Baumgartenberg - OÖ

Pfarrkirche
Mariä Himmelfahrt

Ehemalige Stiftskirche

der Zisterzienser von Baumgartenberg

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ZEITTAFEL

1141

Gründung durch Otto von Machland: Die ersten Mönche kamen aus Morimond (Frankreich).

1243
Weihe der romanischen, nach dem Vorbild französischer Zisterzienserkirchen errichteten Stiftskirche. Aus dieser Zeit stammen die steinerne Giebelfront an der Westseite, das Rundbogenportal in der Vorhalle und die heute barock verkleideten Pfeiler und Außenmauern von Langhaus und Querschiff.
1301 -1306
Anbau der frühgotischen Eingangsvorhalle ("Paradies").
1428/1436
Schwere Verwüstungen des Klosters durch die Hussiten.
1436 - 1446
Neubau des mächtigen, spätgotischen Umgangs-Chores
bis 1697
Ausbau des Klosters und Barockisierung der Stiftskirche außen und innen. Reiche Ausstattung mit Stuck und Fresken.
1784
Aufhebung des Klosters im Josephinismus; die Stiftskirche wird zur Pfarrkirche.
1889 - 2008
Betreuung der Pfarre durch die Franziskaner
1996 - 2001
Generalsanierung der Kirche

 

Der Hochfreie Otto von Machland aus der Familie der Herren von Perg und seine Gemahlin Jeuta, geborene Gräfin von Peilstein, stifteten nach kinderloser Ehe 1141 ihre Burg samt den umliegenden Gehöften zur Gründung eines Zisterzienserklosters.

Entsprechend der Ordensregel entstand die Abtei aber nicht auf der Anhöhe des Ulrichsberges, wo neben dem Schloss auch bereits eine Kirche stand, sondern in der Ebene des Machlandes, in einem Obstgarten, im
B a u m g a r t e n  a m  B e r g.

Noch zu Lebzeiten des Hl. Bernhards von Clairvaux kamen die ersten Mönche aus der Zisterze von Heiligenkreuz und begannen hier im streng fest gelegten Wechsel von körperlicher Arbeit und Gebet den Rhythmus des benediktinischen "ora et labora"  als Zisterzienser zu verwirklichen.

 

In der langen Geschichte seines Bestandes erlebte das Kloster wechselvolle Geschicke, Höhen und Tiefen.

Baumgartenberger Urbar 1335: Jutta und Otto von Machland mit Kirchendarstellung und Wappen

 

 

Otto tritt am Sterbebett in den Zisterzienserorden ein und errichtet sein Testament; rechts Vogt Walchun von Clam; unten Jagdszene

Papst Eugen III. bestätigt 1151 die Gründung des Stiftes Baumgartenberg

 

Wie durch ein Wunder ging der 30-jährige Krieg fast spurlos an dem Hause vorüber, sodass das Stift bereits im späten 17. Jahrhundert eine Glanzzeit erlebte. Der Ausbau des Klosters und die Barockisierung der Kirche fallen in diese Zeit.

 

Ansicht der Klosteranlage von 1697, Fresko an der Unterseite der Orgelempore

Leider hat die Schuldenlast dieser Bautätigkeit in der Folgezeit schwere Krisen über das Haus gebracht, sodass diese wirtschaftlichen Missstände den josefinischen Klosterstürmern einen willkommenen Vorwand zur Aufhebung am 30. Mai 1784 gaben.

Von diesem Zeitpunkt an ist die Stiftskirche Baumgartenberg öffentlich zugänglich und wurde der Pfarre als Pfarrkirche einverleibt.

Die herrenlos gewordenen Klostergebäude mussten von 1785 - 1811 eine Strafanstalt aufnehmen. 1825 wurde nach einem verheerenden Brand fast der ganze ehemalige Konventtrakt im Süden der Kirche abgerissen. Nachdem für kurze Zeit die Jesuiten hier wirkten, besiedelten 1865 die Schwestern "Unserer Lieben Frau von der Liebe des Guten Hirten" das Kloster.

Die Seelsorge in der Pfarre oblag von 1889 bis 2008 den Franziskanern der Tiroler Provinz.

Die jüngste, mehrjährige Generalsanierung des Gotteshauses konnte im Jahre 2001 erfolgreich abgeschlossen werden.