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Das Wort zum 6. Sonntag der Osterzeit

Das Wort Liebe wird oft zu schnell in den Mund genommen. Die tiefe Bedeutung des Begriffes wird übergangen. Fernsehserien, die meist flach wie der Bildschirm sind, gaukeln ebenso wie diverse Websites eine Art von Liebe vor, die mit der Realität nichts zu tun hat und der Bedeutung nicht gerecht wird. Dahinter steckt die Sehnsucht nach der ewigen, absoluten und ganz tiefen Liebe zwischen zwei Menschen, die jede und jeder hat und nach der sich besonders Jugendliche sehnen. Das drückt sich insbesondere durch einen Absolutheitsanspruch in ihren jeweiligen Liebesbeziehungen aus. Dass das im realen Leben dann aber so nicht funktioniert, erleben wir im Scheitern vieler Beziehungen.

Jesus spricht in unserem Text von der Liebe unter den Christinnen und Christen. Er spricht also eine bestimmte Art der Beziehung an. Doch auch die Liebe zwischen zwei Menschen lässt sich nach diesen Anhaltspunkten gestalten. Im Unterschied zu dem Gebot der Nächstenliebe ist die Motivation zur Liebe untereinander die Liebe Gottes zu uns. Sie sollen wir nachahmen und als Vorbild nehmen. Diese Liebe Gottes zu uns bedeutet bedingungslose Annahme, Treue und einen absolut guten Willen. Zugegeben, ein Ideal, doch es gilt als Orientierung.

Wenn wir an die Liebe glauben, kann sie uns auch gelingen. Das bedeutet nicht, dass dann alle Beziehungen automatisch gelingen. Es bedeutet, dass ich durch meinen Umgang mit anderen etwas bewirken und verändern kann. Auch das ist schon ein Gelingen. Jesus bezeichnet uns als seine Freundinnen und Freunde, wenn wir seine Liebe zu uns verinnerlichen. Denn dann begegnen wir einander in Respekt, der auch einmal Abgrenzung und ein Nein ertragen kann. Der das Gute für den Nächsten sucht und dabei auch sich selber nicht vergisst. Im heutigen Evangelium geht es um das Ideal der Liebe, an dem wir Menschen leider so oft scheitern. Gerade der Muttertag kann ein Anlass sein, uns darüber Gedanken zu machen, wie Liebe untereinander gelingen kann. Wenn wir es schaffen, der Liebe in unserem Miteinander mehr Raum zu geben, dann könnte das die Welt grundlegend verändern. Jesus möchte uns dabei helfen. Lassen wir es zu!

Allen unseren Müttern und mütterlichen Menschen gratuliere ich heute zu ihrem Ehrentag und wünsche vom Herzen alles Gute und Gottes Segen!

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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