Sakramente: Zeichen der Nähe
Gottes
„In kurzlebigen Dingen vermag der Mensch Dauerndes zu entdecken,
im Zeitlichen Ewiges und in der Welt Gott.”
Leonardo Boff
Durchsichtigkeit von Dingen, Zeichen, Riten
Eigentlich gibt es nichts, was einem Menschen nicht mehr bedeuten
kann, als es an sich ist. Wenn ich mich in meinem Zimmer umschaue, dann fallen
mir sofort Gegenstände auf, mit denen ich eine Geschichte, eine Begegnung, eine
besondere Situation verbinde und die mir deshalb wichtig sind: ein Stein, eine
Kerze, ein Bild, ein Ring... Für mich sind diese Dinge durchsichtig auf
Tieferes oder Höheres oder Wertvolleres.
Aber nicht nur Dinge, auch Gesten und Worte weisen über sich
selbst hinaus. Weit mehr als nur Handbewegung und Wortkombination zu sein,
vermögen sie zu trösten oder zu verletzen, Nähe zu schaffen oder auf Distanz zu
gehen.
Und schließlich gibt es noch Riten, die wir Menschen brauchen,
Handlungen, die sich ständig wiederholen und die immer so oder so ähnlich
ablaufen (z.B. Ehrungen, Staatsempfänge, Eröffnung von Olympiaden, aber auch
der Abschiedskuss an der Haustür, die Gute-Nacht-Geschichte vor dem
Einschlafen, Geburtstagsfeiern und vieles mehr). Feierliche Riten unterbrechen
unseren Alltag. Sie sind Brennpunkte unseres Lebens, in denen wir die Gegenwart
feiern, uns an Vergangenes erinnern und Zukünftiges erwartungsvoll beschwören.
Weil wir Menschen aus Fleisch und Blut sind, brauchen wir das
Sinnenhafte. Es sind die Dinge, Zeichen und Riten, an denen sich unsere Sinne
und unsere Erinnerungen festmachen. Ohne sie könnten wir nicht leben.
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Sakramente sind Zeichen der Nähe Gottes
Nicht anders ist es im christlichen Glauben. Wer glaubt, dass Gott
die Welt erschaffen hat, findet in allem, was in ihr ist, einen Hinweis auf den
Schöpfer. Unüberbietbar aber hat Gott sich in seinem Sohn Jesus Christus in
dieser Welt offenbart. „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen”,
spricht Jesus im Johannesevangelium. Wo aber einer oder etwas Zeichen für Gott
wird, auf ihn hin „durchsichtig” wird, nähert man sich dem, was die Theologie
meint, wenn sie von einem Sakrament spricht.
Jesus war demnach das Sakrament Gottes. Ihn nennt die Theologie
auch das Ursakrament. Er ist und bleibt in seiner Kirche lebendig, die daher
selbst Zeichen der Nähe und des Wirkens Gottes ist - ein Zeichen, das sich
besonders in der Feier der Sakramente entfaltet.
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Sakramente stehen an den Schlüsselstellen menschlichen Lebens
Die sieben Sakramente der Kirche begleiten einen Menschen auf
seinem Lebensweg. Am Lebensbeginn (Taufe), bei Eintritt ins
Erwachsenenalter (Firmung), bei Heirat und Familiengründung (Ehe),
in Krankheit und in Todesgefahr (Krankensalbung), wo der Mensch erkennt,
dass eine Kurskorrektur im Leben notwendig wird (Versöhnung), wenn ein
Mensch sich bewusst wird, dass er zum Leben mehr braucht als Kleidung und
Nahrung, dass er immer wieder der Gemeinschaft mit Gott und der Menschen bedarf
(Eucharistie) und wenn ein Mensch sich entschließt, sein Leben ganz in
den Dienst Gottes zu stellen (Weihe). An den Schlüsselstellen des Lebens
stehen die Sakramente. Hier erfährt ein Mensch, dass er nicht alleine ist, wenn
ihm die Nähe Gottes sakramental zugesprochen wird.
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Die Taufe - Sakrament des neuen Lebens
Ganz untergetaucht zu werden ins kühlende, reinigende,
lebensspendende Wasser, um als neuer Mensch wieder aufzusteigen, das ist die
Tauferfahrung früher Christen, die sich diesem Ritus als erwachsene Menschen
unterzogen. Heute steht das Sakrament der Taufe am Beginn des Lebens. Wasser
wird über den Kopf des Kindes gegossen, Zeichen des neuen Lebens, das uns im
Namen des dreifaltigen Gottes geschenkt wird: „Ich taufe dich im Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.”
Wenn Sie Ihr Kind in unserer Pfarre taufen lassen möchten, bitten
wir Sie, Ihr Kind in unserer Pfarrkanzlei
zur Taufe anzumelden. Hier vereinbaren Sie auch einen Taufgesprächstermin,
sowie den Tauftermin. Taufen finden normalerweise am Sonntag ab 11.00 Uhr oder
am Samstag ab 10.00 Uhr statt. Allerdings sind auch andere Wunschtermine für
die Taufe möglich. Zur Vorbereitung findet ein Taufgespräch mit Pfarrer
Mag. Žarko Prskalo statt, der das Sakrament der Taufe spendet.
Notwendige Dokumente:
• Geburtsurkunde des Kindes
• Taufschein (Auszug aus dem Taufbuch) und
Heiratsurkunde der Eltern
• Taufschein (Auszug aus dem Taufbuch) des
Paten/der Patin
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Die Firmung - Stärkung im Leben
Wir merken immer wieder, dass Leben nicht alleine geht. Wir
brauchen Wegbegleiter, Freunde, die uns beistehen und helfen. Im Sakrament der
Firmung legt der Bischof oder von ihm beauftragte Firmspender dem Firmling die
Hand auf den Kopf, salbt ihn auf der Stirn mit Chrisam und spricht: „Sei
besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.” Der Geist Gottes
ist Stärkung und Beistand im Leben.
Die Firmung findet in unserer Pfarre jedes Jahr statt. Die Termine
für die Anmeldung, sowie andere Termine entnehmen Sie unserer Homepage oder
unserem Pfarrblatt, sowie in der Pfarrkanzlei. Zur Vorbereitung auf die Firmung
ist das Mindestalter von 14 Jahren, vollendet mit dem 31. August des
Firmungsjahres, vorausgesetzt.
Persönliche Anmeldung ist bei unserer Pastoralassistentin möglich. Dazu, bitte,
den Taufschein mitbringen.
Wer weitere Informationen braucht, kann sich an Pastoralassistentin, Frau
Bernadette Hackl, wenden.
Die Eucharistie - Gemeinschaft mit Gott und
den Menschen
Menschen kommen zusammen, um Leben, Tod und Auferstehung Jesu
Christi zu feiern. Allgemein wird das Sakrament der Eucharistie auch als
Kommunion bezeichnet. Kommunion, „communio”, heißt übersetzt „Gemeinschaft”.
Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Christus in unserer Mitte, hat er
Gemeinschaft mit uns, finden wir zu ihm und zueinander. Das Sakrament der
Eucharistie feiern wir in jeder Heiligen Messe. Gottesdienstzeiten am Sonntag
und während der Woche entnehmen Sie bitte der Gottesdienstordnung.
Für alte und kranke Menschen besteht die Möglichkeit, die
Kommunion zu Hause zu empfangen. Bitte wenden Sie sich an die Pfarrkanzlei.
Kinder des zweiten Schuljahres sind eingeladen zur Feier der
Erstkommunion. In gemeinsamen Gruppenstunden werden die Kinder auf den Empfang
des Sakramentes vorbereitet. Weitere Informationen dazu bekommen Sie bei Pastoralassistentin Bernadette
Hackl.
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Das Sakrament der Buße – Die Beichte – Scherben des
Lebens
„Scherben bringen Glück” sagen Menschen, um sich
über den Verlust hinwegzutrösten. Scherben gleichen unserem Leben, so könnten
Menschen sagen, die die Erfahrung machen, vor dem Scherbenhaufen des Lebens zu
stehen. Das Leben des Menschen ist und bleibt immer bruchstückhaft. Beziehungen
zerbrechen, Chancen im Leben werden vertan, wir verletzen einander und werden
verletzt. Tief in uns lebt eine Sehnsucht nach Zuwendung, Versöhnung, Heil.
Im Bußsakrament haben Menschen die Möglichkeit, mit den Scherben
ihres Lebens vor Gott zu kommen und sich Vergebung und Neuanfang zusprechen zu
lassen: Gott nimmt mich an mit meiner Schuld und meinem Versagen, mit den
Brüchen und Rissen meines Lebens. Aus dieser Erfahrung und mit meinem Bemühen
um Wiedergutmachung wird ein neuer Anfang in meinem Leben möglich.
Wenn Sie das Sakrament der Versöhnung empfangen möchten, so
besteht jederzeit die Möglichkeit mit Pfarrer Mag. Žarko Prskalo einen Termin
für ein Beichtgespräch zu vereinbaren. Darüber hinaus gibt es in unserer Pfarre
feste Beichtzeiten: im Advent und in der Karwoche
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Die Ehe - Gemeinsam auf dem Weg
„Vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau/als meinen
Mann. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und
Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren,
alle Tage meines Lebens. Trag diesen Ring als Zeichen unsrer Liebe und Treue:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.”
In der katholischen Kirche wird die Ehe ein Sakrament genannt.
Aber nicht nur die Feier der kirchlichen Trauung ist das Sakrament, sondern das
ganze eheliche Leben. Wo Frau und Mann sich auf ihre Liebe einlassen und diese
auch in eigenen Kindern und in der Verantwortung für andere Menschen fruchtbar
werden lassen, wo sie ihre Sehnsucht nach Liebe und Glück lebendig halten, da
wird die Ehe zum Zeichen der Liebe Gottes - zum Sakrament.
Zur Vorbereitung auf Ihre Eheschließung wenden Sie sich bitte
frühzeitig – am besten mindestens ein halbes Jahr vor dem gewünschten Termin
an unsere Pfarrkanzlei.
Pfarrer Mag. Žarko Prskalo wird dann einen Termin für ein
Ehevorbereitungsgespräch mit Ihnen vereinbaren. in dem Sie den genauen Termin
für Ihre Trauung absprechen können. Die verpflichtenden Ehevorbereitungskurse
für Brautpaare und deren Termine entnehmen Sie bitte der diözesanen Homepage
<www.beziehungleben.at>
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Die Krankensalbung - Sakrament des Lebens
Die Krankensalbung hilft Menschen, Krankheit, Gebrechlichkeit im
Alter und Sterben in Beziehung mit Gott und mit seiner Hilfe gut zu bestehen.
Auch junge Menschen werden krank und auch sie brauchen dann Stärkung, brauchen
jemand, der ihnen Mut zuspricht. Für viele ist die Krankensalbung das Sakrament
in der Todesstunde. „Letzte Ölung” sagten Menschen früher, zumal der Priester
dann auch erst im buchstäblich letzten Moment gerufen wurde. Aber das ist
irreführend, denn die Krankensalbung ist kein Sakrament des Todes, sondern des
Lebens. Nicht nur in akuter Lebensgefahr, sondern auch z.B. vor einer schweren
Operation soll die Krankensalbung die Lebenshoffnung stärken und das Vertrauen
in Gottes Hilfe festigen. In unserer Gemeinde wird das Sakrament der
Krankensalbung innerhalb eines gemeinsamen Gottesdienstes alten und kranken
Menschen zweimal im Jahr, in der Fastenzeit und im Advent, gespendet. In
besonderen Situationen spenden wir die Krankensakramente auch zu Hause.
Sprechen Sie dazu bitte mit unserem Pfarrer Mag. Žarko Prskalo.
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Die Weihe - Im Dienst am Menschen
Keine Frage: Vor Gott sind alle Menschen gleich. Vom einfachen
Christen bis zum Papst in Rom sind alle zum Glauben berufen und haben Anteil an
der Sendung der Kirche. Jede Christin und jeder Christ soll also da, wo sie/er
lebt, wo sie/er arbeitet, wo sie/er einem Menschen begegnet Zeugnis ablegen von
ihrem/seinem Glauben.
Dennoch gibt es in der Kirche verschiedene Aufgaben und Ämter, zu
denen Gott herausruft: Bischöfe, Priester, Diakone - all diese Ämter stellen
einen Dienst an der Gemeinde dar, weshalb kein noch so hohes Amt in der Kirche
einen über andere erhebt.
Wenn Sie Fragen zu Ihrer Berufung klären möchten bzw. wenn Sie
sich über Berufe der Kirche wie z.B. Pastoralassistentin oder -assistent
informieren möchten, stehen die SeelsorgerInnen des Pfarrteams
für ein Gespräch gerne zur Verfügung.
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