. Für Ende Jänner ist eine 2tägige Klausurtagung geplant. In Arbeitsgruppen können im Frühling einzelne Themen weiter bearbeitet werden, mit Beschlüssen im Juni und einem Fest im September wird dieser Gesprächsprozess beendet. Dieses Ende soll jedoch zum Ausgangspunkt für neue Wege in den Pfarren und Seelsorgsbereichen werden.
Was soll damit erreicht werden?
Die kirchlichen Mitarbeiter/innen in den verschiedenen Bereichen lernen sich besser kennen und verstehen. Man erfährt, was woanders gut gelingt, wie Probleme gelöst werden, welche Sorgen drücken usw. Neue Ideen können entstehen, wenn sich mehr als 50 Personen Gedanken machen, wie das Evangelium heute gelebt und vermittelt werden kann. Es ergeben sich vielleicht gemeinsame Aktionen mit Nachbarpfarren oder anderen Gruppen.
Das entscheidende sind aber nicht neue Aktivitäten. Wichtiger ist, mit nüchternem Blick die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Es wächst das Bewusstsein, dass Seelsorge heute nicht mehr allein Sache der (wenigen, meist älteren) Pfarrer, aber auch nicht nur der Laienseelsorger/innen sein kann. Jede/r Getaufte hat den Hl. Geist zugesagt bekommen, deshalb hat jede/r etwas zu sagen in der Pfarre oder in anderen kirchlichen Bereichen. Mitarbeit der Laien ist deshalb keine Notlösung, sondern grundlegende Berufung als Christ.
Phasen des Umbruchs verlangen neue Wege. Die kirchlichen Mitarbeiter/innen stecken den Kopf nicht in den Sand. Vielmehr wollen sie die schwierige Situation als Chance sehen und kreativ neue Wege für die Seelsorge im 21. Jahrhundert suchen.
9. Juni 2011
Dekanatsrat beschließt Neuerungen in der überpfarrlichen Zusammenarbeit
Der Dekanatsrat hat ein intensives Arbeitsjahr hinter sich. Er widmete sich dem Projekt "Seelsorge gemeinsam gestalten". In vier großen Sitzungen und einer eineinhalbtägigen Klausur sowie in kleineren Treffen der Vertreter von einzelnen Pfarren oder kirchlichen Gruppen und in verschiedenen Arbeitsgruppen wurde gearbeitet: Die kirchliche Situation analysiert, Erfahrungen ausgetauscht und Hoffnungen formuliert, Schwierigkeiten und Enttäuschungen beim Namen genannt, Ärger ausgedrückt und Vertrauen geschenkt, neue Wege angedacht.
Bei der Sitzung des Dekanatsrates am 9. Juni wurden nun einige neue Erneuerungen bzw. Initiativen beschlossen. Die wichtigsten seien hier kurz angeführt:
- Es soll eine Dekanatshomepage aufgebaut werden. Sie soll den Zugang zu Informationen über Veranstaltungen, Aktionen und Initiativen in anderen Pfarren oder kirchlichen Einrichtungen und Gruppen erleichtern. Auch in den Pfarrblättern soll es mehr überpfarrliche Informationen geben.
- Mit der monatlichen "OASE" im Pfarrzentrum Schärding ist ein neues spirituelles Angebot begonnen worden.
- Mitglieder der Dekanatsratsleitung bieten an, zu Pfarrgemeinderatssitzungen zu kommen, um gemeinsam an einer "Verlebendigung" des Pfarrlebens zu arbeiten.
- Eine Resolution an Bischof Schwarz für die Zulassung von Frauen zur Weihe zur Diakonin wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen und unterschrieben.
- Neue Formen in der Liturgie und im spirituellen Leben wurden angedacht.
- Eine Informationsbroschüre für Neuzugezogene in den einzelnen Pfarren wird erarbeitet.
- Die Gremien Pastoralkonferenz (Treffen der hauptamtlichen Seelsorger/innen) und Dekanatsrat werden zusammengelegt, sodass es nur mehr ein dekanatsweites kirchliches Gremium gibt. Dadurch wird die Mitarbeit der Ehrenamtlichen aufgewertet.
- Eine Dekanatsleitung wird eingerichtet. Sie unterstützt den Dechant im Bemühen um gemeinsame Wege und Vernetzung aller kirchlichen Einrichtungen im Dekanat.
Der Dekanatsrat ist sich bewusst, dass Gremien und Strukturen nicht alles sind. Die oben erwähnten Beschlüsse scheinen nicht weltbewegend. Sie lösen auch die personellen Probleme in den Pfarren nicht. Aber sie helfen vielleicht den Boden zu bereiten, auf dem die Botschaft des Evangeliums neue Wurzeln schlagen kann.