Maria, Mutter Jesu

   

Gedenktag: 1. Jänner ,Hochfest "Tag der Namensgebung des Herrn"

Name bedeutet: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch) 
Mutter Jesu * um 18 v. Chr. (?) + in Ephesus, heutiges Ruinenfeld bei Selçuk (?)

Leben:
Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien der ihr trotz ihres Alters Nachkommen verheißende Engel. Das Kind Maria wurde geboren. Von Anna sorgfältig unterwiesen und dem Tempeldienst gewidmet, schritt die Dreijährige selbständig die Treppen empor, wo der Hohepriester sie mit den Tempelfrauen empfing - als Mariä Tempelgang ist diese Szene bekannt.

Nun berichten die Überlieferungen die Szene mit den 12 Auserwählten aus den 12 Stämmen Israels, die ihre Stäbe zum Orakel in den Tempel brachten. Allein der Stab des alten Joseph aus dem Geschlecht Davids erblühte; eine Taube erschien darauf, Maria, die Jungfrau, wurde ihm angetraut - Verlobung, lateinisch Sposalizio.

Es folgt die im Neuen Testament bezeugte Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria (Lukasevangelium 1, 26 - 38). Maria wurde mit Jesus schwanger. Die biblischen Zeugnisse bemühen sich, diese Schwangerschaft und die Geburt als ein wunderbares, von Gott gewirktes Ereignis darzustellen, um damit auch die besondere Bedeutung Jesu erkennbar zu machen. Im Traum wurde Joseph vom Engel angewiesen, die schwangere Maria nicht zu verlassen, dies wird als Rechtfertigung bezeichnet.


Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas,
1, 26-38 


Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. 
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ 
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 
Da sagte der Engel zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.  Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.“
Maria sagte zu dem Engel: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“
Der Engel antwortete ihr: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.“
Da sagte Maria: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“
Danach verließ sie der Engel. 
 

  Eine Cousine von Maria war Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers. Die Heimsuchung bezeichnet die Begegnung von Maria und Elisabeth, die Lukas in seinem Evangelium (1, 39 - 56) schildert.

Joseph und Maria machten sich dann auf den Weg nach Bethlehem, wo das Jesuskind geboren wurde. Dies, dazu die Verkündigung der Engel an die Hirten und ihre Verehrung des Neugeborenen, die berühmte "Weihnachtsgeschichte", ist überliefert im Lukasevangelium 2, 1 - 20.

Nach der Überlieferung im Matthäusevangelium folgt die Verehrung der heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, ihre Begegnung mit Herodes, dessen Befehl zum Kindermord, der Traum der Könige und der Traum Josephs, der die Flucht nach Ägypten veranlasst, um Jesus vor dem Mordkommando des Herodes zu schützen (Matthäusevangelium 2). Diese Flucht ist von einer Reihe apokrypher Legenden umrahmt: ein aufwachsendes Ährenfeld verbarg die Flüchtenden; ein Palmbaum neigte sich ehrerbietig; Götter stürzten um; Räuber bekehrten sich; das Jesuskind spielte mit aus Ton geformten Vögeln, die lebendig wurden; Maria strickte einen Rock, der mit dem Heranwachsenden Jesus stets mitwuchs.

Acht Tage nach der Geburt erfolgte die Namensgebung und Beschneidung Jesu (Lukasevangelium 2, 21). Die Darbringung im Tempel, das jüdische Reinigungsopfer der Mutter, ist wieder im Lukasevangelium (2, 22- 40) sowie ausführlich als Lichterfest in der Legenda Aurea geschildert, trägt daher auch die Bezeichnung Mariä Lichtmeß.

Das Ehepaar suchte eines Tages den Sohn und fand ihn als Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lukasevangelium 2, 41 - 52). Von Joseph wird danach nichts Weiteres berichtet. Maria dagegen ist im späteren Leben Jesu bei allen wichtigen Situationen gegenwärtig, ohne im Vordergrund zu stehen. Vom 12. Jahrhundert an wird Maria mit dem Kind als "Madonna" verehrt; dem tritt eine Vorstellung aus der Apokalypse (Offenbarung 12, 1 ff.) zur Seite: die vom Drachen verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt, das Michael rettete, und die "von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde steht", als Mondliebe-Madonna bezeichnet.

Nach dem Tod Jesu ging Maria mit dem "Lieblingsjünger" Jesu, Johannes, nach Ephesus, wo sie möglicherweise begraben ist. Es gibt auch die Überlieferung, sie sei in Jerusalem beerdigt. Ein großes Thema der Legenden ist dann der Tod der Maria, byzantinisch "Koimesis", östliche Kirchen tragen diesen Namen: Der einsam wohnenden Maria erschien am Berg Sion, auch Ephesus wird genannt, ein Engel mit leuchtendem Palmzweig und verkündete ihr den Tod. Sie bat, dass die Apostel zugegen sein sollten. Von Wolken herbeigetragen, einem innerlichen Rufe gefolgt, umstanden sie das Lager der Sterbenden; Christus nahm die Seele der Entschlafenen auf den Arm (Mariä Himmelfahrt). Die Hände des Hohenpriesters, der den Leichnam vernichten und mit Bewaffneten verhindern wollte, dass er in das Tal Josaphat gebracht wird, blieben an der Bahre erstarrt kleben, bis Petrus ihn heilend löste und bekehrte.

Bedeutung:

Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als "Mutter" der katholischen Kirche. Mit Ihrem Ja zu Gott hat sie Gott in sich Raum gewährt, hat ihn in sich wachsen lassen, hat sich von ihm einnehmen lassen. Gleichzeitig hat sie Gott ein menschliches Gesicht gegeben, hat ihn unter Menschen erfahrbar und erlebbar gemacht und damit den Mitmenschen geholfen, ihrerseits befreit und erlöst und damit richtig Mensch zu werden.

Dogmatische Aussagen der katholischen Kirche über Maria, die im Laufe der Kirchengeschichte formuliert wurden, sind:

  • Maria ist wahre Gottesmutter;
  • sie hat Jesus jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen;
  • sie ist auch bei und nach der Geburt Jungfrau geblieben;
  • Maria blieb in ihrem Leben ohne Sünde;
  • auch sie selbst wurde empfangen, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein;
  • sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.


Vor dem Hintergrund des Streites, ob Jesus göttlicher oder menschlicher Natur sei, wurde Maria im 4. Jahrhundert in theologischen Schriften als "theotokos", Gottesgebärerin", bezeichnet. Der syrische Mönch Nestorius, gestorben um 451, lehnte diese Bezeichnung ab und hielt daran fest, dass Maria zwar die Mutter Jesu, nicht aber Gottes sei. Das Konzil von Ephesus verurteilte 431 die nestorianische Auffassung und bestätigte den Titel, der seitdem sowohl in der orthodoxen wie in der römisch-katholischen Kirche verwendet wird.

In engem Zusammenhang mit der Gottesmutterschaft steht die Jungfräulichkeit Marias. Sie beruhte im 2. oder 3. Jahrhundert auf der Auffassung, nicht Joseph, sondern Gott selbst sei durch den Heiligen Geist der wahre Vater Jesu gewesen (Lukasevangelium 1, 35). Der Marienkult, der im 4. Jahrhundert im Osten aufkam, verehrte Maria in ihrer Funktion als Gottesgebärerin und aufgrund ihrer unbefleckten Empfängnis. Diese Überzeugung kommt in den 373 bis 374 beschlossenen Taufbekenntnissen Zyperns, Syriens, Palästinas und Armeniens zum Ausdruck, wo von "immerwährender Jungfräulichkeit", "aieiparthenos", gesprochen wird. Auch der Islam verehrt sie als sündenfreie Jungfrau Marjam. 680 schuf das 3. Konzil von Konstantinopel den Titel der "heiligen unbefleckten Jungfrau". Zwar werden im Neuen Testament an mehreren Stellen die Geschwister Jesu erwähnt (z.B. Markusevangelium 6, 3), doch legte man diese Passagen so aus, dass sie sich auf Jesu Jünger oder auf Kinder aus einer früheren Ehe Josephs bezogen.

Verehrung:

Sowohl die Ost- wie auch die Westkirche führte zwischen dem 4. und dem 7. Jahrhundert eine Reihe von Marienfesten ein, die sich auf spezielle Ereignisse im Leben der Jungfrau bezogen. Dabei standen die wundersame Empfängnis und die im apokryphen Evangelium des Johannes beschriebene Geburt Marias am 8. September, die Verkündigung am 25. März sowie Marias Tod und ihre Himmelfahrt am 15. August im Mittelpunkt.

Vom 3. bis ins 5. Jahrhundert stellten Predigten und Kunstwerke als eine Gegenreaktion auf den Arianismus die göttliche Natur Jesu in den Vordergrund. Byzantinische Darstellungen zeigten Christus als "Pantokrator", als "universellen und allmächtigen Herrscher". Während Jesus Christus in der Kunst so als ehrfurchtgebietende, richterliche Gestalt dargestellt wurde, fiel Maria mehr und mehr die Rolle der Fürsprecherin der Menschen in Not zu.

Durch an die Jungfrau Maria gerichtete Gebete und Fürbitten hoffte man, Gottes strenges Gericht zu mildern. Zu dieser Zeit kam der Rosenkranz auf, eine Perlenschnur, nach dem 150 Ave-Maria und später zusätzlich 15 Vaterunser gebetet wurden. Aus der gleichen Zeit stammt der Angelus sowie verschiedene Litaneien und Anrufungen, die sich der biblischen Metaphorik bedienten und Maria als mystische Rose und Turm Davids verehrten.

Im Mittelalter entwickelte sich auch die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis. Unter dem Einfluss des schottischen Theologen Duns Scotus vertraten insbesondere die Franziskaner die Auffassung, dass Maria nicht mit Erbsünde behaftet sei.

In vielen Teilen der Welt existieren Marienwallfahrtsstätten. Im spanischen Montserrat verehrt man seit dem 12. Jahrhundert die Schwarze Madonna. Die Ikone der Jungfrau von Czestochowa zieht in Polen seit dem 14. Jahrhundert zahlreiche Pilger an. Die "Schwarzen Madonnen" sind auch anderswo nur selten durch Farbveränderung, Alter, Kerzen oder Weihrauch geschwärzt, sondern schwarz angelegt mit Beziehung auf das Hohelied 1, 5: "Ich bin schwarz, aber schön". Schwarze Göttinnen lagen vielen antiken Kulten zugrunde. Das Bild "Unserer Jungfrau von Guadalupe" erinnert an eine Erscheinung, die 1531 stattgefunden haben soll. Auch im 19. Jahrhundert kam es zu einer Reihe solcher Visionen, die zur Entstehung neuer Wallfahrtszentren führten, so in Paris seit 1830, in Lourdes seit 1858, im irischen Knock seit 1879, in Fatima in Portugal seit 1917.

Gedenktage:

Die Daten der Marienfeste wurden während des 2. Vatikanischen Konzils bestätigt oder neu festgelegt.

    Der 1. Januar, der 8. Tag nach dem Weihnachtsfest, ist der Tag der Namensgebung des Herrn, katholisches Hochfest der Gottesmutter Maria. Der Tag wird auch in der evangelischen Kirche als Gedenktag der Namensgebung des Herrn begangen.

    Am 23. Januar wird mit dem Fest Sposalizio der Verlobung der Maria mit Joseph gedacht.

    Am 2. Februar ist das Fest Mariä Lichtmess, das Fest der Darstellung des Herrn, vierzig Tage nach Weihnachten als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert.

    Am 11. Februar wird das Fest der Erscheinung Mariens in Lourdes gefeiert.

    Der 25. März ist Annunziata, das Hochfest der "Verkündigung des Herrn" an Maria.

    Am 26. April wird seit dem 17. Jahrhundert Consuleo, das Fest "Unsere Liebe Frau vom Guten Rat", begangen.

    Der 1. Mai wird an manchen Orten als Maria Königin, ein nichtkanonisches Marienfest, begangen.

    Der 24. Mai ist Auxilium, das Fest "Maria, Hilfe der Christen", auch "Schutzmantelfest".

    Am 9. Juni wird in Rom und zahlreichen Diözesen der Welt Gratia Maria, das nichtkanonische Fest "Maria, Mutter der Gnade" gefeiert.

    Am Samstag der Woche nach Fronleichnam wird der Gedenktag Unbeflecktes Herz Mariä begangen.

    Am 2. Juli wird mit dem Fest Mariä Heimsuchung der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth gedacht.

    Am 5. Juli wird seit Anfang unseres Jahrhunderts Lätizia, das Gedächtnisfest an die "sieben Freuden Marias", gefeiert.

    Der 16. Juli ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts Carmen, das Fest "Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel".

    Am 5. August wird mit dem Fest Maria Schnee der Jahrestag der Neueinweihung der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom begangen.

    Der 15. August ist mit Assunta, dem Hochfest "Mariä Himmelfahrt", der wohl wichtigste Marien-Feiertag.

    Auf den 22. August legte das 2. Vatikanische Konzil Regina, das Fest "Maria, Königin des Himmels".

    Am 8. September begeht die katholische Kirche das Fest Mariä Geburt, schon seit dem 6. Jahrhundert zunächst in der Ostkirche gefeiert, ab dem 10. Jahrhundert auch in der Westkirche verbindlich.

    Am 12. September wird mit dem Fest Mariä Namen auch des Sieges über die Türken bei Wien 1683 gedacht.

    Der 15. September mit dem Fest Dolores, dem "Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens", wurde 1814 von Pius VII. eingeführt.

    Der 24. September ist seit Ende des 17. Jahrhunderts Mercedes, das Fest "Barmherzige Maria", auch "Maria vom Loskauf der Gefangenen".

    Am 7. Oktober wird Rosa gefeiert, das Rosenkranzfest mit dem Rosenkranzgebet im Mittelpunkt.

    Der 10. Oktober ist seit 1931 als Mutterschaft Marien ein nichtkanonisches Marienfest.

    Am 12. Oktober ist Pilár, das nichtkanonische Fest des Heiligtums "Unsere Liebe Frau von der Säule" in Saragossa.

    Der 21. November ist der Tag des Gedenkens an Mariä Tempelgang oder Mariä Opferung, der "Gedenktag Unserer Lieben Frauen in Jerusalem".

    Am 8. Dezember, neun Monate vor Mariä Geburt, wird Concepcion, das Hochfest der "Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria", gefeiert. Das Fest der Empfängnis Mariens bezeichnet, dass Maria ohne Erbsünde ist. Der Osten feierte das Fest an manchen Orten schon seit dem 10. bis 12. Jahrhundert, im Westen führte es Papst Sixtus IV. in Rom ein.

    Am 18. Dezember, eine Woche vor Weihnachten, wird Mariä Erwartung begangen.

 Attribute: mit Kind (Statue in der Pfarrkirche Ansfelden)


 Patronin der (katholischen) Kirche und der ganzen (katholischen) Christenheit; von Bayern und Lausanne; der Gastwirte, Köche, Kürschner, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer, Lebkuchenbäcker, Seidenarbeiter, Essigbrauer; gegen Gewitter und Blitz; in allen Nöten

 

zurück zur Pfarrkirche-Seite