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Ausbau der
Frauentischlerei Maria Talavera – die Baufrauen von Condega

Über das Karl-Rammer-Zentrum, das Projekt Schulfrühstück
für Straßenkinder und das Dorfentwicklungsprojekt Condega 2005 – 2008 haben
wir in den letzten Ausgaben der Trommel wiederholt berichtet. Diesmal wollen
wir das Hauptaugenmerk auf ein weiteres Projekt richten, das wir in der
Partnerstadt gemeinsam mit der KAB durchführen:
den Ausbau der Frauentischlerei Maria Talavera, ein
Entwicklungsprojekt im Bereich Gender und Frauenförderung.
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Die Asociación de
Mujeres Constructatoras de Condega (AMCC; Verein der Baufrauen von
Condega, wie sie sich offiziell nennen) ist ein erfolgreicher
Frauenbetrieb in Condega, einer Kleinstadt im Norden Nicaraguas.
Ursprünglich wurde die Frauentischlerei Maria Talavera vor ca.
15 Jahren von einer Gruppe arbeitsloser Frauen gegründet. Sie
entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem Vorzeigebetrieb, der
aufgrund seiner Qualität und Verlässlichkeit in ganz Nordnicaragua einen
guten Namen hat. In der Aufbauphase wurde die Frauentischlerei bei der
Elektroinstallation auch schon früher vom Nicaraguakomitee Ansfelden
unterstützt. |
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Nach dem verheerenden
Hurrikan Mitch weiteten die Tischlerinnen ihren Tätigkeitsbereich aus
und wirkten beim Wiederaufbau des zerstörten Condegas mit (1999). 34
neue Häuser sind den „Baufrauen“ zu verdanken. Auch die schönen
Vollholzmöbel im 2004 in der Partnerstadt Condega eröffneten
Karl-Rammer-Zentrum stammen von der Frauentischlerei Maria Talavera.
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Von der hohen
Arbeitslosigkeit in Nicaragua (70 % im nördlichen Teil!!) sind Frauen
und Mädchen besonders stark betroffen. Nur 42 % der Mädchen können nach
der sechsjährigen Grundschule in die Secundaria weitergehen, d.h. dass
58 % der Mädchen mit 13 – 14 Jahren aus dem Schulsystem herausfallen und
auch auf dem Arbeitsmarkt wenig Chancen haben. Hier versucht ein neues
Projekt der Baufrauen von Condega anzusetzen: Ihr Projekt
„Berufsausbildung für junge Frauen in untypischen Frauenberufen“ soll
den Mädchen neue Wege auf den Arbeitsmarkt eröffnen und damit das
Frauen- und Familieneinkommen verbessern und indirekt die
soziokulturelle Stellung der jungen Frauen in der Macho-Gesellschaft
Nicaraguas stärken (Genderaspekt; vgl. Millenium Development Goals).
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Gleichzeitig können die Baufrauen ihr wertvolles Wissen im Tischlerei-
und Bauwesen und ihre langjährige Erfahrung mit Arbeitslosigkeit und
deren erfolgreicher Überwindung an die junge Generation weitergeben.
Konkret sieht das so aus, dass ab dem
Schuljahr 2006 (Februar bis November in Nicaragua!) die berufsbildenden
Kurse der Frauentischlerei allen jungen Frauen im Alter von 15 – 25
Jahren, die die Grundschule abgeschlossen haben, offen stehen. Für 70 %
der Schülerinnen, von denen viele aus Familien mit geringen Einkommen
stammen, ist außerdem ein Stipendienprogramm vorgesehen. |
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Im Vorbereitungsjahr 2005 wurden von der
Frauentischlerei die Lehrpläne erarbeitet, die „Modulos“, die
Unterrichtsbehelfe für die verschiedenen Unterrichtsfächer erstellt
(Tischlerei, Elektrotechnik, Schweißen, Betriebswirtschaft, Grundlagen
der Mathematik und Naturwissenschaften, Ökologie und Umwelt,
Genderaspekte), die zukünftigen Lehrerinnen auf Fortbildung gesandt und
die Kurse beim Unterrichtsministerium und dem Instituto Nacional
Technológico registriert, damit sie durch die Vergabe von Diplomen auch
offiziell anerkannt werden. Der erste Grundkurs in Tischlerei startete
schon im Sommer 2005, ab Februar 2006 läuft das gesamte
Unterrichtsprogramm (Tischlerei, Elektrotechnik, Schweißen,
Betriebswirtschaft usw.). |
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Im Rahmen dieses Gesamtprojekts, das auch vom
Nicaraguakomitee Ansfelden und einem Kofinanzierungsprojekt von Horizont
3000 unterstützt wird, finanziert die KAB mit insgesamt 6000 Euro die
Ausbildung in Schweißen und die dafür nötigen Geräte und die
Infrastruktur, die auch für die erfahrenen Baufrauen von Condega eine
neue Herausforderung und ein wichtiges weiteres Standbein ihrer
Tätigkeit und Ausbildungskurse darstellen. |
Für diesen wertvollen Beitrag der KAB OÖ zu einem
sinnvollen Projekt der Frauenförderung in der Arbeitswelt und für die gute
Zusammenarbeit bedanken wir uns - besonders im Namen unserer
Projektpartnerinnen in Nicaragua - ganz herzlich bei der KAB.
Der Projektkoordinator Dr. Elmer
Zelaya berichtet uns jeden Herbst vom Fortgang der Entwicklungsprojekte in
Nicaragua und vom Leben der Menschen, die dadurch in Würde leben oder
wenigstens über-leben können. Alle Interessierten können gerne zu diesen
Treffen, Vorträgen, Fiestas des Nicaraguakomitees (jeweils im Herbst)
kommen. Die Termine und Details erfahren Sie in der Mailing-Liste
ansfelden-condega@yahoogroups.de
. Bienvenidos in Ansfelden und in Condega - das übrigens auch ein
interessantes Reiseziel ist, nicht nur wegen der Baufrauen! |