Palmsonntag


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Traditionelle Verhüllung der Kirchenkreuze

Der Sonntag vor dem Palmsonntag heißt Passionssonntag. An diesem Sonntag werden die Kreuze in den Kirchen, an Marterln und in Kapellen mit Stoffen verhüllt.

Hinter dieser kirchlichen Tradition steht der Gedanke, dass das, was dem Gläubigen kostbar ist - nämlich das Kreuz - verdeckt werden soll, um am Karfreitag enthüllt und verehrt werden zu können. Es handelt sich dabei also um eine Art „Augenfasten". Durch das „Weglassen" soll eine höhere Aufmerksamkeit entstehen.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Im Zentrum dieses Tages steht das Kommen des Retters Jesu.
Der Palmsonntag hat seinen Ursprung in Jesu feierlichem Einzug in Jerusalem, vor seiner Hinrichtung. Wie alle vier Evangelisten berichten, betrat Jesus als König der Gerechtigkeit und des Friedens Jerusalem. Die Bevölkerung feierte ihn als Messias - den lange erwarteten Retter. Sie breiteten Kleider vor ihm aus und streuten grüne Zweige.

Als Erinnerung an die nahende Erlösung werden auch heute Palmzweige in der Messfeier gesegnet. Diese Zweige sollen Schutz vor Krankheiten bieten. In ländlichen Gegenden band man die gesegneten Zweige an ein Kreuz im Haus oder steckte sie auf die Felder, in der Erwartung, somit Unwetter, Blitz und Hagel von Haus und Acker fernzuhalten. 
Im Mittelalter war es Brauch, den Einzug in Jerusalem durch eine festliche Prozession nachzuvollziehen, wobei ein hölzerner Esel symbolisch mitgeführt wurde. Dieser Brauch besteht auch heute noch in manchen Gemeinden.
 
 

Einfach zum Nach-denken
 

Ein Friedensfürst, der Unruhe stiftet?!

In jenem April befanden sich etwa 80 000 Pilger aus dem In-und Ausland in der 40 000-Einwohner-Stadt Jerusalem, um hier in Erinnerung an den Auszug aus der Sklaverei in Ägypten das Paschamahl (sprich: pas-cha! oder pesach) zu feiern. Jesus aus Nazaret war einer der Pilger.

In jenen Tagen muss es sehr hektisch gewesen sein: In einer überfüllten Stadt galt es, passende Rastplätze und vor allem Räumlichkeiten für die Pascha‑Feier zu organisieren. Es mussten fehlerlose, männliche Lämmer - nicht älter als ein Jahr - gefunden werden, ebenso Zutaten für die traditionellen Speisen und Wein in der vorgeschriebenen Menge. Um überhaupt am Fest teilnehmen zu dürfen, brauchten die Menschen etwa eine Woche für die notwendigen Reinigungsriten. Diese Hektik erreichte schließlich ihren Höhepunkt am offiziellen Vorbereitungstag zum Pascha (genannt "Rüsttag"), wo am Nachmittag die Lämmer (zwischen 10 000 und 15 000 Stück!) für das abendliche Mahl geschlachtet wurden.
Inmitten dieser Betriebsamkeit ereignete sich nun Unvorhergesehenes. Da gab es einen eigenartigen Empfang. Nicht stolz auf einem Pferd, sondern auf einem jungen, unberittenen Esel zog ein Mann ein - ganz dem „Friedensfürst“ aus dem Prophetenbuch Sacharja entsprechend. Etwas später wird derselbe Mann den Tempel kritisieren, gefangen genommen und schließlich am Kreuz hingerichtet. Wie passt das zusammen; dieses Einreiten als Friedensfürst und dieses Nicht-zurück-Scheuen vor Unruhe?
Worum ging es Jesus wirklich?                                                                            
                                                                                                   
Mag. Franz Schauer

 

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 Leidensgeschichte (Passion) aus dem Heiligen Evangelium nach Markus, 11,1-11 

Der Einzug in Jerusalem 

 
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte er zwei seiner Jünger voraus. 
Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er läßt ihn bald wieder zurückbringen. 
Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden, und sie banden ihn los. Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden? Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte, und man ließ sie gewähren. 
Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf. 
Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. 
Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe! 
Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus.

aus dem Evangelium nach Markus, 11,1-11

 


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Die Ankunft eines Königs

Jesus und seine besten Freunde waren unterwegs nach Jerusalem. Kurz vor dem Ziel sagte Jesus: „In dem Dorf dort drüben werdet ihr einen jungen Esel finden. Sagt seinem Besitzer, dass ich das Tier brauche. Und dann bringt es her zu mir!“
Wenig später konnte Jesus auf das Grautier aufsteigen. Vor ihm hatte noch kein Mensch dieses Fohlen geritten, dennoch trabte der kleine Esel brav daher, ohne zu bocken.
Am Stadttor von Jerusalem warteten unzählige Menschen auf Jesus. Alle hatten schon viel von diesem außergewöhnlichen Mann gehört und brannten darauf, ihn zu sehen. Die Menschen lachten und winkten mit Palmzweigen. Viele sangen vor lauter Freude: „Hurra! Hurra! Hier kommt der König, den Gott uns ver-sprochen hat! Ein Hoch auf unseren König!"
Irgendwie schaffte es Jesus, sich durch die Massen einen Weg zum Tempel zu bahnen. Der kleine Esel hatte seine Sache sehr gut gemacht. Alle Juden hatten den Hinweis verstanden:
Jesus ritt zum Zeichen des Friedens auf einem Esel!
 


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