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Das
Innere der Kirche zählt zu jenen glücklichen Schöpfungen, die
über Jahrhunderte entstanden sind, ohne die Einheitlichkeit
des Raumes zu beeinträchtigen.
Das Vorbild der Bauweise ist
in den Zisterzienserbauschulen der Kirchen von Pontigny und
Fontenay zu suchen. Das wichtigste Merkmal - das
kreuzrippengewölbte, überhöhte Mittelschiff mit sieben
Jochen ist doppelt so hoch wie die Seitenschiffe.

Hochchor - Südlicher Teil |

Blick in
das Innere der Kirche |
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Der
spätgotische Chor mit Chorumgang wurde unter Abt Stephan II.
errichtet und 1443 geweiht. Dieser Bautypus wurde ebenfalls
der französischen Kathedralarchitektur entlehnt und kam über
die Vorbilder Sedlec (Böhmen) und Zwettl (1383 vollendet)
nach Baumgartenberg. Eine Reihe von Pfeilern, die den
gotischen Chorumgang noch unterteilte, wurden im 17.
Jahrhundert entfernt. Damit hatte Baumgartenberg das
charakteristische Gepräge seiner baulichen Eigenart
erreicht: die Barockisierung.
Die Bündelpfeiler im Hochchor wichen vier mächtigen Säulen aus Stukkolustro, zwischen denen rund um den Hochaltar eine
Balustrade aus rotem Salzburger Marmor eingezogen wurde. |
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Stuckgirlanden und
Gewölbefresken im Langhaus |

Hochaltar - Kuppelgemälde: Krönung Mariens |
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Im
Bewusstsein wieder erstarkter Glaubensfreude dekorierten die
Äbte Bernhard Breil und Kandidus Pfyffer in den Jahren von
1660 bis 1697 die ernste, nüchterne Basilika im Stile des
vornehm - eleganten Frühbarocks. Die dominierende Rolle fiel
dabei den Stuckateuren unter der Bauleitung des Italieners
Carlo Antonio Carlone zu. Die damals in der Region viel
beschäftigten Künstler veränderten bei völliger Belassung
des ursprünglichen Baubestandes mit einem neuen dekorativen
System entscheidend den Raumeindruck. Gurtbögen und
Kreuzrippen wurden mit stark plastischen Fruchtwerk und
Akanthuslaub verkleidet. Die abgetreppten Wanddienste
verschwinden hinter hochgestellten Halbsäulen, die ein durchlaufendes Kämpfergebälk tragen.
Durch die Barockisierung
erhielt der Kirchenraum neue Proportionen, welche durch die
farbig- plastischen Akzente und der eingerahmten Malerei ein
geschlossenes und ungemein einheitliches Gepräge darstellen. |
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Wandgemälde im Langhaus -
Die Mutter Gottes überreicht dem Hl. Alberich das weiße
Ordenskleid der Zisterzienser |
Die insgesamt 121 Fresken an
Wänden und Decke stammen von Giacomo Antonio Mazza und den
Gebrüdern Grabenperger aus Und/Krems. Die Themen sind vor
allem der Verherrlichung Mariens durch den
Zisterzienserorden gewidmet. Der Hl. Bernhard von Clairvaux,
die dominierende geistliche Persönlichkeit des 12.
Jahrhunderts, bestimmt ebenso wesentlich das Freskenprogramm
in seinen Inhalten. |
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Einrichtung
Hochaltar/Altäre:
Der Hochaltar birgt das
"Zielbild" der Kirche, die Aufnahme Mariens in den Himmel.
Das Bild ist ein Meisterwerk von Johann Carl von Reslfeld.
Das Presbyterium flankieren
zwei Altäre, die den Heiligen Bernhard und Benedikt geweiht
sind. Weitere Altäre befinden sich im Chorumgang.
Chorgestühl:
Ein unvergleichliches
Meisterwerk (unbekannter Meister) ist das um 1690 kunstvoll
geschnitzte Chorgestühl mit reichem Akanthusrankenwerk,
prachtvoll geschaffenen Wangen und Fruchtgehängen. In der
Mitte beiderseits (Norden, Süden) als Krönung Abtwappen (Lilie) und
Stiftswappen.
Kanzel:
Entstanden um 1690 mit
bemerkenswerter Symbolik. In Anlehnung an die Wurzel Jesse
wächst aus dem Leib des Hl. Bernhards von Clairvaux ein
Baumstamm, dessen Früchte bedeutende Zisterzienser bilden.
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Hochaltar |
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Chorgestühl - unbekannter
Meister (1690) |

Kanzel mit dem Hl. Bernhard |
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Orgel:
Die konkav einschwingende
Musikempore, zu der über den barocken Treppenturm ein
eigener Zugang geschaffen werden musste, fügt sich
harmonisch in das Gesamtbild. Die klangschöne Orgel,
ursprünglich erbaut von dem Passauer Freundt, zeigt im
Knorpelwerk des Gehäuses die Jahreszahl 1662. Das herrliche
Instrument wurde um 1780 von dem Freistädter Orgelbauer
Richter überbaut. Nach dessen Plänen wurde es auch von 1997 -
2001 restauriert. |
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Orgel - 1662 |

Orgelempore |

Epitaph Ottos
von Machland |

Epitaph des
Abtes Heinrich II. Kern |
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Grabsteine:
Der Stiftergrabstein im
nördlichen Seitenschiff war ursprünglich die Deckplatte
eines Hochgrabes und wurde nach dessen Zerstörung in
josefinischer Zeit in die Wand eingelassen. Graf Otto von
Machland (+1148) steht uns in ganzer Figur mit Schwert und
Kirchenmodell frontal gegenüber.
Weitere sehenswerte Epitaphe:
Abt Heinrich II. Kern (neben
Portal), Barockäbte Kirchleutner und Breil (Altarraum). |