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zum nachdenken...

Selig die Jugend,
die die Oberfläche abkratzt
und sehen lernt.
Ihre Augen werden nicht nur suchen,
sondern auch finden.

Selig die Jugend,
die sich nicht mehr täuschen lässt
von schönen Worten und leeren Gesten.
Sie wird den Mut haben,
eigene Erfahrungen WAHRzunehmen.

Selig die Jugend,
die das Empfinden über die Logik stellt
und Gefühle nicht in Formeln pressen lässt.
Sie wird in den Brunnen springen können,
um die Tiefen zu ergründen.

Selig die Jugend,
die unbequem ist in ihren tausend Fragen
und sich nicht mit hohlem Gerede zufrieden gibt.
Sie wird nicht nur um sich,
sondern auch in sich horchen lernen.

Selig die Jugend,
die sich nicht stumpfsinnig dem Prinzip
von Gewinnsucht und Leistungsmoral verschwendet.
Sie wird lebendig sein
und ihren eigenen Weg finden.

Selig die Jugend,
die sich nicht beugen lässt
und dabei ihre Jugend verliert
im Trott der Gleichförmigkeit.
Sie ist die Hoffnung in dieser Welt.

Selig die Jugend,
die sprechen und zuhören lernt
und das DU in allen Formen
der Schöpfung sieht.
Sie ist die Liebe in dieser Welt.

Selig die Jugend,
die sich nicht demütigen lässt
und den wahren Mut zum Deus
neu entdeckt.
Sie ist der Glaube in dieser Welt.

Quelle: Karin E. Leitner (1993): Der Trotzdem-Baum. S. 60 „Auf dem Berg“
Foto: Irene Schacherl-Hofer