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Pfingstansprache |
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Pfingstsonntag, 11.5.08
Liebe Pfarrgemeinde, ...!
Zum Anfang eine kleine Geschichte von Konrad Baumgartner: Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Es war ein strahlender Tag, gerade richtig für die gewohnte Wallfahrt. Am Himmel regte sich kein Lüftchen. Die Jünger hatten sich zusammengesetzt und freuten sich über ihr Beisammensein. Sie tauschten alte Erinnerungen aus, an Jesus von Nazareth. Es störte sie keiner. Die Türen waren fest verschlossen. Die Fenster öffneten sie nur, wenn es ihnen im Raum zu stickig geworden war. In den Straßen der Stadt tummelten sich Leute aus aller Herren Länder. Davon bekamen sie kaum etwas mit. Petrus sagte: „Liebe Freunde. Wir müssen uns allmählich an den Gedanken gewöhnen, dass unser Freund Jesus nicht mehr unter uns ist. Die Leute haben sich wieder beruhigt und werden auch uns in Ruhe lassen. Es wäre schon, wenn wir uns noch von Zeit zu zeit treffen könnten, um das Andenken an Jesus in Ehren zu halten. Im Übrigen soll alles beim Alten bleiben." Die Jünger waren alle derselben Meinung. Sie trafen sich noch gelegentlich. Aber allmählich wurde es ihnen langweilig. Immer weniger kamen zu den Treffen. Mit den Jahren starben sie. So ging die Sache Jesu und die Erinnerung daran zu Ende ...
Eine sehr traurige Geschichte. Aber Gott sei Dank, so war es nicht am ersten Pfingstfest! Da wehte ein anderer Wind. Da ist keine Langeweile aufgekommen, die Jünger haben die Fenster nicht verschlossen, sondern weit aufgerissen. Da herrschte Aufbruchstimmung - raus aus dem Haus und hinein in die Menschenmenge. Statt Enge herrschte Weite. Statt menschlicher Festhaltetaktik Be-geisterung von Gott her. Die war so stark, dass jeder verstehen konnte, worum es wirklich geht, egal woher er kommt oder wie sie gewöhnlich denkt.
Wie steht es aber mit der Kirche heute aus, am Pfingstfest des Jahres 2008? Müssen wir uns nicht den Vorwurf gefallen lassen, dass wir Jünger und Jüngerinnen heute viel näher an der erfundenen Geschichte sind, als an der Erzählung der Apostelgeschichte. Einige treffen sich ja noch - mehr oder weniger regelmäßig, um die Erinnerung an die Worte und Taten des Jesus von Nazareth hochzuhalten. Viele sind wir nicht mehr. Wir sagen von uns, dass wir einladend sind, aber oft genug habe ich den Eindruck wir vermitteln die Botschaft: Kommt alle zu uns, aber werdet zuerst so wie wir sind! Auch vor unseren Türen tummeln sich Menschen aus aller Herren Länder. Gehen wir hinaus und suchen wir den Kontakt mit ihnen oder sind wir uns selber genug?
Menschen waren damals nicht anders als sie es heute sind, und wer wollte sich schon zutrauen, die ganze Menschheit auf dem richtigen Weg zu halten! Die Jünger waren trotz aller Zukunftsangst noch offen für das Wirken Gottes. Sie haben das Großereignis in Sturm und Feuer mit sich geschehen lassen. Sie haben hingehört, was ihnen dieses Brausen vom Himmel her sagen wollte. Und sie sind nicht hockengeblieben. Sie haben den Blick von der schönen Vergangenheit weg auf die Gegenwart und Zukunft gerichtet. Das macht sie begeisterungsfähig. Sie wussten sich begleitet und getragen von jener Kraft, die auch Jesus getragen hat.
Und wir? Sind wir noch offen für das Wirken eines Geistes, der weht wo er will - und nicht wo wir es wollen? Lassen wir uns noch von Gott zu etwas drängen, das wir eigentlich selber gar nicht im Sinn hätten? Sind wir noch bereit, die Gegenwart unserer Kirche als hoffnungsvoll anzusehen und den ersten Schritt nach vorne in eine gute Zukunft zu lenken? Trauen wir uns auch dann von unserem Glauben zu sprechen, wenn nicht gerade Sonntag ist? Sind wir noch fähig, unsere Traditionen und Erinnerungsriten mit den Augen derer zu sehen, die von draußen hereinkommen?
Wie gut, dass damals, zu Pfingsten in Jerusalem, nicht alles beim Alten geblieben ist und die Geschichte von Konrad Baumgartner wirklich nur eine erfundene ist. Der Geist Gottes ist da, er ist bereit, uns umzukrempeln und er kommt als Kraftspender, als Tröster und Bahnbrecher für die Botschaft. Er wird uns auch den langen Atem geben, den wir brauchen, wenn wir nach Gottes Willen gemeinsam an seiner Kirche bauen und die Welt verändern. Gedanken von unserer Pastoralassistentin Angelika Paulitsch
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"Gehen wir hinaus und suchen wir den Kontakt mit ihnen
oder sind wir uns selber genug?" Nehmen wir diese Gedanken mit bei der Fronleichnamsprozession wenn wir betend hinaus gehen durch das Siedlungsgebiet mit der Monstranz und dem Hl. Brot. Wie fühlen wir uns wenn wir unseren Glauben den Bewohnern demonstrieren. Gehen wir, erfüllt vom Hl. Geist, sichtbar begeistert diesen Weg? |
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Fronleinamprozession
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