Mit dem folgenden Überblick möchten wir
uns bei der Stadtgemeinde Ansfelden sowie bei unseren zahlreichen
UnterstützerInnen für ihre Beiträge zu vielen sinnvollen und gut
funktionierenden Entwicklungsprojekten in unserer Partnerstadt Condega
herzlich bedanken. Durch diese treue Unterstützung ist es einem so kleinen
Komitee wie dem unsrigen möglich, eine ganze Reihe hilfreicher Projekte
durchzuführen, die in Nicaragua unzähligen Menschen und besonders Kindern
ein besseres oder doch zumindest ein einigermaßen menschenwürdiges Leben
ermöglichen.
Das Dorfentwicklungsprojekt Condega
ist ein Großprojekt, das von 2005 bis 2008 läuft. Es wird aus staatlichen
EZA-Geldern mitfinanziert und vom Wiener Brigadeverein, der
Nicaraguagruppe Aschach und dem Ansfeldner Nicaraguakomitee getragen.
Dieses „Gesamtkunstwerk“ gilt vor allem der Entwicklung der sozialen
Randgruppen in Condega und Umgebung (Straßenkinder, arbeitslose
Jugendliche, Landbevölkerung, Frauenförderung).
Erfreulich ist, dass viele von den
Projektzielen schon verwirklicht werden konnten, obwohl das Gesamtprojekt
noch ein gutes Jahr lang weiterläuft.
Die Detailinformationen von den einzelnen
Teilprojekten lassen im Folgenden die Vielfalt der geförderten Bereiche
sichtbar werden:
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Karl-Rammer-Begegnungszentrum in Condega
Die Funkzentrale wurde fertiggestellt
und verbindet das Zentrum von Condega nun mit 12 Außenstellen in den
abgelegenen Dörfern der Umgebung, was besonders in Notfällen sehr
nützlich ist.
Das Telecenter, ein Computerraum mit
Internetzugang und Möglichkeit für internationale Telefonate,
funktioniert ebenfalls seit Sommer 2006.
Ansonsten wird das Zentrum seiner
Intention und der Erinnerung an Karl Rammer gemäß für die verschie-densten
Zwecke der Gemeinschafts- und Solidaritäts-bildung
genutzt: von der Lagerung der Nahrungsmittel für das Schulfrühstück
bis zur feierlichen Begräbnisfeier der kürzlich in Nicaragua
verstorbenen Wiener Nicaragua-aktivistin
Leopoldine Hainz und natürlich für diverse Gemeindeversammlungen,
kirchliche Zusammenkünfte, Fortbildungs-veranstaltungen und Treffen
von NGOs.
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Das Schulfrühstück
für Straßenkinder erhalten jetzt schon 1200 Kinder in mehreren
Schulen Condegas und seiner Umgebung. Neu ist der Versuch mit
industriellen Saftpressen (großen Dampfentsaftern) die Früchte, die im
Gebiet von Condega reichlich wachsen, zu Fruchtsäften für das
Schulfrühstück und andere Zwecke zu verarbeiten. Um diese sinnvolle
Neuentwicklung kümmert sich vor allem die engagierte Frauengruppe Sol
Naciente aus Condega, die sich besonders der Verbreitung der
Idee, des Baus und des Betriebs von Solarkochern verschrieben
haben, eine Initiative, die wir auch unterstützen. |
| Ein weiteres
Ökologieprojekt hat auch schon gute Fortschritte gemacht: 20 von den 40
projektierten Ecofogones (ökologische Kochstellen) wurden im Dorf
San Jeronimo schon fertiggestellt. Durch diese Feuerstellen mit
Rauchabzug und verbesserter Verbrennung des Holzes kann zugleich
Brennholz gespart und das Problem der Rauchentwicklung in den Hütten
gelöst werden, das vor allem für die Kleinkinder ein ernsthaftes
Gesundheitsrisiko darstellte. Das neue Modell der ökologischen
Kochstellen stößt auf soviel Interesse bei der ländlichen Bevölkerung,
dass sich zusätzlich zu den 40 durch das Projekt finanzierten Ecofogones
zahlreiche weitere Familien für den Bau ihres eigenen Ecofogons
entschieden haben. |

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In der
Frauentischlerei Maria Talavera der Baufrauen Condegas finden
plangemäß alle Kurse für Mädchen in untypischen Frauenberufen statt
(Tischlerei, Elektrobau, Schweißerei, Grundlagen des Bauwesens). Ein
Problem ist weiterhin der für junge Frauen besonders angespannte
Arbeitsmarkt. Etwas Abhilfe können die Gemeinde Condega durch die
Vergabe öffentlicher Aufträge an die zukünftigen Baufrauen schaffen und
auch im Bau des Projekts La Fraternidad bekamen die Kursteilnehmerinnen
schon einen Auftrag. |
| Der erste Teil des
neuen Integrationszentrums für Straßenkinder La Fraternidad, ein
Großprojekt des Wiener Brigadistenvereins, das auch vom Nicaraguakomitee
Ansfelden unterstützt wird, konnte Anfang August 2006 feierlich eröffnet
werden. Mehrere Gruppenräume (Aulas) und ein geräumiger Gang sind schon
fertiggestellt und wurden von den Kindern und ihren BetreuerInnen mit
viel Freude und vor allem spielerisch „in Besitz genommen“. Diese
Räumlichkeiten dienen aber auch für Nachhilfekurse und verschiedene
Workshops (Tanz, Zeichnen, Schreiben, Basteln, Bau von Pinatas usw.). In
der Presse und auch im nicaraguanischen Fernsehen wurde aus diesem
Anlass die österreichische Solidaritätsbewegung mit viel Lob und Dank
bedacht, besonders auch für das Projekt Schulfrühstück für
Straßenkinder. |
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Im Kulturzentrum Casa de cultura,
das übrigens auch ein Museum zur
Urgeschichte der Töpferstadt Condega mit einer Ausstellung von antiken
Töpfereikunstwerken beherbergt, fanden diverse gut besuchte Kurse in
Musik, Tanz und Malerei statt. Außerdem wurde ein modernes Theaterstück
zum Thema Wasser erarbeitet (zu den Themen Ökologie des Wassers,
sinnvoller und sparsamer Umgang mit diesem kostbaren Gut), das vor einem
interessierten Publikum aufgeführt wurde.
Im INPRHU (Integrationszentrum für
Menschenrechte und Menschenwürde) fanden mehrere Kurse zum Thema
Gewalt in der Familie und sexueller Missbrauch statt. Das INPRHU bietet
auch Fortbildungskurse für die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern an
und hat vier Fußballteams aus gefährdeten arbeitslosen Jugendlichen
gebildet, die sportliche Aktivitäten mit Ausflügen und dem Erwerb von
Faktenwissen über Condega und seine Geschichte und Geographie verbinden.
Für das Labor in der Sekundarschule
Instituto Julio Cesar Castillo Ubau
wurden ein Ganzkörperskelett, ein Kopfskelett, vier Wandtafeln für
Biologie und Laborgeräte für physikalische und chemische Experimente
angeschafft. Für Kinder aus armen Familien finanzieren wir außerdem das
nötige Schulmaterial (Hefte,
Bleistifte usw.).
Altenheim Casa de Solidaridad in Waslala
Im Jahr 2006 konnte der Neubau des
Altenheimes abgeschlossen werden. Die neuen Einrichtungen werden bereits
seit Juni 2006 genutzt und von den alten Menschen sehr positiv angenommen.
Ab dem 2. Halbjahr 2006 konnte das Personal aufgestockt werden. Für 2007
sind die Anstellung einer permanenten Krankenschwester sowie die
Ausweitung des Gemüseanbaus und der Kleintierhaltung geplant. Das Projekt
Casa de Solidaridad in Waslala, das wir schon mehrmals unterstützt haben
(Beitrag zu Neubau, Unterstützung für die laufenden Kosten) wird von
Nicaraguanet.org
betrieben und vom früheren Entwicklungshelfer Günter Pilz und seiner Frau
Orlinda Gonzales koordiniert (www.nicaraguanet.org).
Die meisten dieser Projekte stimmen mit
den Milleniumszielen der internationalen Entwicklungspolitik überein (z.
B. Armutsbekämpfung und Förderung von Kindern,
Ökologie und Umweltschutz,
Frauenförderung). Eine hohe Übereinstimmung besteht auch mit den
nicaraguanischen Entwicklungszielen, wo nach der Wiedererlangung der
politischen Macht durch die sandinistische FSLN im November 2006
Armutsbekämpfung und besonders Ernährungssicherheit zu vorrangigen Zielen
erklärt wurden.
Diese Entwicklungen lassen hoffen, dass
sich in den nächsten Jahren nicht nur die Situation in unserer
Partnerstadt Condega sondern die soziale Lage im gesamten Gebiet
Nicaraguas - nach Jahren der Verarmung weiter Bevölkerungskreise unter der
neoliberalen Privatisierungspolitik - wieder verbessern wird.
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