Pfingsten


Firmvorbereitung
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 Allgemeines
 
Pfingsten ist das Fest des Hl. Geistes, welcher am 50. Tag nach Ostern auf die Apostel herabkam, als diese in Jerusalem versammelt waren.
Zu Pfingsten empfangen junge ChristInnen das Sakrament der
Firmung,
eine bewusste Zustimmung zur Taufe.
 
Pfingsten ist ein bewegliches Fest im Jahreskreis. Wir feiern dieses Fest stets 50 Tage nach dem Ostersonntag ("Pfingsten" leitet sich vom griechischen "pentekoste" für "der 50. Tag" ab).  Es bildet im Kirchenjahr den Abschluss des Osterfestkreises.
 
Der Ursprung für das Pfingstfest steht in der Apostelgeschichte. Dort wird beschrieben, dass sich am 50. Tag nach Ostern die Jünger in einem Haus versammelten. Dort empfingen sie die Gabe des heiligen Geistes. Dieser befähigte sie etwa, andere Sprachen zu verstehen. Die Pilger, die zum Wochenfest aus verschiedenen Ländern nach Jerusalem kamen, waren bestürzt, da jeder den anderen in seiner eigenen Sprache sprechen hörte.
 
Die Geistsendung an Pfingsten war der Ausgangspunkt für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Theologen sehen daher in diesem Ereignis die Geburtsstunde der Kirche. Das Pfingstfest kann somit auch als Geburtstagsfest der Kirche bezeichnet werden. Es ist neben Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im Kirchenjahr.
 
Nach kirchlicher Lehre wurde der Heilige Geist ausgesandt, um Person, Wort und Wirken Jesu Christi lebendig zu halten. Im theologischen Sinne ist der Heilige Geist eine der drei Gestalten Gottes. Zusammen mit Gott, dem Vater, und Jesus Christus, dem Sohn, bildet er die "Trinitas Dei", die göttliche Dreifaltigkeit. Dies ist in einem Dogma aus dem Jahre 381 festgelegt.
Manche Theologen sehen im Heiligen Geist auch das weibliche Element Gottes. Diese Deutung wird durch die Tatsache gestützt, dass das hebräische Wort für Geist Gottes, "ruach jahwe", weiblich ist.
 
Die Erwähnung der Evangelisten, dass der Heilige Geist bei der Taufe im Jordan auf Jesus in Form einer Taube hernieder
kam, wird hierfür ebenfalls als Argument herangezogen. Die Taube war im antiken Orient nämlich ein Symbol für alle großen Göttinnen. Allerdings schreibt nur Lukas, dass der Geist Gottes bei der Taufe im Jordan "sichtbar in Gestalt einer Taube" herabgekommen sei (Lk 3,22). Bei den anderen Evangelisten heißt es lediglich "wie eine Taube".
Im 6. Jht. wurde eine Taube zum Pfingstsymbol des Hl. Geistes erwählt. Im Mittelalter wird der Hl. Geist auch in menschlicher Gestalt dargestellt. Papst Urban VIII. untersagte solcherlei Darstellungen. Ab 1775 ist die Hl. Geist Darstellung nur mehr als Taube zulässig!

 
 
Ursprung
Pfingsten ging wie Ostern aus einem jüdischen Fest hervor. Es war ursprünglich ein Erntefest mit Dankopfern. Während das Passah-Fest (Ostern) den Beginn der Getreideernte markierte, wurde am fünfzigsten Tag darauf der "Schawuot" begangen, der Tag der Darbringung der Erstlingsfrüchte. Später wurde dieser Tag auch als Wochenfest bezeichnet. Als christliches Fest wurde Pfingsten erstmals im 4. Jahrhundert erwähnt. Seit altersher war die Feier der Pfingsttage überwiegend vom weltlichen Festwesen bestimmt. Bretonische Sagen, französische und deutsche Ritterromane erzählen beispielsweise von glanzvollen Pfingstfesten des sagenhaften Königs Artus (5./6. Jahrhundert).

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Gaben des Heiligen Geistes
Das Wirken des Heiligen Geistes bei den Menschen wird durch den Begriff der sieben Gaben des Heiligen Geistes zum Ausdruck gebracht. Besonders bei der Firmung wird um die Gaben des Heiligen Geistes für die jungen ChristInnen gebetet.
 

Weisheit

- damit ich lerne, wichtige von unwichtigen Dingen zu unterscheiden.

 

Weisheit kommt von „wissen“. Als Summe des erfahrenen und erlebten Lebens ist sie aber mehr als ein angelesenes Wissen. Sie meint die Kunst, täglich neu zwischen wichtigem und unwichtigem Geschehen zu unterscheiden und mich an das zu halten, was meinem Leben im Einklang mit mir und meinen Mitmenschen förderlich ist. In einem mit Weisheit ausgerichteten Leben kommt Gottes gute Weltordnung zur Geltung

 

Einsicht

 - damit ich in einer komplizierten Welt
den Überblick behalte

 

Unser Leben ist vielen und teilweise unübersichtlichen Einflüssen ausgesetzt. Einsicht meint die Fähigkeit, die zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich täglich mache, vor dem Hintergrund meines eigenen Lebensentwurfes so deuten zu können, dass ich darin einen Sinn für mich und andere erkennen kann.

 

Rat

- damit mir in schwierigen Fällen
eine Lösung einfällt

 

Rat hat mit Be-Ratung zu tun. Manchmal muss ich mit mir selbst zu Rate gehen, um eine schwierige Lebensentscheidung zu treffen oder anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Rat kann die Gabe sein, Dinge gut gegeneinander abzuwägen, Vor- und Nachteile in Betracht ziehen zu können, Maßstäbe zu finden, nach denen ich mich ausrichte. Er bezeichnet auch die Offenheit, von anderen einen guten Rat annehmen zu können.

 

Stärke

- damit ich bei Hindernissen und Widerständen nicht gleich aufgebe

 

Stärke – Wenn ich einen einmal gefassten Lebensentwurf auch gegen Widerständemeiner Umgebung durchhalten will, brauche ich Stärke. Es gibt kein Leben ohne Hindernisse und Enttäuschungen. Sie können Frust und Resignation hervorrufen oder aber Energien zum Weitermachen freisetzen. Auch die Fähigkeit, gegen den allgemeinen Trend seine eigene Lebensauffassung als Christ zu vertreten, braucht Stärke.

 

Erkenntnis

- damit ich unterscheiden kann, was richtig und falsch, gut und böse ist

 

Der Zeit-Geist ist zunehmend geprägt von einer Gleich-Gültigkeit. Viele Entscheidungen in Politik und Gesellschaft werden pragmatisch nach Nützlichkeit oder wirtschaftlicher Effizienz gefällt. Lebensentwürfe, Weltanschauungen oder Religionen werden in den Bereich der persönlichen Beliebigkeit verwiesen, gelten vielen Mitmenschen als gleich gute Sinnentwürfe.
Der Geist der Erkenntnis kann mich befähigen, in differenzierter Weise zu unterscheiden, in welchen Situationen ich als Christ auch deutlich Stellung beziehen muss.

 

Frömmigkeit

- damit ich den Kontakt zu Gott
nicht verliere

 

Frömmigkeit – Glauben spielt sich nicht im luftleeren Raum ab. Ich brauche in meinem Leben Erfahrungen, die meinem Glauben Nahrung geben. Frömmigkeit ist eine Gabe, die mich mit Leib und Seele immer wieder den Kontakt zu Gott suchen lässt in Zeiten des Gebetes, des Gottesdienstes und des Engagements für andere.

 

Gottesfurcht

- damit ich nicht glaube, Menschen könnten so groß sein wie Gott



Keine Angst vor Gott! Ich danke Gott, dass ich von ihm unbedingt bejaht bin und in der Freiheit der Kinder Gottes leben darf. Gottesfurcht befreit mich vor dem Wahn, als könnte der Mensch über das Geschenk seines Lebens bis ins Letzte verfügen, indem er sich selbst und seine Welt immer weiter zu optimieren und die Grenzen seiner geschöpflichen Endlichkeit zu überschreiten versucht

 


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Komm, Heiliger Geist

Komm, Heiliger Geist, du Geist der Weisheit!
Hilf mir, dass ich mein Leben auf festem Grund baue.
Lass mich nüchtern überlegen.
Schenke mir Offenheit für andere.
 

Komm, Heiliger Geist, du Geist der Einsicht!
Hilf mir einsehen, was gut und was richtig ist.
Lass mich sachlich und fair
meine Meinung vertreten.


Komm, Heiliger Geist, du Geist des Rates!
Lass mich willig guten Rat annehmen.
Lass mich guten Rat geben, wenn ich gefragt werde.
Du sprichst zu mir durch das Wort der Heiligen Schrift.
Du sprichst zu mir durch das, was in der Welt geschieht.
Du sprichst zu mir durch den Rat guter Menschen.
Du sprichst zu mir durch mein Gewissen.
Ich will auf dich hören.
Komm, Heiliger Geist, du Geist der Stärke!
Hilf mir, die Trägheit und die Feigheit zu überwinden.
Mach mich mutig, wenn ich zu meinem Glauben
und zu meiner Überzeugung stehen soll.

Guido Erbrich

 
 
Unsere Leere schreit nach Deiner Fülle

 

Komm, Heiliger Geist,
in unsere Städte,
in unsere Häuser,
in unsere Familien,
in unsere Augen,
in unsere Herzen.

 



Ohne Dich lesen wir Bücher
Und werden nicht weise,
ohne Dich reden wir lange
und werden nicht eins.
Ohne Dich sehen wir nur Fälle,
Zahlen und Fakten.

 

Ohne Dich zerfällt unser Leben
In eine Reihe von sinnlosen Tagen.
Ohne Dich werden wir treulos.
Ohne Dich endet unser Denken im Wahnsinn.
Ohne Dich zerstört uns die Technik.
Ohne Dich werden die Kirchen Museen.
Ohne Dich wird das Beten Geschwätz.

 



Ohne Dich wird unser Lächeln erstarren.
Ohne Dich wird unsere Umwelt verwüstet.
 
Komm, Heiliger Geist,
unsere Leere schreit nach Deiner Fülle!
Komm, Schöpfer Geist!
Mache die Welt zur Wohnung für Dich!

 

 
 
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Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke!
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige liebe!
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige hüte!
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nicht verliere!

Augustinus, Bischof von Hippo/Nordafrika
 
 
 
 

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Aus der Apostelgeschichte 2, 1-36
Das Pfingstereignis
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. 
Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken. 
 
Die Pfingstpredigt des Petrus
Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen; sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten Joël gesagt worden ist: In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben. Auch über meine Knechte und Mägde werde ich von meinem Geist ausgießen in jenen Tagen, und sie werden Propheten sein. Ich werde Wunder erscheinen lassen droben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde: Blut und Feuer und qualmenden Rauch. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Herrn kommt, der große und herrliche Tag. Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet. Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazaräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst - ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, daß er vom Tod festgehalten wurde. David nämlich sagt über ihn: Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen; denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch läßt du deinen Frommen die Verwesung schauen. Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht. Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben, und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm den Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn nicht der Unterwelt preis, und sein Leib schaut die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört. David ist nicht zum Himmel aufgestiegen; vielmehr sagt er selbst: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße. Mit Gewißheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
 
 
 

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Der Sturm, der von Gott kam

Huuuiiihhhhhh!!
Ein brausender Sturmwind raste um das Haus. Er warf mit einem Knall die Tür auf, fegte durch das Zimmer und zerzauste alle, die drinnen waren.

Mit dem Wind kam ein geheimnisvolles Feuer. Kleine Flammen wehten durch den Raum und senkten sich schließlich nieder. Immer eine Flamme auf jeden Menschen, der dort war.
Aber wie durch ein Wunder wurde niemand verbrannt.

Es waren die besten Freunde von Jesus, die in diesem Raum versammelt waren. Sie zuckten zusammen, als der tosende Wind kam und mit ihm die rätselhaften Flammen.
Als sich auf jeden eine Flamme setzte, begannen sie aufgeregt zu reden. Sie konnten gar nicht anders. Aber was war das? Jeder redete auf einmal in einer anderen Sprache!
Dawussten sie: Gottes mächtiger Helfer, der Heilige Geist, war angekommen!

Jetzt würden sie wirklich aller Welt von Jesus erzählen können.

In Jerusalem wurde gerade Erntedank gefeiert, darum waren viele Besucher aus allen Ländern da, von nah und fern.
"Was ist los? Was geschieht in diesem Haus?", fragten sie erstaunt.
"Da drinnen erzählt jemand wunderbare Dinge von Gott", sagte einer der Fremden. "Ich kann es verstehen, denn der Mann redet in meiner Sprache."
"In meiner Sprache auch!", rief einer nach dem andern. "Ich verstehe auch, was er sagt!"
Da kam Petrus heraus und erklärte den Menschen: "Wir wollen euch von Jesus erzählen. Gott hat ihn zu uns geschickt, damit er uns rettet und erlöst. Aber ihr habt zugelassen, dass er am Kreuz stirbt. Jetzt hat Gott ihn vom Tode auferweckt."

"Was können wir denn tun?", fragten die Menschen.
"Sagt Gott, dass es euch leid tut!, antwortete Petrus. "Dann wird Gott euch verzeihen. Danach, wenn ihr es wollt, könnt ihr alle Freunde von Jesus werden und zu ihm gehören."

An diesem Tag sagten 3000 Menschen in Jerusalem: "Ja, wir wollen Freunde von Jesus sein und zu ihm gehören."
 


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