Nicaragua-Reise:
Auf den Spuren Padre Carlitos

Juli 2004

Am 18. Juli 2004 flog eine 17-köpfige Reisegruppe von Ansfelden in die Hauptstadt von Nicaragua.

Teilnehmer: Bürgermeister W. Ernhard, Verwandte von Karl Rammer, Mitglieder und Freunde des Nicaraguakomitees.
Anlass unserer weiten Reise war die Eröffnung des Centro Karl Rammer in Condega. Die erste Begegnung mit dem uns unbekannten Land war die herzliche und freundschaftliche Begrüßung durch den Österreich-Koordinator Dr. Elmer Zelaya am Flughafen von Managua.

 

 


Feierlichkeiten
zum 25. Jahrestag der Revolution:



Am Nachmittag des 19. Juli nahmen wir an den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Revolution teil (Sturz von Diktator Somoza). Die Straßen waren verstopft mit Bussen, aus denen endlose Schlangen von Begeisterten quollen. Erwachsene wie Kinder verkauften Erfrischungen, Selbstgebackenes, Andenken, rot-schwarze Fahnen und Tücher in den Farben der Sandinisten. Menschenmassen auf den Straßen, viele junge Gesichter, Hochstimmung, alles war auf den Beinen. Sogar Bäume, Plakatwände, Straßenleuchten waren begehrte Aussichtspunkte.


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C O N D E G A:

Die nächsten drei Tage verbrachten wir in Condega.

Dem Besuch beim Bürgermeister folgte ein Stadtrundgang
und die Besichtigung einer Zigarrenfabrik sowie zweier Schulen im Stadtgebiet.

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Der Tag endete mit einem Willkommensessen im Begegnungszentrum mit nicaraguanischer und österreichischer Hymne und abschließendem Tanzen zu schwungvollen einheimischen Rhythmen. Am dritten Tag wurde das Zentrum eingeweiht, wofür viele Erwachsene und Kinder anspruchsvolle Tanz- und Musik-Darbietungen vorbereitet hatten.







 





Projekte & Arbeiten in Nicaragua:



Mit der Besichtigung einer Keramikerzeugung, einer Frauen-Tischlerei, eines Häuserprojektes und zweier Partnerschulen konnten wir uns davon überzeugen, dass mit unseren Geldern gute Arbeit geleistet wird.



Durch das Projekt „Schulfrühstück für Straßenkinder“ erscheint uns sowie den Lehrerinnen in Nicaragua eine Basis für den Weg aus der Verelendung gelegt. Die Bedeutung des Schulfrühstücks für die Bevölkerung wurde durch die übergroße Dankbarkeit spürbar, die uns bei der Begegnung mit den Lehrkräften und SchülerInnen entgegengebracht wurde.





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Die Kaffee-Finca
im nördlichen Hochland:


Sehr interessant erlebten wir den Ausflug zu einer Kaffee-Finca im nördlichen Hochland. Schon die Anreise mit dem Bus auf steinigem holprigen Gelände und durch einen Fluss wurde zu einem Abenteuer. Die letzte Strecke zu den Kaffeepflanzen in den Wäldern war nur mehr mit einem Fußmarsch zu bewältigen, der uns an üppiger Vegetation bestehend aus Hochlandreis, Mais, Tomaten, Erdäpfel und Bananen vorbeiführte. Dabei konnten wir erahnen, wie mühsam die Arbeit der Kaffeepflücker ist.



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Zwischen Pazifik & Atlantik:


Auf dieses dichte offizielle Programm folgten noch einige Tage „Sightseeing“ an der Pazifikküste, in den Kolonialstädte Leon und Granada, zu Vulkanen und heißen Quellen. Ein paar Badetage auf der Karibikinsel Corn Island sorgten für Entspannung.





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Nicaragua,
schreckliche Schönheit, wie viele zu sagen pflegen!

Wir fanden ein Land vor mit Naturschönheiten, bewohnt von herzlichen, offenen Menschen. Sie besitzen trotz äußerster Armut einen unbändigen Lebenswillen und sind unendlich dankbar und bereit, mit unserer Hilfe eine Arbeit (Arbeitslosigkeit von über 66%) zu finden, lernen zu dürfen (Analphabetenrate liegt bei 35%) und so in einem langsam wachsenden Prozess aus dem Teufelskreis der Armut herauszukommen.

Wir kehren mit tief berührenden, nachhaltigen Eindrücken, die unsere bisherigen Wertvorstellungen von einem guten Leben verändern, am 31. Juli nach Österreich zurück.

Annamarie Edlmair

 

Bgm. Walter Ernhard: "Eine bewegende Reise durch ein bewegtes Land!"

"Eine bewegende Reise durch ein bewegtes Land, die einem die eigene Werteskala überdenken lässt", so Bgm. Walter Ernhard zu seinen Reise-Eindrücken.

Auch eine Reise von 13.000 km beginnt mit einem ersten Schritt, der durch die Städtepartnerschaft Ansfelden - Condega getan und mit der "Unvollendeten" von Anton Bruckner, geboren in Ansfelden, der im Anton-Bruckner-Saal in Condega durch Padre Karl Rammer seine zweite Heimat gefunden hat, in Condega/Nicaragua freundschaftlich besiegelt werden konnte. Die nationale und internationale Solidarität hat über Kaplan Karl Rammer im "Karl-Rammer-Begegnungszentrum" ein Dach bekommen. Ich bin als Bürgermeister der Stadtgemeinde Ansfelden mit Fug und Recht stolz darauf, dass somit ein Stück Ansfelden in Condega beheimatet ist.

Unvollendet deswegen, weil sich die Klimabündnisgemeinde Ansfelden gemeinsam mit dem Personenkomitee Nicaragua vorgenommen hat, die Umsetzung eines ganzen Bündels an künftigen Entwicklungsprojekten für Nicaragua, eines der ärmsten Länder der Welt, mitzutragen.

In diesem Sinn wünsche ich dem Ansfeldner Personenkomitee für Nicaragua und dem CHICA-Büro Nicaraguas mit Koordinator Elmer Zelaya auch weiterhin viel Erfolg in einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit!


Bürgermeister Walter Ernhard
 

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