Ostersonntag


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Am Ostersonntag feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi.

Hintergrund für das bedeutendste Fest der Christen bildet das jüdische Paschafest. Jesus wurde unmittelbar vor diesem Fest hingerichtet, seine Auferstehung erfolgte demnach am Paschafest.

In der heiligen Schrift gibt es unterschiedliche Berichte über die Erscheinung des Auferstandenen. Lukas berichtet von einem Mahl Jesu mit den Jüngern. Lukas und Johannes berichten von Erscheinungen in Jerusalem, während laut Markus und Matthäus Jesus sich in Galiläa offenbart. Aus theologischer Sicht geht es nicht darum, die leibhaftige Erscheinung Jesu nach seinem Tod zu beweisen. Tiefgreifende religiöse Erfahrungen der Jünger und die überwältigende Kraft des Glaubens stehen im Vordergrund.

 

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Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes, 20,1-31
 
Die Entdeckung des leeren Grabes
 
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, daß der Stein vom Grab weggenommen war. 
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. 
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 
und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wußten noch nicht aus der Schrift, daß er von den Toten auferstehen mußte
Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. 

 
Die Erscheinung Jesu vor Maria aus Magdala 
 
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wußte aber nicht, daß es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 
Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte. 
 
Die Beauftragung der Jünger
 
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. 
 
Jesus und Thomas
 
Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!  Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. 
Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. 
Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. 
 


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Der glücklichste Tag von allen

Am Sonntag kamen die Frauen in aller Herrgottsfrühe zum Grab von Jesus zurück. Sie brachten duftende Gewürze und Salben mit, um seinen Leichnam zu pflegen. Aber wo war der riesige Stein, der den Eingang blockiert hatte? Jemand musste ihn weggewälzt haben. Die Frauen nahmen allen Mut zusammen und gingen in das Grab hinein. Drinnen blieb ihnen beinahe das Herz stehen: ,,Wo ist der Leichnam von Jesus? Er ist verschwunden! Jemand muss ihn weggenommen haben!“  Im nächsten Augenblick war da ein leuchtender Engel. ,,Habt keine Angst!“, sagte der Engel zu den Frauen. ,,Ich weiß schon: Ihr sucht Jesus. Aber er ist nicht hier.  Gott hat ihn ins Leben zurückgerufen, genauso, wie Jesus es euch versprochen hat. Jetzt lauft schnell los und erzählt es seinen besten Freuden!“ Das musste der Engel ihnen nicht zweimal sagen: Die Frauen rannten, wie noch nie in ihrem Leben.  Es war der glücklichste Tag von allen, der erste Ostertag.
   
Atemlos stürzten sie in das Haus, in dem die Apostel sich aufhielten. ,,Er lebt! Er lebt!“, riefen sie, und ihre Stimmen überschlugen sich fast. ,Jesus lebt! Ein Engel hat es uns gesagt. Wir waren beim Grab, aber sein Körper ist nicht mehr da!“ Die Männer schüttelten misstrauisch die Köpfe. ,,Ihr seid ja verrückt geworden“, winkten sie ab.
Nur Petrus und Johannes wollten es genau wissen und brachen zum Grab auf.
 
   
Johannes war der Schnellere von beiden und kam als erster an, aber Petrus traute sich zuerst in die Grabkammer hinein. Sie erinnerten sich genau: Der Leichnam von Jesus war in Leintücher eingewickelt gewesen. Auch um seinen Kopf hatte man ein Laken gebunden. Jetzt lagen die Tücher fein säuberlich zusammengelgegt in der Höhle. Der Körper war jedoch verschwunden.
Da begriff Johannes endlich. Der Körper war nicht gestohlen, sondern: JESUS LEBTE! Petrus und Johannes kehrten auf der Stelle um, um den anderen alles zu berichten.
   
Die erste, die Jesus tatsächlich sah; war Maria von Magdala. Sie stand in der Nähe des Grabes und versuchte zu begreifen, was geschehen war. Da redete sie jemand an: ,,Warum weinst du?“ Marias Augen waren vom vielen Weinen ganz rot und geschwollen. Darum sah sie den Mann, der sie gefragt hatte, nur verschwommen.  Aber da sagte der Fremde ihren Namen: ,,Maria!“, und schlagartig wusste sie: Das war Jesus! „Geh rasch und sag den anderen Bescheid!“, beauftragte sie Jesus liebevoll. Maria eilte los. Vor lauter Glück lachte und weinte sie gleichzeitig. Es war der glücklichste Tag von allen.
   
In der nächsten Nacht kam Jesus zu seinen besten Freunden. Sie saßen gerade zusammen und überlegten, wie es weitergehen sollte. Plötzlich stand Jesus mitten im Raum!
Zuerst waren die Apostel zu Tode erschrocken. Sie dachten, dass er ein Gespenst sei.
Aber dann sagte Jesus: "Habt keine Angst! Schaut doch und berührt mich! Ich habe Fleisch und Knochen. Ich bin kein Gespenst!" Um es ihnen zu beweisen, aß er vor ihren Augen etwas Fisch. Danach hatten sie keine Angst mehr, sondern freuten sich grenzenlos.
Es war der glücklichste Tag von allen.
 

Nur Thomas war in dieser Nacht nicht dabei gewesen.
Als seine Freunde ihm am nächsten Morgen alles erzählten, glaubte er ihnen kein Wort. "Das kann nicht wahr sein!", schüttelte er den Kopf. "Bevor ich das glaube, muss ich mit eigenen Augen die Nagellöcher in seinen Händen und Füßen sehen und berühren!"
Eine Woche später kam Jesus wieder zu ihnen - Thomas war dieses mal dabei.
"Schau her, Thomas", sagte Jesus liebevoll. "Hier sind meine Nagelwunden. Berühre sie ruhig!"
Aber das war nicht mehr nötig. Thomas fiel auf die Knie und rief: "Mein Herr und mein Gott!"

 

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