Geschichte


Die Geschichte Pfarrkirchens ist eng mit der der Ministerialen der Herrschaft Falkenstein, Altenhof und Hochhaus verbunden. Diese Verbindung drückt sich in der heute noch bestehenden Zweiteilung der Pfarre in die Hauptpfarre und die Expositur an der Schlosskapelle aus. Pfarrkirchen ist keine Gründung der Falkensteiner, die Herrschaft Altenhof war stets nur weltliche Vogtei der Pfarrkirche.

Das Gebiet beiderseits der Großen Mühl wurde im 11. und 12. Jh. von den Schönering-Blankensteinern beherrscht. Das Geschlecht starb 1190/92 aus. Über die Gründung der Burg Falkenstein ist wenig bekannt. Die Lage der Burg abseits des Hauptverkehrsweges der Donau in dem schwer zugänglichen Tal der Ranna lässt auf ein nicht sehr bedeutendes Geschlecht schließen. Urkundlich ist die Burg 1140 im Besitz eines Adalram von Falkenstein. Ein Zweig dieses Geschlechtes, die Herren von Kirchberg (an der Laaber), benannte sich seit ca. 1180 nach der Burg Falkenstein. Sie ließen das Gebiet zwischen Ranna und Kleiner Mühl roden. Ein bekannter Vertreter dieses Geschlechts ist Chalhoch von Falkenstein, der legendäre Gründer des Klosters Schlägl, das in seinem Wappen auch das der Falkensteiner einschließt.
Nach dem Aussterben der edelfreien Kirchberg/Falkensteiner 1226/27 folgten bischöfliche Ministeriale, wie die Marsbacher, Tannberger und Haichenbacher, die den Besitz verwalteten und auch den Namen Chalhoch verwendeten.

1542 kam die Burg an Gottfried Salburger. Um etwa 1528 war die Familie der Salburger aus dem Voigtlande in unsere Gegend eingewandert. Im Jahr 1532 wird Bartlme Salburger aus Hofkirchen urkundlich erstmals erwähnt. Er wurde 1540 Pfleger auf der dem Freiherrn Jörg von Herberstein verpfändeten landesfürstlichen Herrschaft Falkenstein. Der Besitz blieb bei der Familie bis heute.


Das Schloss Altenhof

Das Schloss Altenhof thront malerisch und weithin sichtbar auf einer steilen Terrasse über dem Rannatal und ist ein barocker Bau mit eingearbeiteten älteren Renaissance-Elementen. Die erste Nachricht über Altenhof findet sich in einer Urkunde vom Jahre 1196, in der ein Eberhardus de Altenhoven genannt wird. Zum nicht öffentlich zugänglichen Schloss führt eine alte Lindenallee. Vor dem Schlosseingang stehen zwei barocke Steinstatuen, Donatus und Johannes Nepomuk. Über dem Eingang findet sich das Wappen der Salburger. Der einstige markante Dachreiter mit Zwiebelhelm über der Torachse ist leider vor ein paar Jahren abgerissen worden.

Die Expositur Altenhof

Nachdem im 18. Jahrhundert Bestrebungen zu mehr Selbstständigkeit erfolglos geblieben waren, führten zwei Gründe letztendlich zur endgültigen Errichtung einer Expositur. Der Religionsunterricht an der 1853 errichteten Volksschule hatte mit sich gebracht, dass die Kinder in der Schlosskapelle zu den Sakramenten der Buße und des Altares geführt wurden. Damit war der einst nur der Herrschaft vorbehaltene Sakramentenempfang in der Schlosskapelle schließlich allgemein geworden.

Die Schlosskapelle wurde mit Rechtswirksamkeit vom 1. September 1914 zur Kooperator-Expositur erhoben und ist somit die älteste Expositur in Oberösterreich. Dem Ordinariat ging es bei der Errichtung einzig und allein um "die Erleichterung des Gottesdienstbesuches und des Sakramentenempfanges für jenen Teil der Pfarrgemeinde, welcher in die Pfarrkirche einen weiten und beschwerlichen Weg zu machen hätte".

Zum Sprengel gehören die Ortschaften: Altenhof, Mühlholz, Hochhaus, Falkenhof, Eilmannsberg, Ratzesberg und Wernersdorf.

Im Jahr 1922 erhielt die Expositur das Taufrecht und 1944 das Trauungsrecht. Diese Rechte bestehen auch für die Einwohner von Gerastorf in der Pfarre Hofkirchen.

Die 1708 errichtete Schlosskapelle ist 1724 abgebrannt und gleich wieder hergestellt worden. Sie ist dem hl. Josef, dem Mann Mariens, geweiht und gehört der Familie Salburg.


Die Schlosskapelle besteht aus einem Saal mit einem dreijochigen Flachtonnengewölbe und einem eingezogenen, halbelliptischen Chor. Die Joche werden durch Doppelpilaster gegliedert. Die Nischen an den Seitenwänden enthalten Statuen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der jetzige Hochaltar vom bekannten Bildhauer Johann Seitz aus Passau stammt aus der Pfarrkirche, wo er um 1735 abgetragen worden ist.